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Ausschreibungen…

2. April 2010

Ausschreibung im Rettungsdienst…

In der Wirtschaft gehören Ausschreibungen für bestimmte Leistungen schon seit Jahren zur täglichen Praxis. Auch der Rettungsdienst wird von dieser Welle seit mehreren Jahren erfasst. War es bisher Usus, dass sich die großen Hilfsorganisationen und einige Private den Kuchen teilten, so wird sich wohl auch bald ein spanischer Anbieter an einer Ausschreibung beteiligen.

Unter den Kollegen herrscht deswegen schon seit Jahren die Angst, dass eine andere Organisation ihren Rettungsdienst übernehmen könnte. Unbegründet ist diese Angst nicht, wie Beispiele aus  NRW oder auch Niedersachsen zeigen. Dort verloren die bisherigen Platzhirsche reihenweise ihre Wachen an Mitbewerber. Kollegen mussten entlassen werden, manche konnten beim zukünftigen Arbeitgeber unterkommen oder sie wurden arbeitslos. Dabei unterbieten sich die jeweiligen Arbeitgeber deutlich. Und wo kann man im Rettungsdienst am meisten sparen!? Der einzige und teuerste Posten ist das Personal. Das Gehalt eines jungen Rettungsdienstlers schwankt im Moment zwischen 900 und ca. 1300 Euro netto im Monat. Das Ende dieses Preisdumpings ist meines Erachtens noch nicht erreicht. Mancher Landkreis schreibt den Rettungsdienst alle 3 Jahre aus, manche auch erst alle 8 Jahre. Das heißt, jedes Mal Angst um seinen Job zu haben und nicht langfristig planen zu können. Auch dreht sich bei vielen Hilfsorganisationen das Personalkarussel schneller als manche ihre Unterhosen wechseln.

Im Moment klärt die EU, ob Deutschland, wie andere Länder auch, ihren Rettungsdienst auch europaweit ausschreiben muss. Dass dies passieren wird, da bin ich mir mit anderen ziemlich sicher. Der weltgrößte Anbieter für Rettungsdienst / Feuerwehr Falk aus Dänemark streckt schon seit Jahren seine Fühler nach Deutschland aus. Dieser möchte einen Marktanteil von 10 % in Deutschland erreichen. Viele Gerüchte kursieren in der Rettungsdienstlandschaft über diese Firma. Von weiterem Preisdumping ist die Rede, auch ob dieses Unternehmen nur an Gewinnmaximierung interessiert ist, weil es langfristig an die Börse möchte. Wir werden sehen, wenn es soweit ist.

Ausschreibungen haben auch etwas Gutes, wie man gerade im österreichischem Bundesland Tirol sieht. Dort hat die Landesregierung europaweit ihren Rettungsdienst ausgeschrieben. Ein Aufschrei ging durch die Republik. Das ÖRK, bisher größter Anbieter im Bundesland Tirol, hat die Ausschreibung verloren. Gewonnen hat die Firma Falk und ein privater Rettungsdienst aus Bayern. Und wieso schreit ein ganzes Bundesland auf!? Das ÖRK setzt größtenteils Ehrenamtliche im Rettungsdienst ein, ein, wie ich finde, unhaltbarer Zustand. Diese Herren und Damen „retten“ für ein paar Schilling Menschenleben. Und diese Ehrenamtlichen wollen natürlich weiter mit Blaulicht durch die Gegend fahren. Nicht Menschenleben retten ist ihr Ziel, sondern die große Achtung der anderen, weil sie mit Blaulicht durch ihre Heimatdorf fahren. Wenn wir hochqualifizierte Retter haben möchten, muss man sich von den Ehrenamtlichen trennen. Auch die Ausstattung der Rettungswagen lässt in Tirol zu wünschen übrig. Wenn das Land Tirol eine gute Ausschreibung macht und auf Qualität setzt, dann könnte sich einiges dort zum Guten ändern.

