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Zum Sterben ins Krankenhaus…

26. März 2011

Diese Überschrift ist im Rettungsdienst ein weit verbreiteter Satz. Eigentlich ist er nur plakativ gemeint, denn wir fahren oft genug Patienten von zu Hause oder vom Pflegeheim ins Krankenhaus, wo diese nach ein paar Tagen sterben. Ich mache diese Fahrten ziemlich ungerne.

Ungern deswegen, weil ich mich frage, warum diese Menschen nicht in ihrer gewohnten Umgebung ihre letzten Stunden oder Tage verbringen können. Die Gründe für das Verbringen ins Krankenhaus sind vielfältig. Oftmals hat es mit der Weitergabe von Verantwortung zu tun. Ist dieser Mensch in einem Pflegeheim, ist das Personal angewiesen, den Rettungsdienst zu rufen. Liegt keine Patientenverfügung vor, sind uns quasi die Hänge gebunden. Dann heißt es mit weniger oder mehr Maximaltherapie ins nächste Krankenhaus zu fahren. Ob dieser Stress für den Patient wirklich gut ist, bezweifele ich und ich denke auch, dass die Menschen merken, wenn sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden. Auch viele Angehörige sind vielfach überfordert, wenn ein geliebter Mensch quasi im Sterben liegt. Hat man einen guten Notarzt mit dabei, kann man im Gespräch meist die Sorgen der Angehörigen ausräumen. Der Patient wird medikamentös versorgt und wenn gewünscht, kümmern wir uns noch um einen Pfarrer oder ähnliches.

 

Herr Jakob liegt schon eine Weile in diesem Pflegeheim. Er ist jenseits der 80 und hat wie fast jeder in diesem Alter eine kleine Liste von Vorerkrankungen. Seit dem Morgen geht’s mit der Atmung nicht mehr ganz so gut. Der Hausarzt wird gerufen und man einigt sich wohl darauf, dass erst einmal abgewartet werden soll. Den ganzen Tag wird es nicht besser, man wartet aber trotzdem noch weiter ab. Meine Kollegin und ich beginnen unsere Nachtschicht wie immer. Die ersten 6 Stunden bleiben ruhig und wir verkrümeln uns ins Bett. Es ist kurz nach 2, als der Melder bimmelt. 2 Stunden sind wirklich nicht viel Schlaf, denke ich, als ich mich aus dem Bett quäle. Ich laufe schnellen Schrittes, um unseren Einsatz zu quittieren. Aber wo bleibt meine Kollegin!? Also noch mal schnell zu den Schlafräumen und sie etwas unsanft wecken. Begeistert ist sie nicht, als ich das Licht anschalte und etwas lauter ihren Namen rufe, aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. 🙂 Auf unserer Einsatzdepesche steht ein uns bekanntes Altenheim im Herzen der Stadt. Herr Jakob hat wohl ein Problem mit der Atmung, deshalb kommt auch der Notarzt mit. Nach 6 Minuten Anfahrt erreichen wir das Altenheim und dürfen erst einmal 2 Minuten vor der verschlossenen Tür stehen. Das fängt ja gut an, entfährt es meiner Kollegin. Aber es soll gleich noch besser werden.

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht auch eine Schwester auf, die uns die Tür öffnet und uns dann zu unseren Patienten begleitet. Auf den Weg dorthin versuchen wir schon erste Infos zu bekommen. „Herr Jakob bekommt schlecht Luft“, ist alles, was die Schwester sagt. Das trifft auch völlig zu, als wir in das Zimmer kommen. Es brodelt aus dem hinteren Bett, das hört man schon von der Tür aus. Während ich unser Equipment verteile und Sauerstoff gebe, fragt meine Kollegin, ob es angesichts des schlechten Zustands von Herrn Jakob eine Patientenverfügung gäbe. „Also ich arbeite erst seit 2 Tagen hier“, bekommt meine Kollegin zu hören. Die schaut mich an und ich suche die nächste Tischkante um meinen Kopf dagegen zu schlagen. Eigentlich möchten wir lieber schreien und sie schütteln, aber dazu bleibt leider keine Zeit. Als wir nach bekannten Vorerkrankungen und der aktuellen Medikamentenliste fragen, dreht sich die Schwester um und stampft aus dem Zimmer. So was haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Vielleicht sollte ich das beim nächsten Notfallpatienten mal mit meinem Notarzt machen: „Also Herr Doktor, ich kenne Herr Jakob leider nicht, deswegen kann ich auch nichts zu ihm sagen“. Nach einer kleinen Ewigkeit, die wir dazu nutzen, um unseren Patienten weiter zu untersuchen, zu verkabeln und einen Zugang zu legen, taucht die Schwester wieder auf. Sie legt uns die Patientenmappe hin und bleibt mitten im Raum stehen.

