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Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld…

8. August 2010

Inspiriert durch den Song, der gerade als Werbejingel durch das Radio läuft, möchte ich heute das Thema „Gehalt im Rettungsdienst“ einmal näher beleuchten.

Der Rettungsdienst in Deutschland macht 1,8 % der Gesamtkosten im Gesundheitswesen aus. Wir sind also ein kleines Licht im Medizinischen Bereich, was die Kosten betrifft. Eigentlich alle Hilfsorganisationen haben sich irgendwann „im Zeichen der Menschlichkeit“ auf ihre Fahnen gepinselt. Doch schaut man im Jahr 2010 einmal genauer hin, ist von diesem Slogan eigentlich nichts mehr zu spüren. Heute reagiert das Geld jeden Bereich, welche eine Hilfsorganisation anbietet. Sei dies der ambulante Pflegedienst oder aber auch der Rettungsdienst. Und wo kann man am meisten sparen!? Am Personal! So ergeht es in Zeiten der Globalsierung vielen Branchen. Vor 10 Jahren bekamen die Kollegen noch relatives gutes Geld durch den BAT. Seit Jahren ist aber es aber üblich, den neuen Kollegen einen Haustarif aufs Auge zu drücken und mit Zeitverträgen zu arbeiten. Was verdient heut zutage ein Rettungsassistent, der für seine Ausbildung bis zu 4000 Euro bezahlt hat!? Nehmen wir Sven, er ist 21 und ledig, hat eine 48 Std. Woche und arbeitet Schicht. Wenn Sven in Westdeutschland arbeitet, darf er auf ein Gehalt zwischen 1100 und 1300 Euro netto hoffen. Falls er in Ostdeutschland arbeitet, kann es ihm auch passieren, dass er mit 900 Euro netto nach Hause geht.

In der Zeitschrift Stern gab es vor einiger Zeit eine Gehaltstabelle. Dort rangiert der Rettungsassistent ungefähr auf gleicher Höhe mit der Fleischwarenfachverkäuferin. Vergleicht man diese beiden Berufe , merkt man, dass es ein Ungleichgewicht zwischen diesen gibt. Rechnet man den Stundenlohn aus, wird es einem noch elender!! Auch eine Gehaltserhöhung, wie sie im Tarifvertrag verankert ist, ist bei einem Haustarifvertrag nicht vorgesehen, genauso wenig wie Weihnachtsgeld oder andere Leistungen. Wie soll Sven mit diesem Gehalt in Zukunft eine Familie ernähren oder sich mal einen Urlaub oder ein neues Auto leisten? Viele dieser Kollegen machen entweder enorm viele Stunden, um sich diese dann ausbezahlen zu lassen oder sie gehen nebenher arbeiten, was sie eigentlich bei einer 48 Std. Woche nicht dürften.

Natürlich möchte ich nicht verschweigen, dass einige Feuerwehren, die auch Rettungsdienst betreiben, und manche Hilfsorganisationen noch neue Kollegen nach Tarifvertrag bezahlen, was aber die absolute Ausnahme ist.

Wie geht es weiter mit dem Rettungsdienst in Deutschland!? Durch die stattfindenden Ausschreibungen findet teilweise ein Preisdumping statt, was die Mitarbeiter wie gerade in Dresden zu spüren bekommen. Ich finde es eine Unverschämtheit seitens der ausschreibenden Behörde, die dies nicht unterbindet. Es wäre ein Leichtes für die Kreise und Kommunen, in der Ausschreibung zu verlangen, dass alle Mitarbeiter nach TVöD zu bezahlen sind. Aber auch die Krankenkassen, die unser Geld bezahlen, schauen nur, wo noch gespart werden kann. Dass sich dies alles auch auf die Motivation der Mitarbeiter auswirkt, die nicht wissen, ob sie nach dem Zeitvertrag eine unbefristete Stelle bekommen und jeden Cent 2 mal umdrehen müssen, das sieht leider von den hohen Herren niemand.

