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Interessante Reportage Teil 50

29. Juni 2014

Heute gibts eine Reportage vom ORF über den Rettungsdienst der Stadt Wien.

 

Außerdem möchte ich Euch einen neuen Blog vorstellen.

http://menschenkutscher.blogspot.de/ schreibt über Privates und seinen Job, absolut empfehlenswert!

Messer, Gabel, Schere, Licht…

12. Juni 2014

Es ist ein wunderschöner Sommertag, ich sitze mit meinem Kollegen vor der Wache und wir genießen das Wetter. Ringsherum sind an diesem Abend einige Feste und wir witzeln, auf welches wir heute Nacht als erstes fahren werden, um einen Betrunkenen einzusammeln.

Die Zeit vergeht und die Polizei fährt mehrfach mit Signal an unserer Wache vorbei, doch unser Melder bleibt stumm. So verlaufen die nächsten Stunden. Nur ein Notfall hat den Abend bisher unterbrochen. Kurz vor 12 verziehen wir uns ins Bett. Diese trügerische Ruhe, da sind wir uns sicher, wird uns noch zum Verhängnis werden.

Wir sind gerade weggedämmert, als uns unsere Melder aus dem Bett schmeißen. Stromunfall in Baumbach steht auf dem Melder, mein Kollege schaut irritiert, denn der Ort gehört schon gar nicht mehr zu unserem Einsatzgebiet. Ein Stromunfall um diese Uhrzeit, ich mag mir in diesem Moment nicht wirklich vorstellen, wie es dazu gekommen ist. Keine 20 Sekunden später haben wir die Meldung, dass wir als zweites Rettungsmittel zum Bahnhof in Baumbach unterwegs sind und sich dort 2 Verletzte befinden, die wohl gegen die Oberleitung der Bundesbahn gekommen sind. Plötzlich steigt mir unwillkürlich der Gestank vom verbrannten Fleisch in die Nase.

Es ist ziemlich still auf der Anfahrt, jeder von uns geht im Kopf noch mal alle Algorithmen durch, die wir wahrscheinlich brauchen werden. Die Straßen sind menschenleer, trotzdem brauchen wir fast 30 Minuten, bis wir den Bahnhof erreichen. Wir folgen den Gleisen und sehen von weitem viel Blaulicht. Meine Hände schwitzen leicht, ich ziehe lieber gleich 2 Paar Handschuhe an, man weiß ja nie, wie unschön das gleich wird.

Nur noch die Polizei ist da, unser Patient liegt am Boden, sonst ist niemand zu sehen. Es riecht nach verbrannten Fleisch. Schnell frage ich, als ich auf unseren Patient zulaufe, wo denn das andere Rettungsmittel ist. Von der Polizei kommt die Info, dass diese schon mit ihrem Patient ins nächste Krankenhaus unterwegs sind. Um mich aufzuregen, bleibt mir keine Zeit, denn Tom braucht meine ganze Aufmerksamkeit. Sein rechter Arm ist komplett verbrannt und der linke auch, aber nicht so stark. Er hat starke Schmerzen. Mein Kollege stabilisiert seinen Kopf und ich untersuche schnell seinen Körper auf weitere Verletzungen. Am rechten Fuß sieht man, dass der Strom wieder seinen Körper verlassen hat.

Tom erzählt, dass er an dem Kesselwagen hochgeklettert ist und dann nichts mehr weiß. Der Kesselwagen ist gut und gerne 4 – 5 Meter hoch.

kesselwagen_big Es muss jetzt wirklich schnell gehen, denn auch wenn unser Patient mit mir redet, ist alleine der Sturz lebensgefährlich. Er bekommt einen Halskragen an, ich lege einen Zugang und spritze ihm etwas gegen die Schmerzen. Mein Kollege bereitet unsere Trage vor und wir lagern ihn mit einem speziellem Brett darauf um. Die Verbrennungen versorge ich im Rettungswagen und schalte die Heizung auf 30 Grad, denn Menschen mit Verbrennungen kühlen sehr schnell aus.