Mein Fazit: Mir ist es egal, welches Wappen auf meinem Rettungswagen steht. Hauptsache meine Kollegen und ich bekommen ein gutes Gehalt und die Qualität leidet nicht unter einer Ausschreibung.

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20 Kommentare leave one →
  1. 2. April 2010 09:35

    du möchtest also die ehrenamtlichen komplett abschaffen? klingt so für mich mit „Nicht Menschenleben retten ist ihr Ziel, sondern die große Achtung der anderen, weil sie mit Blaulicht durch ihre Heimatdorf fahren. Wenn wir hochqualifizierte Retter haben möchten, muss man sich von den Ehrenamtlichen trennen. “

    Oder willste die ehrenamtlichen nur für die unangenehmen Aufgaben einsetzen? Tee Kochen, Betreuungsdienst, Kleiderspenden einsammeln? Sicher fehlt es einem ehrenamtlichen gegenüber einem Hauptamtlichen an Erfahrung. Über den Punkt brauchen wir gar nicht zu streiten. Aber woher willst du den ehrenamtlichen ihre Motivation nehmen, wenn sie nichtmal wenigstens darauf hoffen dürfen jemanden zu verpflastern?

    Schieb die ehrenamtlichen in ihre OV’s … lass sie ein bissel ihre Stiefel putzen und mit Betreuungsrucksäcken durch die gegen marschieren ( Wir haben so geile Rosane 😀 ) … das dauert kein halbes Jahr und deine ehrenamtlichen haben alle andere Hobbys.

    • 2. April 2010 10:08

      Ich habe nicht gesagt, das ich Ehrenamtliche abschaffen möchte, ich möchte sie bloss aus dem Rettungsdienst als Verantwortlichen haben. Sie können gerne als Praktikanten mitfahren. Was heisst hier unangenehme Jobs!? Wer so agumentiert, das Tee kochen etc. nur Dinge der 2 Wahl sind, den brauche ich auf dem RTW schon mal garnicht. Es kann doch nicht sein, das wir Ehrenamtliche die Motivation damit geben, das sie Blaulicht fahren dürfen!?

      • 2. April 2010 10:18

        Tee kochen gehört für mich zum ehrenamt genauso dazu wie Kleidersammlung und Dienstabende. Aber wenn ich die wahl hätte zwischen Tee Kochen und Dienst schieben auf nem Schützenfest oder Judoturnier .. hey.. Dann würde ich mich definitiv für das spektakuläre entscheiden. Weil nur so kann ick zu Erfahrung kommen. Bei uns wurde das aber so gehandhabt, das die interessanten Dienste nur an die vergeben wurden, die sich auch beim unbeliebten Kram einsetzten. Und ich musste nichtmal Blaulicht fahren. Mir hat das einfach Dienst schieben schon gereicht für meine Motivation.

      • 2. April 2010 15:32

        @Ickdette

        So wie du sehen das viele Ehrenamtliche, ich brauch kein Blaulicht fahren um motiviert zu sein. Aber leider gibts im Ehrenamt und gerade bei SEGén und Feuerwehr die so naßgeschwitzt sind und nur scharf darauf sind, sich zu profilieren und Blaulicht zu fahren. Und wenn der Ehrenamtliche gerne mehr Erfahrung sammeln möchte, dann gerne als Praktikant auf meinem RTW.