Einen nicht unerheblichen Teil steuern die Rettungsdienstler aber selbst dazu bei, dass ihre Lage so ist, wie sie ist. Jeder Arzt, Lokführer und Pilot kann für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung auf die Straße gehen. Was macht der gewöhnliche RA!? Er sitzt weiter auf seinem Bock und bekommt den Arsch nicht hoch. Kaum einer der 40.000 Kollegen ist gewerkschaftlich organisiert oder in einem der beiden Berufsverbände vertreten. Ein Armutszeugnis wie ich finde. Auch wenn man manchen Kollegen zuhört, dann ist da kein Wille, irgendwas zu verändern, um für bessere Arbeitsbedingungen oder mehr Gehalt zu kämpfen. Ein besonders gern genommenes Argument, wenn man das Gehalt anspricht, ist: „Wenn es dir hier nicht passt, geh doch woanders hin“. Auch Arbeitgeber nehmen den Ball gerne einmal auf, wenn es um Gehaltserhöhungen geht, um darauf hinzuweisen, dass der Regaleinräumer beim Discounter ja schlechter verdient, als man selbst.

Seit Neuestem ist ein Mindestlohn für den Rettungsdienst im Gespräch, wie es ihn jetzt auch für die Pflege gibt. Ob dies der richtige Weg ist, davon bin ich nicht wirklich überzeugt.

Und nun ist eure Meinung gefragt…

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10 Kommentare leave one →
  1. o2junkie permalink
    9. August 2010 10:11

    Ich glaube es hängt einfach maßgeblich mit der Form der Ausbildung zusammen. Ums mal krass zu sagen: Wer das Geld aufbringen kann und für 2 Jahre Rücklagen (oder Eltern) hat, kann auch RA werden. Die Anforderungen sind, je nach Schule, dermaßen niedrig, das die Schwelle für den Abschluss einfach nicht hoch genug ist. Klar, die Schulen haben ja auch kein Interesse dran, die Leute durchfallen zu lassen.
    Um mal den Vergleich mit der Fleischereifachverkäuferin zu ziehen: Die hat immerhin 3 Jahre Ausbildung hinter sich und eine Prüfung bei der HWK, die schon ein wenig auf Qualität achtet…
    Dementsprechend ist der Markt total übersättigt und es gibt kaum Druckmöglichkeiten für die RAs weil auf jede Stelle im Moment etliche Dutzend Bewerbungen kommen.
    Ist halt leider das Gesetz von Angebot und Nachfrage und das Angebot ist in dem Fall groß…

    Lösung: Qualität und Anforderungen in der Ausbildung erhöhen, die Ausbildungsdauer auf Minimum 3 Jahre, eher mehr, anheben. Den Unternehmen die Möglichkeit nehmen, die RAiPs quasi zu erpressen (ich hörte von Fällen in denen 50€ pro Schicht KASSIERT werden um als 2. mitfahren zu dürfen). Die Prüfungen komplett von den Schulen absetzen, damit nicht die Lehrer der Schule so maßgeblich mitprüfen oder beeinflussen können.
    Dazu einen massiven Zwang zur Fortbildung. Die unter 40 Stunden pro Jahr sind einfach nicht genug, zumal da jede Organisation wieder das machen kann, was sie will.

    Ums zusammenzufassen: Solange jeder Hannebambel mit ein bißchen Kleingeld RA werden kann und sich da auch genug für finden, solange ist die Bezahlung scheisse.

    • 9. August 2010 23:31

      @ O2junkie

      Ich finde, das die Form und Länge der Ausbildung ein kleiner Teil davon ist, wieso wir in meinen Augen schlecht bezahlt werden. Aber schau mal zu den Gesundheits.- und Krankenpflegern, die verdienen heutzutage auch nicht mehr viel mehr als wir. Und die haben eine 3 Jährige Ausbildung. Grundsätzlich müssten wir uns besser organisieren und vielleicht mal in einem Bundesland den halben Tag die Krankentransporte bestreiken. Aus Sicht der AG´s sind Zeitverträge das Non Plus Ultra. Ich kann die AN´s soviel Stunden schrubben lassen, und nach 2 Jahren maximal wieder vor die Tür setzen. Macht zum Beispiel die Berufsfeuerwehr Berlin mit ihren RA´s.

      @Souly

      Willkommen auf meinem Blog. Das RS schlechter als RA momentan bezahlt werden, ist so auch nicht ganz richtig. Teilweise kommen die mit Schichtzulagen auf fast genauso viel wie ein RA.

      @Sabine

      Dir auch ein Willkommen auf meinem Blog. Ja das soziale und medizinische Berufe immer schon schlechter bezahlt werden, als Berufe aus der Industrie ist leider schon immer so gewesen. Erschreckend wie ich finde….