 

Kurz darauf taucht unser Doc auf. Da ich nicht viel über Herrn Jakob weiß, fällt die Übergabe ziemlich kurz aus. Auf seine erste Frage nach einer Patientenverfügung bekommt er von der Schwester dieselbe Antwort wie wir. Unserem Notarzt schwellen sichtbar die Adern am Hals und nun gibt’s erst mal einen Einlauf für die Schwester. Eigentlich mag ich so was nicht, aber heute hab ich kein Mitleid mit ihr. Denn für uns und Herrn Jakob heißt das, Maximaltherapie und die Suche nach einem Intensivbett. Ethisch gesehen ist das für mich und auch für das Team nicht das richtige, denn der alte Mann hier liegt im Sterben. Natürlich ist der gesetzliche Betreuer um diese Uhrzeit auch nicht erreichbar. Wir packen unsere Sachen und laden unseren Patient in den RTW. Als wir kurz vor dem Krankenhaus sind, sehe ich im Rückspiegel, wie unser Doc Herrn Jakob den Beatmungsbeutel aufs Gesicht drückt. Applaus, Applaus denke ich mir, wieso mussten wir ihm dies noch antun!?

 

Im Krankenhaus angekommen, werfe ich ein Blick auf das EKG. Der Puls liegt bei 30 und richtig atmen tut er auch nicht mehr. Die junge aufnehmende Ärztin ist mit so etwas überfordert und ruft sich Verstärkung. Unser Doc möchte nicht mehr auf Herrn Jakob rumdrücken, wir auch nicht. Und so stirbt Herr Jakob auf unserer Trage mitten in der Notaufnahme.

 

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18 Kommentare leave one →
  1. HiFly86 permalink
    26. März 2011 11:52

    Tragische Geschichte die man leider öfter mal mit Pflegeheimen erlebt 😦
    Überforderte (Fach-)Kräfte in den Pflegeheimen, die immer mehr Patienten betreuen müssen, vor allem nachts! Daher ist es eigentlich meist als eine „Schutzreaktion“ der Pflegekraft zu deuten, vermutlich auch aus Überforderung, um sich selbst vor drohendem „Schaden“ zu schützen. Man alarmiert den Rettungsdienst und schon hat man sich selbst geschützt und die Verantortung weiter getragen, in dem Fall an den Rettungsdienst.
    Hat man Glück dann kommt ein Notarzt der „Eier“ in der Hose hat und eine „angemessene“ Behandlung vor Ort einleitet. Wobei man natürlich mit solchen Aussagen hierzulande auch vorsichtig sein muss!

  2. 26. März 2011 12:29

    Das hast Du ja eigentlich schon ziemlich viel Info von der Pflegekraft erhalten, wenn das bei uns auch immer so wäre. Hier heißt es oft ’such dir deinen Patienten‘ und wenn es dann gut läuft sehen wir kurz vor dem Aufzug beim Rausrollen noch jemand von der Pflege. Deluxe ist wenn diese Person dann noch die gleiche Sprach spricht wie wir.