  2. der kritische permalink
    2. April 2010 10:41

    Ich kann Rettungsdienstler nicht verstehen die sich über geringe Gehälter und zu wenig Arbeitsplatzsicherheit beschweren.
    Ich denke, dass der Grundsatz „Hohe Qualifikation = hohes Gehalt, Arbeitsplatzsicherheit“ allgemein anerkannt sein dürfte.
    Nun muss man sich aber die frage stellen, welche Vorraussetzungen man mitbringen muss um RA oder RS zu werden.
    Machen wir uns nichts vor. 3-monatige RS-Ausbilung (machen bei uns die Zivis) und dann ein anständiges Gehalt verlangen. Unangebracht.
    Nicht anders als RA. Was benötigt man? Hauptschullabschluss, eintragsfreies Führungszeugnis und das nötige Kleingeld. Fertig ist der RA.
    Ich möchte damit nicht sagen, dass der gemeine Rettungsdienstler unzureichend für seine Aufgaben geschult wird. Vielmehr ist es doch so, dass die Anforderungen an angehende RA/RS so erschreckend niedrig sind, dass man kaum vom „hochqualifizierten Rettungsdienstpersonal“ sprechen kann.
    Der oben genannte Grundsatz wird einfach nicht erfüllt.
    Und wer für eine Tätigkeit die man in drei Monaten/ zwei Jahren „mal eben so“ erlernen kann ein anständiges Gehalt (Was versteht der Einzelne als anstädig?) fordert hat den Schuss, meines Erachtens nach, nicht gehört.

    PS: Ich arbeite seit meiner Zivi-Zeit als RS auf 400€-Basis um mir während meines Studiums was dazuzuverdienen.

    • 2. April 2010 15:50

      @der kritische

      Erst mal Willkommen auf meinem Blog 🙂

      Du hast in einigen Dingen Recht, was die Ausbildung in unserem Beruf angeht. Sie ist seit Jahren nicht mehr zeitgemäß und hinkt was die Qualität angeht, anderen Ländern sehr hinterher. Ich hoffe, dass sich durch das neue Berufsbild einiges ändern wird, was die Zugangsvoraussetzung, die länge der Ausbildung und die Qualität angeht. Was du leider aber übersiehst in dem Punkt, wir leisten zum großen Teil doch gute Arbeit, trotz der kurzen Ausbildungszeit. Und viele Kollegen müssen sich heutzutage schon rezertifizieren lassen, um überhaupt weiter als Verantwortlicher auf dem RTW zu fahren. Auch der Stress/Verantwortung und die Schichtarbeit sind Dinge, die man bei diesem Thema nicht unter den Tisch fallen lassen darf.

      Als anständig erachte ich ein Grundgehalt von 1500 Euro plus Zulagen. Bevor ich diesen Beruf mir ausgesucht habe, wusste ich, dass ich nicht reich werden würde. Das ist auch nicht mein Ziel.

    • Mr. Gaunt permalink
      4. April 2010 23:44

      „Fertig ist der RA“ kann man meines Erachtens so nicht einfach stehenlassen. Immerhin gehört eine dreijährige Ausbildung dazu, die nicht ganz einfach ist. Zudem ist die psychische Belastung in dem Beruf höher als z.B. im Einzelhandel.
      In der chemischen/pharmazeutischen Industrie kommen angelernte Kräfte ohne Ausbildung tarifvertraglich ohne Probleme auf 2.000 € plus (brutto). Da denke ich, hat ein RA mindestens genau soviel verdient, wenn er alleine am Patienten steht und wichtige Entscheidungen treffen muss.

  3. 2. April 2010 12:00

    Der Punkt ist doch: es gibt hunderttausende von Möglichkeiten, als Ehrenamtliche zu arbeiten. Vor allem: hunderttausende von Wegen, die verdammt wichtig sind, aber nicht unbedingt den Gehalt – oder das Leben – anderer manipulieren. Das wird ja auch in jeder Stadt angeboten. Und geht über Kaffee kochen weit hinaus 😉

  4. 3. April 2010 07:36

    War mir gar nicht klar, dass das so läuft. Ist ja schrecklich!

    • 3. April 2010 20:37

      Es ist nicht alles schlecht, so wie beu euch Ärzten auch nicht. Aber wie du siehst, wissen viele leider nicht, was bei uns wirklich los ist…

  5. 4. April 2010 23:02

    „Bevor ich diesen Beruf mir ausgesucht habe, wusste ich, dass ich nicht reich werden würde. Das ist auch nicht mein Ziel.“

    Trotzdem: Für so viel Verantwortung, Aufopferung, Schichtdienst, Stress usw. usf. darf man ruhig mal sagen – finde ich – dass die Gehälter schon unter aller Sau sind.