  2. souly permalink
    9. August 2010 12:00

    Finds auch sehr erschreckend, ein Bekannter meinerseits freute sich Anfang des Jahres ’nen Wolf, weil er seine Abrechnung in den Händen hielt… Er hatte ja Weihnachten, Silvester, viele viele Feiertage und dazu noch jede Menge Nachtschichten gekloppt. Resultat: 1.600€ Natürlich fällt einem selbst erstmal auf, wie viel man so hat, wenn man sich darüber wundert, dass sich einer über 1.600 Öcken wahnsinnig freut, dann denkt man aber sofort wieder drüber nach – ja Moment, der hat ja sonst viel weniger. Was man sonst alles tun kann; ich weiss es nicht. Aber ich kenne eben meinen Bekannten, so wie ein paar seiner Kumpels, die teilweise auch seine Arbeitskollegen sind. Und ich muss sagen, es hat den Anschein, dass sich keiner von denen eigentlich je gedanken darüber macht, wie man mit so einem Gehalt ’ne Familie ernähren könnte, dazu vielleicht noch ab und an ’nen Urlaub finanzieren, der nicht gerade auf dem Campingplatz in Wanne-Eickel stattfindet und und und … Ich denke wenn ich denen nun vorschlagen würde, doch in einen Berufsverband einzusteigen, ja …. Dann hätten vermutlich alle erstmal Angst um ihren Job, da deren Arbeitgeber auch nicht mehr als auf ein Jahr befristete Verträge (teilweise auch 9-Monats-Verträge ………) raushaut. Dazu kommt, dass der, der den Verein übernommen hat, gern die Leute von hier raus hätte, um seine eigenen rein zu bringen. Denke mal, vorrangig geht allen der Gedanke durch den Kopf, dass man die Klappe halten und es so „ertragen“ sollte, wie es ist, weil man ja „eh nichts ändern kann“. Was ich nur befürworten würde wäre der Vorschlag meines Vorposters, auf jeden Fall mal eine normale 3-jährige Berufsausbildung daraus zu machen. Der RS ist „nur“ Hilfsarbeiter, und auch wenn man darüber streiten kann, ist die pauschale Meinung dazu ja, dass es legitim ist, wenn ein RS also kacke bezahlt wird. Aber da RA mittlererweile sehr wohl ein Beruf ist sollte man ihn auch so handeln. Vergütete Berufsausbildung wäre nur ein kleiner Ansatz. Natürlich könnte ein Personaler das Ausnutzen – in gewissem Maße – und sagen gut, dann stellen wir jetzt trotzdem nur die Trottel ein, die sich kaum beschweren würden über ihr Gehalt. Aber das ist wohl kaum Sinn der Sache und DAS mag ich den HiOrgs wohl auch wieder nicht zutrauen… Jedenfalls wäre das sehr wohl ein Anfang, auch weil dann vielleicht ein weiteres Phänomen abgelöst wird: Wenn jemand 3 Jahre lang für viel teures Geld ausgebildet wird, wird er wohl sicherlich nicht erst mal mit ’nem Jahresvertrag abgespeist, um dann gehen zu dürfen….