  3. Mr. Gaunt permalink
    26. März 2011 21:56

    Ich vermute: Die arme Nachtschwester kann am wenigsten dafür. Hier hat wohl eher der Tagdienst und der Hausarzt versagt, nämlich mit einer schlechten Übergabe und fehlenden klaren Anweisungen zum weiteren Vorgehen bei Zustandsänderung.
    Wer dann in der Nacht auf einen röchelnden Bewohner stösst und keine Infos erhalten hat, was Sache ist, der ruft halt den Rettungsdienst. Zwar tragisch, aber vollkommen nachvollziehbar. Fachlich wohl auch korrekt, denn eine Altenpflege(hilfs?)kraft kann und darf den Zustand medizinisch nicht einschätzen. Kann ja auch eine kurierbare Geschichte sein.

  4. Stefan permalink
    27. März 2011 11:34

    Meine Liebste arbeitet im Krankenhaus auf der Inneren. Sie sagt auch, daß es, als sie ihren Beruf egriff, durchaus noch üblich war, daß die Menschen zu Hause oder in ihrer vertrauten Umgebung starben. Heute wollen die Angehörigen entweder nichts mehr mit dem Tod zu tun haben, oder man verlangt Maximalbehandlung bis zum nicht mehr ertragbaren Ende. Letztens mußte sie ewig reanimieren, weil die Angehörigen darauf drängten und weil der einzige greifbare Arzt gerade bei einer anderen Reanimation war. Deswegen wurde ihr Spätdienst mal wieder deutlich länger und ich hatte erstmal wieder ein aufgebrachtes, wütendes Frauchen zu Hause, die nicht versteht, warum man eine knapp 100-jährige Person, die bereits seit Jahren nichts mehr von ihrer Umwelt mitbekommt, auch noch im Moment der endgültigen Erlösung so quälen muß. Aber wenn keine Patientenverfügung da ist, dann muß sie halt alles tun und tut es auch, weil sie sonst rechtlich belangt werden kann.

    Früher gehörten auch noch verhungern, verdursten und ersticken zum Tod dazu. Heute werden PEGs gelegt und künstlich beatmet und die Patienten weitere 20 Jahre am Leben erhalten und dann nur noch in regelmäßigen Abständen vom Pflegeheim ins Krankenhaus gekarrt und zurück. Meistens kurz vor Feiertagen oder wenn es zu Wundliegen kommt.

    Es muß viel mehr Geld in das Personal in der Pflege gesteckt werden. Diese körperliche und psychische Belastung wird sich in wenigen Jahren keiner mehr freiwillig antun, wenn nicht zumindest die Entlohnung stimmt.

  5. Begleitung permalink
    27. März 2011 14:58

    Mal wieder sehr gut geschrieben 🙂

  6. 28. März 2011 11:29

    Zum Thema Pflegeheim ist denke ich mal alles gesagt. Das ist leider des öfteren mal suboptimal :-/
    Generell mache ich diese Fahrten auch sehr ungerne. Denn was die wenigsten bedenken: Das Umlagern und die Fahrt sind einfach Stress pur für die armen Patienten. Je nachdem, wie schlecht sie dann vorher schon dran sind, muss man dann noch aufpassen bzw auch Glück haben, dass sie einem nicht beim Umlagern oder auf der Fahrt versterben. Ist leider alles schon passiert.
    Allerdings geht es auch anders rum. Es ist mir auch schon passiert, dass ich einen Patienten gefahren habe, der von der Intensiv ins Altenheim zum Sterben entlassen wurde. Wenn ich dann allerdings von der Ärztin auf Intensiv erzählt bekomme, dass wir nichts mehr machen müssen, wenn der Patient im Auto verstirbt, kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wie stellen die sich das denn bitte vor???

  7. 31. März 2011 23:00

    „Ist ein Tier alt und krank, bekommt es eine passende Spritze. Ein Mensch darf nicht ohne Erschwernisse sterben.“
    Aber davon ab: Wenn es offensichtlich keinen Sinn hat, das Sterben zu verlängern, und dem Patienten geht „der Kreislauf flöten“ („Reanimieren“ ist hier ja der falsche Begriff…) , wird es wohl auch keinem auffallen, wenn man beim Drücken und Beatmen – sagen wir mal – etwas „suboptimal“ arbeitet. Habe ich bei unseren Notärzten schon das eine oder andere Mal gesehen, wenn die Angehörigen Opa Krause nicht gehen lassen wollten. Angehörige waren danach zufrieden, der Patient wahrscheinlich auch.