    • 4. April 2010 23:22

      Ja..aber viele Menschen verstehen das nicht..die sagen..ihr fahrt ja nicht soviel..und stressig sind die meisten Einsätze auch nicht. Man darf nicht vergessen, wieviele Kollegen unter Burn Out etc. leiden und woher kommt es!?

  6. Mr. Gaunt permalink
    4. April 2010 23:54

    Was mich absolut stutzig macht:
    Da verliert das ÖRK, obwohl es Billigkräfte (Ehrenamtliche) einsetzt und groß genug ist, Synergien zu nutzen und Kosten zu senken (Materialeinkauf bis hin zu RTWs). Irgendwas läuft da doch falsch, oder tragen die die Nase so hoch, dass sie sich auf den Zuschlag verlassen hatten?
    Verloren haben die schließlich nicht gegen einen chinesischen Billiganbieter (o.k. ich weiss, der dürfte ohnehin nicht mitspielen), sondern gegen einen deutschen und dänischen Anbieter, also auch aus eher hochpreisigen Regionen. Wenn man von Einsatz von viel Ehrenamtlichen beim ÖRK ausgeht, dann kann die Gehaltsfrage nicht der ausschlaggebende Faktor sein, selbst wenn die Dänen und Bayern schlecht zahlen sollten.
    Da machen die Privaten doch irgendetwas organisatorisch besser in anderen Feldern, oder sehe ich das zu naiv? Heruntergeschraubte Ausrüstung kann es ja nicht sein, die ist doch genormt, oder?

    • 5. April 2010 07:09

      Hallo Mr. Gaunt,

      willkommen auf meinem Blog. Wieso die Bietergemeinschaft aus ÖRK, ASB und anderen soviel verlangt, entzieht sich auch meiner Kenntniss. Bemerkenswert ist aber folgendes. Vor kurzem hat diese Bietergemeinschaft ein neues Angebot auf den Tisch gelegt, was um ca. 60 % billiger ist. Jetzt verlangen sie nur noch 29,9 Millionen Euro anstatt 90 Millionen Euro. http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Tirol/479061-2/rotes-kreuz-legt-nachgebessertes–angebot-vor.csp Außerdem wollen sie die Ausschreibungskriterien ändern, was hier nachzulesen ist http://tirol.orf.at/stories/431298/.

      Das mit der dreijährigen Ausbildung ist ein Model, was einige Schulen bzw. Hilfsorganisationen anbieten. Es ist aber bis jetzt nicht die Regelausbildung. Das hier teilweise ein krasses Missverhältniss besteht weiss ich leider selbst zu gut. Ich hoffe sehr, dass dies durch das neue RA Gesetz geändert wird.

  7. 5. April 2010 07:44

    Vor Jahren bin ich in Tirol als ehrenamtlicher Sani gefahren und kann das so nur teilweise stehen lassen.

    1. in Österreich dürfen die Sanis deutlich weniger als in Deutschland (auch die Hauptamtlichen) – da ist nichts mit Zugang legen oder ähnlichen – die sind grad mal besser ausgerüstete Ersthelfer, bei allem Schlimmeren wird der NAW nachgefordert – da gelten deutlich strengere Ausbildungsrichtlinien – sowohl für Hauptamtliche als auch Ehrenamtliche (daher kann man das mit der Lage in D auch nicht vergleichen)

    2. die Ausbildung für die Ehrenamtliche wurde unterschiedlich geregelt – je nach Dienststelle – in Innsbruck dauerte sie damals ein Jahr – und wir hatten deutlich mehr Wissen als so manch Hauptamtlicher – trotzdem sollte da dringen die Ausbildung einheitlich geregelt werden – in Innsbruck gab es eine interne Prüfung (die heftig war) und eine vom Landesverband, die alle in Tirol ablegen mussten (die eher ein Klacks war, aber da zeigte sich auch der unterschiedliche Ausbildungsweg – für manche war das nämlich tatsächlich schwierig – und diese Sanis hätte ich nicht gewollt als Patient!)

