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Rennen gegen die Zeit…

11. Oktober 2010

Wenn ein Mensch den Notruf 112 wählt und einen Rettungswagen braucht, dann denkt der Laie wahrscheinlich, dass es in Schleswig Holstein genau so lange dauert bis der Rettungswagen kommt, wie z.B. in Nordrhein Westfalen. Bekommt Hansi Müller in Berlin einen Herzinfarkt, so kann er eigentlich damit rechnen, innerhalb von 8 Hilfe zu bekommen. Wohnt Herr Müller aber in Bayern, muss er bis zu 15 Minuten warten, bis ein Rettungswagen vor der Haustür steht. Jedes Bundesland außer Hamburg hat definiert, wie lang ein Rettungsmittel brauchen darf, um am Einsatzort zu sein. Diese Zeit muss im Jahresdurchschnitt zu 95 % erfüllt werden.

Schon seit mehreren Jahren hört und liest man, das viele Bundesländer diese 95% gar nicht erreichen. In Baden Würtemberg konnten 2008 nur 1/3 der Rettungsdienst dieses Soll erfüllen. Bedenkt man, dass es bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und schweren Verkehrsunfällen teilweise auf jede Minute ankommt, wird mir persönlich ein bisschen flau im Magen.

Was noch dazu kommt, das sich Rettungswagenbesatzungen vom auslösen des Melders bis zum Ausrücken zum Einsatzort teilweise 2 Minuten Zeit lassen können, dann wird es für manchen Patuienten mehr als eng!!

Das ZDF Magazin Frontal21 hat zu diesem Thema einen Beitrag gesendet.

TV Beitrag

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11 Kommentare leave one →
  1. 11. Oktober 2010 22:04

    Ohne jetzt den Beitrag angesehen zu haben, wird mir bei deinem Post auch ganz anders… Und Hamburg hat das nicht festgelegt? Gibt es da einen Grund für, weißt du da mehr?

    • 11. Oktober 2010 22:08

      @ozyan

      Nein kann ich dir leider nicht sagen. Vielleicht mal Google fragen, oder eine Mail an die Stadt. Wobei man in HH davon ausgehen kann, das die Hilfsfrist bei ca. 8 bis 10 Minuten liegt.

  2. 12. Oktober 2010 00:04

    ja des ist schon übel…

    bei uns brauchts jedoch 9 Minuten für 2 Kilometer die das DRK regelmäßig zur geliebten Bildungseinrichtung zurücklegen muss…
    Egal bei welchem Stichwort…
    Ob mit oder ohne NEF…. regelmäßig 9 Minuten für eine Strecke die ich zivil in 5min fahre….
    Wobei dann ja das Argument kommt sie hätten ja 10 Minuten Hilfsfrist….
    Hilfsfristen sollten als Maximum angesehen werden und nicht als Richtwert!
    und der Kaffee kann verdammt noch mal (wie auch von mit immer) kalt getrunken werden wenn eine Bewusstlose wartet…

  3. 12. Oktober 2010 15:42

    Hatte den Beitrag auch durch Zufall gesehen und flau wirds mir da auch, da ich in der tiefsten Pampa wohne und ja auch immer wieder hinter den Kulissen sehe, wie die Hilfsfristen ausgelegt werden. Da darf man nur hoffen, dass einem nie etwas schlimmes passiert.

    Bei uns sinds auch 15 Minuten Hilfsfrist, in der Tagschicht 1 Minute Ausrückezeit und nachts 2 Minuten.

  4. 13. Oktober 2010 09:59

    Hab den Beitrag auch gesehen… hier in der Stadt finde ich es oft eher problematisch, dass man zwar schnell an der angegebenen Adresse ist, aber oftmals in diesen Wohnsilos nicht gleich den richtigen Eingang findet. Da hilft dann auch kein Navi. Wir haben oft schon 5 Minuten gesucht, bis wir das richtige Haus gefunden hatten. Es gibt einfach Wohnblöcke, in denen darf man nicht krank werden.

    • 13. Oktober 2010 10:45

      @Anna: In Berlin ist das richtig schlimm: Da hat wirklich jede Mietskaserne ein Vorder-, ein Seiten- und ein Hinterhaus, und im schlimsten Fall sind es auch noch drei solche Blöcke hintereinander: Macht 3 x 3 = 9 Treppenhäuser!

      Zur Hilfsfristeinhaltung fahren in Berlin übrigens auch gelegentlich Feuerwehrfahrzeuge (LHF) als First Responder, wenn der RTW zu lange brauchen würde. Da entern dann 6 Kerle in Nomex-Feuerschutzkleidung mit einem kleinen Notfallrucksack die Wohnung des Patienten 🙂

  5. blub permalink
    13. Oktober 2010 19:40

    Wo bei man sagen muss das in Hamburg die Rettung zu 95% von der Berufsfeuerwehr gefahren wird. (In den Außenbezirken Fahren teilweise auch FFs als Firstresponder.)
    Diese ist ziemlich gut aufgestellt. (Und auch hier können im Notfall LFs als Firstresponder fahren da jedes LF das selbe Mobile Material wie die RTWs haben und praktisch jeder Rettungsassistent ist.) Aus meiner Erfahrung sind die in den Beiträgen genannten Hilfsfristen hier kein Problem.

    blub

  6. Lele permalink
    30. Oktober 2010 18:39

    Ich hab sogar einmal gesehen, dass es in manchen Städten die Straßennamen doppelt gibt. Wenn es dann richtig dringend ist, müsste man eigentlich 2 RTW schicken. Aber wahrscheinlich wird dann einfach nur gehofft, dass es die richtige Straße ist.
    Ich denke, die Straßennamen kann man doch „ganz einfach“ ändern. Warum tun die Städte das dann nicht? Sowas verstehe ich echt gar nicht.
    Dass die Hilfsfrist auf dem Land so lange ist zwar auch eine Sache, die schnell zu einem Problem werden kann, aber die Städte/Dörfer können es nicht so leicht ändern.
    Ich glaube, wenn etwas auf dem Land passiert, kann man einfach nur hoffen, hoffen und hoffen.
    Es wird aus Kostengründen wahrscheinlich eh nichts geändert.

    😦

    • 30. Oktober 2010 20:36

      @Lele

      Willkommen auf meinem Blog. Das mit den Straßennamen gabs bei mir auch noch, das hat Jahre gedauert, bis diese Straßen umbenannt wurden. Was die Hilfsfrist auf dem Land angeht, so muss sich jeder bewusst sein, das man nicht das erwarten kann, das ein RTW genau so schnell an der Einsatzstelle ist, wie in einer Großstadt.

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