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ITLS…

5. März 2010

Vor einiger Zeit habe ich mich entschlossen eine Weiterbildung zu machen. Es standen einige Lehrgänge offen wie Lehrrettungsassistent, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst und den ITLS Kurs. Da ein Kollege von mir den ITLS Kurs schon gemacht hatte und sehr begeistert davon war, fiel die Wahl auf den International Trauma Life Support Kurs. Mit einem guten Kumpel zusammen habe ich mich dann auch angemeldet.

Vier Wochen bevor der Kurs begann, bekamen wir das Kursbuch zugeschickt. Vom Kollegen wusste ich schon, wer das Buch nicht wirklich durchliest und lernt, wird keine Chance haben den Kurs zu bestehen. Also habe ich mich jeden Tag ein bisschen durch das Buch gelesen und schon auf den ersten Seiten merkte man, auf was am meisten Wert gelegt wird. Das Wichtigste ist, erst einmal sein eigenes Handeln bei Traumapatienten zu hinterfragen. Bis zu dem Tag dachten viele, es sei wichtig, den Patienten möglichst vollversorgt in die Klinik zu fahren. Draußen wurde einfach zu viel Zeit verplempert. Es kam dazu, dass man 1 ½ Stunden an der Einsatzstelle war und dann erst in die Klinik fuhr. Man klebte ein EKG, maß Blutdruck, legte venöse Zugänge, schiente Extremitätenfrakturen und schallte den Bauch. Diese Maßnahmen kosten alle Zeit und sind schädlich für das Outcome des Patienten.

Die Zeit ging sehr schnell vorüber und der Kurs stand an. Schon bei der Begrüßung merkte man, das alles sehr straff organisiert war. Jede Unterrichtseinheit dauerte genau 45 Minuten und keine Minute länger, gleiches galt für die Pausen. Der Stoff wurde noch einmal kurz umrissen, und wer nicht im Buch gelesen hatte, der kam nicht wirklich mit. Schnell und gezielt arbeiten ist das Credo dieses Kurses. Nach dem Mittagessen ging es schon ans praktische Üben und nach einiger Zeit saßen die Maßnahmen, obwohl die Teammitglieder aus unterschiedlichen Rettungsdiensten kamen. Wir kamen ganz schön ins Schwitzen, sodass der Nachmittag wie im Flug verging. Abends saßen wir dann noch in einer gemütlichen Runde zusammen und tranken ein Bierchen. Am nächsten Morgen ging es schon früh weiter, wir übten und übten und zwischendurch gab es kleine Workshops, die sich mit den Materialien beschäftigten, die wir draußen einsetzen. Nach dem Mittagessen ging es los mit der schriftlichen Prüfung, die mit mindestens 74 % bestanden werden muss. Im Anschluss kam noch die praktische Prüfung. Um 16 Uhr waren wir fertig und ich konnte meine Urkunde in Empfang nehmen.

Die 400 Euro, die ich bezahlt habe, haben sich wirklich gelohnt. Ich kann es jedem nur empfehlen, diesen Kurs zu besuchen.

Weitere Infos unter www.itrauma.de

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4 Kommentare leave one →
  1. Special Agent Gibbs permalink
    5. März 2010 10:52

    Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Kurs 🙂 !

    Die Sache an sich hört sich sehr interessant an. Was mich dabei am meisten wundert, ist der „Rückgang“ von „Vollversorgung an der Einsatzstelle“ hin zu „Load and Go“ bei Traumapatienten. Die Diskussionen zu diesen Thema kann ich mir gut vorstellen..

  2. 5. März 2010 21:42

    Urkunde = bestanden? Herzlichen Glückwunsch! 😀

  3. 7. Mai 2010 14:49

    Ich kann den Traumamanagement Kurs vom DRK empfehlen, wird aber weitestgehend das selbe sein, vermute ich.

    • 7. Mai 2010 15:43

      @Hurrz

      Ich verstehe einfach nicht, wieso das DRK einen Traumakurs anbietet, obwohl es schon 2 internationale Kurssysteme gibt, die schon seit Jahren etabliert und auch anerkannt sind. Muss das Rad denn noch mal neu erfunden werden? Oder möchte das DRK mal wieder ein bisschen was vom Kuchen abhaben?

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