    3. Klar hat ein Ehrenamtlicher weniger Erfahrung, aber deutlich mehr Interesse an der Arbeit, an Fortbildungen, Übungseinheiten usw.

    Das Hauptamtliche besser waren als die Ehrenamtlichen – ehrlichgesagt waren die meist viel zu abgestumpft und gelangweilt – dann sicher bei einem Unfall wieder „voll da“ – dafür bei Herzinfarkt, Schlaganfall und Co eher bereit auf den NAW zu verzichten und selbst zu fahren.

    Ich bin auch mit Hauptamtlichen gefahren und da geht „praktisch und einfacher sein“ vor – nicht das auf Nr. sicher gehen.

    Die, die den Job noch ernst nahmen sind etwa genau so selten zu finden gewesen wie die, die bei den Ehrenamtlichen nur Mist bauen und „blaulichtgeil“ waren (in der Regel waren das dann die Hauptamtlichen die auch auf dem Notarztwagen eingesetzt wurden – da ist ja noch mal eine extra Ausbildung bei).

    Ich befürworde das Einsetzen von Ehrenamtlichen – aber unter bestimmten Bedingungen:
    – gute, geprüfte Ausbildung (mind 1 Jahr)
    – regelmäßige Fortbildungen (mind. jährlich)
    – regelmäßige Dienste
    – regelmäßige Übungsveranstaltungen (eine Reanimation kommt nun mal nicht so oft vor)

    Es mag sein dass sich da in Innsbruck mittlerweile viel geändert hat (ist schon 15 Jahre her als ich dort eingesetzt war) – und die Rettungsdienst sollte auch verbessert werden (weil es wirklich unhaltbar ist einen schlecht ausgebildeten Sani zu haben und das kam durchaus in anderen Leitstellen häufiger vor), aber so generell Ehrenamtliche als unfähing hinzustellen – nun ja – das sehe ich anders.

    Sorry – etwas lang geworden 😉

    • 5. April 2010 08:33

      Hey 🙂

      Das Ehrenamtliche teilweise mit mehr Motivation an ihr Hobby gehen, mag ich auch nicht bezweifeln. Jeder der Hauptberuflich arbeitet, egal ob Rettungsdienst, Lokführer, Kassiererin oder Bankangestellter wird irgendwann abgestumpft. Dass dies nicht immer sinnvoll ist, erlebe ich auch auf meiner Arbeit. Würde der Ehrenamtliche dies aber auch als Hauptjob machen, würde dies auch irgendwann kommen.

      Das große Problem ist aber, egal ob Österreich oder Deutschland, dass es keinen anderen Beruf gibt, der so mit Ehrenamtlichen durchsetzt ist wie der Rettungsdienst. Es würde Aufstände geben, wenn plötzlich Ehrenamtliche als Flugkapitän arbeiten würden.

      Eine 1 Jährige Ausbildung ist für die Füße, schau dir die Niederländer, Dänen oder Finnen an. Die müssen teilweise zu 5 Jahre Ausbildung machen, um im ihren Land als Verantwortlicher fahren zu dürfen. Das ist eine hochwertige und qualitative gute Ausbildung. Das was wir hier in Deutschland haben, ist auch nicht das goldene vom Ei.

      Wenn ich mir überlege, das ich mir wegen jedem „Zugang“ legen, einen NAW kommen lassen muss, dann stimmt daran was nicht, und das gibts hier in Deutschland leider auch noch. Fortbildung sind wichtig und gehören auch überprüft, mit einer Prüfung etc. Wichtig ist auch, das jeder in der Rettung auch internationale Ausbildungen wie ITLS/PHTLS und ERC macht, sodass wir eine noch bessere Patientenversorung bekommen.

      Regelmäßige Dienste sind wichtig, wie soll ein Ehrenamtlicher dies erreichen!? Da ist es nicht getan, 4 mal im Monat zu fahren.