Durch meinen Kollegen lasse ich mir im nächsten Krankenhaus einen Schockraum anmelden. Wir geben alle Daten durch und starten danach. Keine 15 Minuten später biegen wir in die Notaufnahme ein, das Team des Schockraums steht auch schon bereit. Tom bedankt sich noch bei uns und schon sind wir wieder an unserem Fahrzeug. Später erfahren wir, dass er in den Nacht noch mit dem Hubschrauber in die große Uniklinik verlegt worden ist.

 

Bild http://www.osef.de/waggons/kesselwagen

RettMobil…

22. Mai 2014

Hallo ihr Lieben. Ruhig ist es hier geworden, denn ich bin gerade dabei, meine Diplomarbeit zu schreiben und für meine Prüfung zu lernen.

Trotzdem hatte ich letzte Woche die Gelegenheit, in meiner alten Heimat die Fachmesse RettMobil zu besuchen. Die Messe ist die größte ihrer Art und hat über 25.000 Besucher angezogen. Trotz dieser Größe finde ich es immer noch sehr familiär, denn kaum hatte ich am Donnerstag das Gelände betreten, sah man alte Kollegen von der Arbeit. Außerdem traf ich einige meiner Follower aus Twitter, was doch immer wieder sehr nett und interessant ist.

Viel Neues gab es für mich nicht zu sehen, eigentlich habe ich die Messe eher als Kontaktbörse genutzt :)

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Wie jedes Jahr fallen diese Menschen einfach auf und ich frage mich immer wieder, wieso muss man so rumlaufen?

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Erschreckend fand ich, dass einige Anbieter Schutzwesten in ihrem Angebot hatten. Da läuft meiner Meinung nach etwas ganz gewaltig schief! Und es gibt wirklich Kollegen, die sich so etwas kaufen.

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Zum Abschluss möchte ich euch noch die Reportage aus der ARD-Reihe “7 Tage unter” Feuerwehrmännern ans Herz legen. Hier wird der Mensch hinter dem Beruf gezeigt und nicht effekthascherisch das Feuerinferno in den Vordergrund gerückt.

 

Interessante Reportage Teil 49…

25. März 2014

Die Doku “An hour to save your live” zeigt wie wichtig eine schnelle und gute Versorgung von Verletzten ist. Manche von euch werden die Protagonisten aus anderen Dokus der BBC kennen.

Interessante Reportage Teil 48…

5. März 2014

Heute gibts mal eine Reportage von ZDF Info über die Feuerwehr Hamburg.

 

Ansonsten möchte ich euch gerne Kiki vorstellen. Sie studiert seit kurzem Medizin und bloggt drüber.

EndlichMedizin

 

dunkles Loch…

24. Februar 2014

WICHTIG!!

Dieser Artikel ist nichts für zarte Gemüter!

Blut läuft mir in meinem Handschuh. Bis auf ein paar Scheinwerfer, die um uns gerade aufgebaut werden, ist es dunkel. Schweiß tropft von meiner Stirn auf die Darmschlingen meines Patienten. Mit meinen Händen versuche ich das Becken zusammenzudrücken, um die irgendwo blutende Arterie wenigstens etwas zu stoppen.

In einiger Entfernung höre ich trotz des Lärms Würgegeräusche. Worauf ich hier blicke, möchte ich eigentlich nicht sehen. Vor 40 Minuten war alles noch in Ordnung, ich saß bei sommerlichen Temperaturen auf der Wache und hatte meinen Kaffee in der Hand. Die anderen waren alle ausgeflogen, nur Henning, mein Schüler im ersten Jahr und Beat, unser Praktikant, sitzen hier noch herum. Dann bimmelt der Melder und auf unserem iPad blinkt unsere Einsatzmeldung: “Person unter Zug in Thalburg”.

Ich hasse Bahnleichen, schießt es mir durch den Kopf. Vor etwa 12 Jahren hatte ich meinen erste, und das sollte doch auch bitte meine letzte gewesen sein. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich denke, ich möchte da nicht hin und wenn dann soll dieser Mensch doch bitte tot sein, oder am allerbesten er hat keinen Kratzer abbekommen.

Es hilft alles nichts, Henning setzt sich schon Richtung Ambulanz in Bewegung und Beat möchte ihm es gleichtun. Ich halte ihn am Arm fest und sage: “Beat, das ist nichts für dich, du bleibst hier”. Er schaut verständnislos, aber für Erklärungen bleibt jetzt keine Zeit.

