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Auflösung des Gewinnspiels…

23. Februar 2010

Seit dem 1. Februar durfte die werte Leserschaft sich über das Einsatzbilderrätsel den Kopf zerbrechen. Viele haben ihren Gedanken freien Lauf in den Kommentaren gelassen. Leider kam niemand auf die richtige Lösung.

Und nun zum Einsatz, wie er damals wirklich verlaufen ist.

An einem schönen winterlichen Tag wurden wir mittags über den Melder zu einem chirurgischen Einsatz alarmiert. Wir sollten uns das erst mal alleine anschauen, weil nicht wirklich klar war, was dort passiert ist. Ein Einweiser würde uns dort erwarten. Nach ca. 8 Minuten erreichten wir den Einweiser, und die erste Überraschung ereilte uns darin, dass unser Patient abseits der Straße auf uns wartete und er nur über einen verschneiten Feldweg zu erreichen war. Wir beteten, dass wir nicht gleich im Schnee versinken würden, was uns ca. 400 Meter half. Danach ging nichts mehr vor und zurück. Wir wussten immer noch nicht, was uns erwarten würde, deshalb nahmen wir alles mit, was wir tragen konnten. In einiger Entfernung konnten wir einen Holzstapel, einen Traktor und einen am Boden liegenden Menschen sehen. So schnell wir konnten, liefen wir dorthin.

Die Ehefrau lief ziemlich verzweifelt in der Gegend herum, unser Patient war dagegen die Ruhe selbst. Am Traktor war eine Holzspaltmaschine angebracht, so ähnlich wie die, die auf dem Bild zu sehen war. Diese zylinderförmige Holzspaltmaschine hatte sich durch Unachtsamkeit des Betreibers durch den Fuß unseres Patienten gebohrt. Die Maschine hatte den Fuß so durchbohrt, dass dieser so an dem Gerät hing. Zum Glück blutete die Wunde nicht sonderlich und auch die Schmerzen des Mannes hielten sich durch den erlittenen Schock in Grenzen. Wir teilten uns auf, der Kollege kümmerte sich um das Organisatorische, sprich Notarzt, Rettungshubschrauber und Feuerwehr nachzufordern und ich um das Medizinische. Unser Patient bekam einen großen venösen Zugang und das komplette Monitoring (Sauerstoff, EKG, Puls.- und Sauerstoffmessung). Mit unseren spärlichen Mitteln versuchten wir das Bein, was in einer Höhe von ca. 70 Zentimeter hing, zu unterpolstern, damit der Druck auf die Wunde nicht noch größer wurde. Die Feuerwehr war recht zügig da, wir besprachen das weitere Vorgehen. Bis unser Notarzt kam, wurde alles so belassen wie es war. Dann traf unser Doc ein, legte einen venösen Zugang und es gab ein bisschen Schmerzmittel.

Wenig später traf der angeforderte Rettungshubschrauber ein, so kann der Patient nach der Rettung gleich in ein geeignetes Krankenhaus geflogen werden konnte. Zum Glück konnte der Fuß ohne technische Hilfsmittel vom dem Gerät gelöst werden. Das Loch was die Maschine im Fuß hinterlassen hat, war so groß, dass man ohne Probleme die Getränkedose hätte hindurch schieben können! Wir alle waren der Meinung, dass der Fuß nicht mehr zu retten sei. Er wurde dann auf die RTH Trage umgelagert und von uns zum Hubschrauber getragen.

Nach mehreren Monaten bekamen wir durch Zufall die Rückmeldung, dass der Fuß erhalten werden konnte.

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10 Kommentare leave one →
  1. 23. Februar 2010 15:33

    *Aua* da wäre ich nicht drauf gekommen

  2. schrecklichschoenesleben permalink
    23. Februar 2010 17:50

    *ürgs*

  3. 23. Februar 2010 21:28

    aua, aua, aua….
    Aber schön, dass der Fuß erhalten werden konnte und schade, dass ihr sowas nur mittels Zufall erfahren könnt…
    Der Patient kennt ja leider dein Blog nicht 😉 eigentlich hatte ja nur er hier reale Gewinn- Chancen, oder? 🙂

    • 24. Februar 2010 12:04

      Von den meisten Patienten hören wir nach der Einlieferung ins Krankenhaus nichts mehr. Auch wenn wir nachfragen, kommt es oft vor, das wir keine Auskunft erhalten, wegen Datenschutzbestimmungen.

      Ich fands jetzt nicht so schwer 😉

      • Special Agent Gibbs permalink
        25. Februar 2010 11:05

        Genau dieses Problem, also das man von bestimmten Patienten nichts mehr hört, finde ich am Rettungs- und Sanitätsdienst schade. Ich meine, leichtere Fälle vergisst man ja sehr schnell, und auch das x-te gebrochene Bein, aber bei bestimmten Patienten und deren Schicksal fiebert man doch ein bisschen mit, gerade wenn man alles in seiner Macht stehende getan hat, um den Patienten zu retten.

        (Das ist meine Meinung als jemand, der „nur“ ehrenamtlich aktiv ist, also überwiegend Sanitätsdienst und RTW-Schichten „nur“ als Praktikant mitmacht. Wie es die RD’ler sehen, kann ich also nicht sagen.)

      • 25. Februar 2010 20:49

        @SAG

        Ich als RD`ler würde schon sehr gerne bei nicht gerade alltäglichen Einsätzen wissen, was aus meinen Patienten geworden ist. Auch Einsätze, wo man wie du schon geschrieben hast, bis zum Umfallen für den betroffenen gekämpft hat. Leider verhindert dies meistens der Datenschutz.

      • Special Agent Gibbs permalink
        26. Februar 2010 00:55

        @ AlltagimRettungsdienst: Datenschutz ist ja gut und schön, aber in diesen Fällen verstehe ich die Argumentation für einen Datenschutz nicht so ganz. Man bringt einen Patienten, von dem man in 99 Prozent der Fälle seinen Namen (und vermutlich auch seine Anschrift etc.) hat. Wovor muss er bzw. müssen seine Daten denn dann noch geschützt werden?

      • 26. Februar 2010 09:11

        @SAG

        Wenn der Patient in das Krankenhaus unserer Stadt gebracht wird, dann bekommen wir dort auch Auskunft über den Patient, weil wir die Ärzte und Schwestern dort kennen. In anderen Krankenhäusern müssen wir anrufen, dort kennt man uns nicht, deswegen könnte ja jeder dort anrufen. Deshalb bekommt man dort keine Auskunft.

      • Special Agent Gibbs permalink
        26. Februar 2010 19:42

        @ AlltagimRettungsdienst: Ok, diese Argumentation kann ich verstehen! Das heißt aber folglich, wenn ihr euch persönlich erkundigt und bzw. telefonisch in dem Krankenhaus eurer Stadt, dann gibt es Auskunft? Das finde ich gut 🙂 !

      • 26. Februar 2010 21:11

        @SAG

        Ja so schaut es aus, meistens ist es besser, wenn man persöhnlich nachfragt, denn nicht alle Schwestern und Ärzte kennt man auch.

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