      Ehrenamtliche sind nicht unfähig, aber sie besitzen nicht die Erfahrung und nötige Routine, um einen guten Rettungsdienst zu stellen.

      Is auch ein bisschen länger geworden 😉

      • 5. April 2010 09:46

        Naja – der „normale“ Sani darf ja gar keinen Zugang legen (seit 2002 glaub ich kann der Notfallsani sich das als Zusatzqualifikation erwerben – bin da aber nicht ganz sicher – war ja nach meiner Zeit). Die Ausbildung ist für die Hauptamtlichen in Ö nicht besser oder größer – das kann man mit D wirklich nicht vergleichen – siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungssanit%C3%A4ter#Rettungssanit.C3.A4ter_in_.C3.96sterreich

        Erfahrung hat er natürlich weniger – da stimm ich zu.

        Eine internationale Ausbildung und Prüfung ist schwer umsetzbar (da werden sie sich ja schon bei den Erste-Hilfe-Kursen nicht einig) – fände ich da aber auch gut 🙂

  8. o2junkie permalink
    6. April 2010 12:36

    Entschuldigung aber mir wird bei

    „Diese Herren und Damen „retten“ für ein paar Schilling Menschenleben. Und diese Ehrenamtlichen wollen natürlich weiter mit Blaulicht durch die Gegend fahren. Nicht Menschenleben retten ist ihr Ziel, sondern die große Achtung der anderen, weil sie mit Blaulicht durch ihre Heimatdorf fahren. “

    einfach nur schlecht. Hast du Kontakt zu Österreichern? Kennst du da alle Ehrenamtlichen oder nur auch nur einen geringen Anteil persönlich?
    Es mag ja sein, dass du extrem gefrustet bist, weil du meinst, das Ehrenamtliche dir den Job wegnehmen. Deshalb aber die Arbeit, die Ehrenamtliche leisten, und deren Motivation einfach so zu verallgemeinern und nieder zu machen finde ich, ehrlich gesagt, einfach nur zum kotzen.
    Genauso finde ich die Kommentare (teilweise auch in anderen Artikeln) von dir daneben, nach denen du Ehrenamtliche scheinbar vor allem in der SEG als Tragehelfer und Kaffee-Kocher für die Rettungsdienst-Erfahrenen siehst, die im Kat-Fall angerauscht kommen. Die, die bei uns in der Org eine ähnliche Einstellung wie du haben, würden im Kat-Fall nicht mal das Material im SEG-RW finden, mit denen sie dann superqualifiziert retten könnten.

    Es gibt sicher bei jeglichen BOS-Einheiten blaulichtgeile Ehrenamtliche, keine Frage. Zumindest bei uns fallen diese schnell auf und werden aussortiert bzw ausgebremst. Wenn bei euch minder qualifizierte Ehrenamtliche auf dem RTW landen, ist das ein Problem eurer Org und/oder dem zuständigen Rettungsdienstleiter, der scheinbar nicht genau genug hin guckt. Bei uns gehören mehrere Jahre hoher Einsatz im Ehrenamt dazu, die RS-Ausbildung genehmigt zu bekommen um so die Chance zu haben, als 2. mitzufahren. In der Zeit gibt jeder, für den nur das Blaulicht-Fahren zählt, irgendwann zwischen dem 20. und dem 30. Sandienst im Jahr auf.

    Bei uns trägt das doofe Ehrenamt auch dazu bei, die RTW-Wachen zu erhalten. Nicht durch mitfahren sondern durch Stellung der SEG, mit der man sich einzig und alleine noch gegenüber den Privaten abheben kann. Genau DAS ist die Argumentation, mit der letztens der Zuschlag bei uns erneut an die „bekannten Orgs“ vergeben wurde statt einen Privaten zu nehmen. Und das gleich für 8 Jahre.