    • 31. März 2011 23:11

      @Firefox05

      Das mit dem, ich mach mal ne „Show“ Reanimation“ ist in meinen Augen auch eher mehr als suboptimal, denn man gauckelt den Angehörigen vor, das vielleicht doch noch was geht, was aber nicht unser Ziel ist. Ich verstehe aber den Sinn dahinter.

  8. 5. April 2011 18:44

    Das ist ja traurig – mehr für die Angehörigen, denn für Herrn Jakob selbst, der vermutlich seinen Frieden gefunden hat.

  9. 7. April 2011 17:39

    Wenn ich hier in diesem Blog so lese, wird mir ganz anders zumute. Also für mich wäre dieser Job ehrlich gesagt nichts, man wird ja doch permanent an die eigene Vergänglichkeit erinnert. Aber Hut ab vor denen, die ihn machen.

  10. Hans permalink
    6. Januar 2012 12:18

    Ein sehr trauriges Posting.
    Ich hoffe, ich finde zum Sterben später einmal ein schöneres Plätzchen als eine Trage in einer hektischen Notaufnahme. 😦

    Ich möchte ja eigentlich möglichst lange leben. Ist es trotzdem möglich, eine Patientenverfügung zu schreiben und immer mitzuführen, in der drinsteht, dass man
    – wenn man einen finalen Zustand wie Herr Jakob erreicht hat, nicht mehr ins Krankenhaus verlagert werden will, sondern im Kreis seiner Familie sterben möchte,
    – ansonsten aber maximaltherapiert werden will, weil das dann ja vielleicht doch noch einmal hilft und weiterleben ermöglichen könnte?

    Ein sehr schöner Blog übrigens. Ich habe heute Nacht viele Postings hier gelesen.

    Viele Grüße
    Hans

    • 10. Januar 2012 10:05

      @Hans

      Willkommen auf meinem Blog. Und danke für das Lob 🙂 Ja man kann so eine Verfügung bei sich tragen, das Problem besteht aber immer noch, dass ich als Rettungsdienst rechtlich dazu verpflichtet bin, anzufangen, ausser wenn Verletzungen vorliegen, die mit dem Leben nicht zu vereinbaren sind oder die Leichenstarre eingesetzt hat.

  11. Olga Vogel permalink
    14. Juni 2012 19:24

    Dass was ihr alle schreibt ist auch war, aber stellt euch die Situation vor, Wenn die Schwester bei Atemnot den Notdienst nicht gerufen hätte, hätte sie am nächsten Tag ein Kripo am Hals, weil sie dem Mann bei Atemnot sterben liest. Jedes Altenheim hat einen Qualitätesbeauftragten, der dem Personal vorschreibt, was bei einem Notfall zu tun ist.Der MDK verlangt von dem Altenheimen eine Qualität, nachweise d,h. sie lassen die alte Menschen nicht sterben, stirbt eine Patient mit 93 im ´Krankenhaus auf Herzversagen wird im Heim geprüft ob der Patient nicht zu viel Flüssigkeit zu trinken bekommen hat und das Herz es die Flüssigkleit nicht pumpen konnte. Wenn ein Patient in Altenheim unter Alkoholmissbrauch stürz sich dabei Oberschenkelhalsfraktur zuführt und im Not operiert werden muss und dann nach 5 Tage stirbt, steht wieder ein Kripo vor der Türe. Also lieber Sanitäter bitte nicht die Nachtschwester beschuldigen sonder der System der den Personal krankt mach und die alte kranke Leute nicht sterben lessen. sobald ein Patient unterernährt ist weile er das Essen verweigert wird ihm hochkalorisches Getränk angeboten, dass der Patient dass Essen verweigert weil er sterben möchte interessiert den MDK nicht.
    Mit so eine Anschuldigung an der Pflegepersonal finde ich nicht ok. Deshalb viele PK landen in der Klapsmühle, weil sie den Stress nicht bewältigen können.Täglich 10 Stunden Dienst oft ohne Pause aber wem interessiert es. Die PK arbeitet an Feiertagen, Wochenenden die Familie bleibt auf der Strecke. Hab euch gefragt warum immer mehr PK den Beruf aufgibt, in jeden Heim ist Personalmangel keine will diese Beruf mehr ausüben? wenn es so weiter geht wird in der Zukunft keine Altenpfleger geben, die Heime werden geschlossen. Nicht die Nachtschwester soll beschuldig werden sonder unsere System 1 Nachtwache soll für 90 Bewohner Verantwortung tragen. Lieber Sanitäter warum steht ihr vor der geschlossenen Tür- das Heim muss in der Nacht geschlossen werden sonst kann jeder rein oder es kann ein demenzielle Bewohner weg läufen, hab ihr die Nachtschwester gesagt wann ihr kommt die kann doch nicht 30 Minuten vor der Tür stehen und auf euch warten, vielleicht hat sie andere Bewohner versorgen müssen weil er gestürzt ist oder Fieber hatte. Ihr lieber Sanitäter seit ihr im Einsatz immer zu zweit die Nachtschwester ist meistens allein und sie ist kein Arzt.Den PK bleibt nicht anders als Euch zu rufen, soll sie den Patienten ersticken lassen ohne ärztlicher Anordnung kann sie nicht mal dem Patient mit Atemnot den Sauerstoff geben,