    • souly permalink
      9. August 2010 14:37

      Was ich noch vergessen habe, wäre auf jeden Fall, auch die Voraussetzungen für solch eine Ausbildung höher zu schrauben… Das wiederum ist aber auch ein heikles Thema. Bisher sollte man entweder mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung haben (soweit ich mich in das Thema eingelesen habe, wenn ich falsch liege dann korrigiere man mich BITTE!). Rettungsassistenten sind nachwachsende Rohstoffe, im Grunde genommen könnte man sagen, wenn sich jemand quer stellt, beispielsweise des Gehalts wegen – tja, dann wird jemand anders an diese Stelle gesetzt. Jetzt überlege man sich (ich hoffe, nicht zu viele Vorurteile zu streuen), wie oft jemand in der heutigen Zeit mit „nur“ einem Hauptschulabschluss eine Berufsausbildung bekommt. Na? Selten. Ich habe schon so oft hören dürfen „Ich bin jetzt Verkäufer / 400€-Jobber / Tankwart / ….. /, weil ich sonst nix bekommen hab.“ Soweit, so gut. Bei einigen kam aber der Satz hinterher „…Ich hätte auch Rettungsassistent werden können.“ So, und genau das ist es … Es ist zwar den Hauptschulabgängern gegenüber nicht fair, ihnen alle Berufe zu verwehren, aber entweder man gibt sich mit dem einfach ab… oder man wird Rettungsassistent, wenn Mami und Papi das nötige Kleingeld haben. Es ist natürlich arg übertrieben und überspitzt, das jetzt so zu behaupten, aber im Grunde genommen hat das gemeine Volk das Bild, dass man nichts können muss, um RA zu werden. Was bedeutet, dass diesen Weg immer noch viele gehen und gehen werden. Was wiederum bedeutet, dass der Stellenmarkt für RAs übersättigt ist. Was im Endeffekt bedeutet, wer für wenig Geld schafft, der kriegt die Stelle. Das ist mit ein Grund, warum man das mit den beschissenen Gehältern überhaupt machen kann. Zwar ist es ein Vergleich, der sehr sehr arg hinkt, weil ein Akademiker nun mal beruflich gesehen „mehr wert“ ist, als ein RA, aber: Es gibt einige Kreise, in den händeringend Notärzte gesucht werden. Was passiert? Es kommt ein Freelancer daher und streicht 2000€ für eine Schicht ein. Warum? Weil er’s kann, er wird ja gebraucht und es gibt nicht genügend. RAs sind einfach nicht so selten gestreut, dass so etwas jemals möglich wäre – aber wenn es nicht so viele von ihnen gäbe, wäre es nicht mehr so unwahrscheinlich, jemals einfacher über ein Gehalt verhandeln zu können. Und was kann man an dieser Stelle tun? Erst einmal die vergütete 3-jährige Berufsausbildung durchsetzen. Was Geld kostet, damit wird nicht mehr so großzügig umhergeschleudert. Im Zusammenhang damit das tun, was es überall sonst auch gibt: eine mittlere Reife vorschreiben kann man nicht, aber man kann angeben, dass diese wünschenswert wäre. Was man damit erreichen kann? Vieles, aber vorrangig vielleicht, Leute eingestellt zu haben, die ein Bewusstsein dafür haben, was sie verlangen können und wollen und nicht jedes Gehalt mit einem „Ja, amen.“ absegnen. So mein Gedankengang dazu. Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Ein enger Freund von mir bewarb sich auf eine der momentan ja noch sehr selten gesäten 3-jährigen Berufsausbildungen zum RA… wurde nicht angenommen mit dem Kommentar, dass er durch sein Abitur überqualifiziert wäre … Dazu darf man sich nun seine eigene Meinung bilden.

  3. 9. August 2010 13:10

    Ich habe größten Respekt vor jedem Einzelnen im Rettungsdienst. Leider lässt die Entlohnung im gesamten sozialen Bereich ja oftmals zu wünschen übrig – oft auch unabhängig von der Ausbildung.

  4. o2junkie permalink
    9. August 2010 18:08

    Zu dem Thema Zeitvertrag fällt mir noch was ein: Die HiOrgs und privaten Anbieter haben doch kaum ne andere Chance. Sie gewinnen eine Ausschreibung… toll… für wie lange wird heute ausgeschrieben? 3 Jahre? 5? Ich weiss, das wir hier mit 8 Jahren eine riesengroße Ausnahme sind, mit denen sich der Landkreis auf sehr dünnes Eis begibt.
    Stelle ich jemanden fest ein, bekomme ich Probleme den loszuwerden. Kündige ich mal eben 100 Mitarbeitern für eine Hand voll Wachen nach 3-5 Jahren, muss ich massiv in die Tasche greifen für die Abfindungen. Wenn ich das vorher einkalkuliere, bekomme ich die Beauftragung erst garnicht. Zeitverträge über 3 oder 5 Jahre sind, AFAIK, nicht wirksam bzw. gelten wie „richtige“ Verträge.
    Also lieber kurze Verträge immer wieder verlängern. Ich bin flexibel wenn die Beauftragung nicht verlängert wird und kann mir die Leute noch an der kurzen Leine halten.

  5. 9. August 2010 20:01

    Bei uns fahren auf dem Wagen viele RAs mit, die auf der RS-Stelle sitzen. Wenn ich sie frage, warum sie sich sowas antun, dann zucken sie nur mit den Schultern und sagen, sie sind froh, überhaupt was bekommen zu haben. Schon traurig.