Während der Fahrt sprechen wir nur das Nötigste: was nehmen wir mit, welche Position macht was und so weiter. Ich weiß, dass ich mich auf Henning verlassen kann. Am Bahnhof werden wir von der Feuerwehr erwartet und ich suche mit den Augen die Gleise ab. Nirgends ist etwas zu sehen und ich hoffe gerade, dass alles nur ein böser Scherz gewesen ist. Aber unser Einweiser drängt uns zur Eile, wir sollen so schnell wie möglich in den Lösch- und Rettungszug einsteigen, damit wir zum Unfallort gelangen können. Da unser Notarzt noch nicht da ist, verzögert sich unsere Abfahrt.

Als wir auf Falco zulaufen, schaut er uns aus leeren Augen an, sein Kopf liegt überstreckt auf einer Trage neben den Gleisen. Fast friedlich könnte man meinen, wenn man aus einiger Entfernung schaut. Als wir näher kommen, trügt dieses Bild. Bis zum Bauchnabel ist eigentlich alles heil, aber darunter… da sind 300 Tonnen Zug drüber gefahren. Alles ist Brei, die Bauchdecke aufgeplatzt, die ganze Trage ist mit Blut durchtränkt.

In mir möchte alles gehen und irgendwo anders sein. Doch ich funktioniere wie ein Uhrwerk. Ich übernehme das Becken, das ich wie eine Ziehharmonika zusammen drücken kann. Mit einfachen Hilfsmitteln, mit einem Laken und meinen Händen, versuche ich es zusammenzuhalten. Mir läuft das Blut in die Handschuhe, ich sehe auf Oberschenkelknochen, die auf beiden Seiten aus der Haut ragen. Die Unterschenkel hängen noch an kleinen Hautfetzen am restlichem Körper. Mehrmals muss ich meinen Kopf wegdrehen, um nicht zu kotzen.

Dann hört Falcos Herz auf einmal auf zu schlagen. Doch wir gewinnen den Kampf für diesen Augenblick. Als wir ihn in den Rettungszug einladen, fließt das Blut in kleinen Rinnsalen von der Trage. Kaum sind wir drinnen, hört sein Herz wieder auf zu schlagen. Wir haben jetzt schon die 5. Infusion angehängt. Doch auch nun schaffen wir es, sein Herz wieder zum schlagen zu bringen.

Draußen wartet schon der Heli der REGA, der unseren Patienten eigentlich fliegen sollte. Aber dafür ist Falco zu instabil. Wir laden ihn in unsere Ambulanz und die Besatzung des Helis steigt mit ein, denn wir brauchen jede Hand. Der Doc vom Heli steckt seine Hand in Falcos Bauchraum und schafft es, die spritzende Arterie einigermaßen zum Stillstand zu bringen. Henning versorgt die Oberschenkel, indem er mit großen Blutdruckmanschetten auch dort die Blutungen zum Stillstand bringt. Vom nächsten Spital bekommen wir Blutkonserven durch die Polizei gebracht. Nach 35 Minuten Fahrt erreichen wir das Unispital. Der Schockraum steht schon bereit, wir rollen hinein und keine 10 Minuten liegt er schon im OP.

Erst jetzt bleibt uns Zeit zum Luftholen. Wir sind von oben bis unten mit Blut, Staub und Schweiß verdreckt. „Wird er es schaffen!?“, fragt Henning. Unser Notarzt und auch ich schütteln unseren Kopf. Es ist schon ein Wunder, dass er lebend das Spital erreicht hat. Wir bleiben lange draußen sitzen und reden uns das Erlebte von der Seele, denn keiner von uns hatte bisher so einen schweren Einsatz. Irgendwann kommt eine Schwester vorbei und erzählt uns, dass es Falco nicht geschafft hat.

Die nächsten 3 Tage schlafe ich schlecht.

Interessante Reportage Teil 47…

27. Januar 2014

Das Team vom Schweizer TV Sender 3+ begleitet die Kollegen von der Air Glaciers.

Air Glaciers

Und dann gibts noch zwei neue Blogs.

Narkosearzt

Hegestufe 2

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