    Sorry für die extremen Worte, aber mir platzt da echt langsam der Kragen. Wie gesagt: Wenn bei euch so einfach Ehrenamtliche im RTW landen, ist das ein Org-Problem. Wenn die Org finanziell nicht mehr ohne Ehrenamtliche den RD betreiben kann, bedank dich bei der Politik bzw bei dem Haushalter der Org. Die Ehrenamtlichen können nix dafür. Sie hier als allgemein unqualifizierte, bestenfalls als Tragehilfe und Kaffeekocher zu gebrauchende Blaulicht-Fanatiker hinzustellen, ist für mich vollkommen daneben.

    Denn auch du bist auf diese Ehrenamtlichen angewiesen wenn deine Hütte brennt, du im Schwimmbad am absaufen bist oder von einem RTW gerettet wirst, der doch mit einem Ehrenamtlichen besetzt ist, weil sich im Hauptamt halt keiner für das Kirmes-Wochenende gefunden hat.

    • 6. April 2010 16:38

      Hallo

      Ich kenne einige Österreicher durch das Internet, deswgen kann ich mir schon eine Meinung bilden. Ich bin selbst im Ehrenamt tätig, kenne die Struckturen und habe vielerlei Kontakte.
      Ich bin nicht gefrustet, weil mir ein Ehrenamtlicher den Job wegnimmt, ich arbeite bei einem Arbeitgeber, wo es keine Ehrenamtliche im Rettungsdienst gibt. Als ich diesen Artikel geschrieben habe, war ich mir darüber bewusst, welches Pulverfass ich da ansteche. Es gibt bestimmt einige gute Ehrenamtliche egal ob in Österreich oder in Deutschland, die Ehrenamtlich Rettung fahren. Das Problem ist, jeder möchte einen hochqualfizierten Rettungsdienst haben, aber wenn wir den wirklich wollen, können wir dies nicht mit Ehrenamtlichen erreichen. Und sein wir mal ehrlich, wer nur 4 mal im Monat auf dem Bock sitzt, hat die Routine und Erfahrung einfach nicht. Ist in jedem anderen Beruf das gleiche.

      Es kommt mir gerade so vor, als wären Pflaster kleben und Tee kochen niedrige Arbeiten als auf dem RTW zu sitzen. Sie sind es beileibe nicht, denn diese Aufgaben sind wichtig. Und wieso sollte ein Ehrenamtlicher RA das nicht nur machen, und 4 mal im Monat als Praktikant auf dem RTW mitfahren!? Da kann er auch seinem Hobby nachgehen. Es gibt soviele Ehrenamtliche, die einfach auch Spaß haben, die Zelte aufzubauen, Tee zu kochen und Leichtverletzte zu betreuen, die brauchen nicht als Verantwortlicher auf dem Bock zu sitzen. Und die machen ihre Arbeit trotzdem gut.

      Natürlich ist das ein politisches bzw. Orga Problem, darüber will ich mich auch nicht streiten, und der kleine Ehrenamtliche kann auch nichts dafür. Aber dies ist für mich noch lange kein Grund die Fehler im System nicht anzuprangern. Und das ist leider nicht der einzige Fehler im Rettungsdienst. Das fängt bei der Ausbildung an, geht über unqualifiziertes Hauptamtliches Personal, bis zum Gehalt, was man heutzutage verdient. Wie du siehst, ich kehre auch vor meiner Haustür.

  9. beij permalink
    2. Dezember 2010 17:46

    Bein (fast) ehrenamtlicher Sani in Innsbruck.
    Das meiste sind eh Studenten und die wenigstens in Innsbruck kommen aus Innsbruck. Ist eher die Kostenlose Ausbildung zum Sani die lokct. Da wir hier viele Akademiker durch die Uni im Rettungsdienst habe, ist der Sani Kurs für die meisten eh bloß absitzen, weil man das meiste schon im Studium hört. Vor allem für die Mediziner ist der Kurs eher langweilig.

    Einziges Manko ist die sehr schlechte Versicherungsrechtliche Absicherung, weil wir ja Sanis sind und eigenverantwortlich handeln.

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