  6. 16. August 2010 12:15

    Und dann hätten wir noch die Organisationen, die ihre Autos zum Großteil nicht mit Hauptamtlichen besetzen, sondern mit Ehrenamtlichen oder Geringfügig Beschäftigten für nen Stundenlohn von ach-reden-wir-nicht drüber (hier in der Ecke variiert es zwischen 5-12 Euro), die auch tapfer arbeiten, bevor sie arbeitslos zu Hause sitzen und hoffen, durch jahrelanges Engagement dann mal hoffentlich eine Vollzeitstelle zu ergattern. (Und wenn es dann mal eine gibt, bekommt sie dann auch noch einer von „ausserhalb“ oder ein recht neuer Kollege, der recht tief in der Darmregion des Wachenleiters sitzt…)
    Bevor man dann 1,2,3 neue Planstellen schafft, muss man schauen, das man seinen Dienstplan über den Monat voll bekommt mit 8 Hauptamtlichen (die meist noch auf der Leitstelle eingesetzt sind o.ä.), 10 FSJler und Zivis (die auch mal weg sind für Seminare etc.) und 30-40 Ehrenamtlichen/GfBlern. Ob das abgesehen von den Zivis und FSJlern wirtschaftlicher ist, 20 GfBler im Monat 325 o. 400 Euro auszuzahlen, die im Monat durchschnittlich ca. 50 Stunden arbeiten können? Immerhin spart man sich ja die Sozialabgaben… *augenroll*
    Ja, ich gebe euch recht in der Aussage, es gibt ein Überangebot an Rettungsassistenten. Es fängt an, das teils die Arbeitsämter recht großzügig mit ihren Ausbildungsgutscheinen um sich werfen und jedem den Kurs bezahlen, der meint der Job könnte ihm Spaß machen (bei mir im Kurs warens 2, die beide über 40 waren und vorher nie irgendwas in der Ansatzweisen Richtung Medizin gearbeitet haben…) und dann halt die Schulen. Welche Schule weisst jemanden ab, der ihnen das Geld für die Ausbildung in den Rachen schmeisst?
    Ich bin seit Jahren Verfechter der Einführung zur „normalen“ 3 jährigen Dualen Ausbildung zum RettAss. Weniger Ausbildungsstellen (ich kenne Schulen, die teilweise parallel 3 Kurse zum RettAss laufen haben a 20-25 Schülern, Vollzeit, Quereinsteiger oder Wochenendkurs), bessere „Zugangsvorraussetzungen“ und man kann recht schnell die Spreu vom Weizen trennen, recht grob gesagt.
    Aber ob dann die Bezahlung besser wird? Keine Ahnung… vermutlich nicht. Die Krankenkassen streichen immer mehr, sehen einige Transporte als nicht indiziert an und wollen sie nicht zahlen, kürzen die „Kilometerpauschalen“ immer weiter. Ergo kommen weniger Einnahmen rein, während die Anschaffungen immer teurer werden. Da müssen die kommenden oder bereits vorhandenen Pflichtfortbildungen bezahlt werden, auf die Fahrzeuge müssen laut DIN diese und jene neuen Gerätschaften bliblablubb.
    Nein, ich will die Arbeitgeber nicht verteidigen, aber ich denke das Problem sitzt weiter oben. Die Anforderungen werden immer teurer, aber mehr zahlen dafür will keiner. Und da bleibts halt an der armen Wurst Rettungsassistent/-sanitäter hängen.

    Bin ich jetzt eigentlich voll am Thema vorbei? Ich hab mich grad ein bissel aufgeregt beim Schreiben, da kann das passieren. Sorry 😦

  7. 17. August 2010 10:08

    ich finde es schön, auch diese seite mal beleuchtet zu bekommen.. da überlege ich mir das mit der Ausbildung wohl noch mal so richtig gut.
    die kollegen, die RA sind und trotzdem nur RSStellen bekommen, gibt es in meinem Umfeld leider auch zu mehreren. ich bekomme immer wieder das Staunen.

    • 17. August 2010 19:16

      @Live is just this

      Ich kann es momentan keinem raten, die Ausbildung zu beginnen. Das Geld, was du für die Ausbildung ausgibts, bekommst du nie wieder rein. Die Stellensituation ist heut zutage besser, als sie dies noch vor 4 oder 5 Jahren war. Aber der Verdienst schwankt von beschissen bis leidvoll okay.

      @schnepfe

      Nö am Thema bist du nicht vorbei. Ich finde vieles was du angesprochen hast, hängt mit dem zusammen, was ich geshrieben habe. Wobei ich aber sagen muss, das sich heute noch 400 RA auf 2 Stellen bewerben, das gibts nur noch selten. Der Markt ist viel leerer als man an nimmt. Wer jetzt noch übrig ist, ist meistens nicht der beste Arbeinehmer den man sich wünscht.

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