    • 15. Juni 2012 09:00

      Hallo Olga,

      willkommen auf meinem Blog. Ich bin für solche Kommentare dankbar. Natürlich machen viele Alten/Kranken“schwestern“ eine gute arbeit Und natürlich gibt es auch Regeln/Vorgaben an die sich der Rettungsdienst sowie die Pflege halten muss. Wenn ich als Rettungsdienstler eine Maßnahme nicht ausführe, sprich einen Patienten z.B. im Heim lasse, dann muss ich mich im schlimmsten Fall auch vor meinem Chef, Ärztlichen Leiter oder der Kripo recht fertigen. Wie du siehst, gelten für mich die gleichen Maßstäbe wie für euch Pflegende. Natürlich kommen wir zu Zweit, ich bin aber mit diesem Rettungswagen vielleicht der Einzige im Umkreis von 20 Kilometer, der zur Verfügung steht. Ich bin selbst auch kein Arzt, den muss ich notfalls auch nachfordern und bis dahin bin ich auch erst mal der Einzige weit und breit. Wenn ein Heim den Rettungsdienst mit Blaulicht bestellt, dann erwarte ich , dass ich so schnell wie möglich zu meinem Patient komme und nicht 5 Minuten vor der Tür warte. Sonst ist nämlich der Zeitvorteil für die Katz und meinem Patienten nicht geholfen, der auf schnelle Hilfe angewiesen ist. Dann muss eben Herr Müller mit Fieber halt mal warten. Und auch der „Sanitäter“ entscheidet einiges Alleine, nicht nur die Altenpflegerin. Denn lasse ich meinen Patienten im Heim, dann geht das auf meine Kappe.

      • Olga Vogel permalink
        15. Juni 2012 11:22

        hallo, Rettungsdienst,
        ich weiß was ihr als Rettungsdienst zu leisten hat, ich habe 2 Monate Praktikum bei Rettungsdienst machen müssen und ich weiß was heißt schnelle Hilfe zu leisten klare Kopf zu bewahren und bloß keine Fehler denn es geht ums Menschen Leben. Ich weiß auch dass oft die Rettungsdienst gerufen wird, wo mann nur mit Kopf schüttel kann und total genervt ist weil zu gleiche Zeit jemand wirklich Hilfe braucht.Ich habe eure Einsetze sehr zu schätzen, deshalb wenn ich eine Rettungsdienst rufe, versuche ich alle wichtige Info wie Diagnosen, Medikamentenplan, Patientenverfügung euch gleich vorzulegen, aber manchmal ist das nicht möglich, sehr oft ist wenn ich allein Nachdienst habe und ein Notfall ist kann ich den Patienten nicht allein lassen um die Papiere vorzubereiten erst dann wenn der Patient von euch übernommen wird kümmere mich um die Dokumentation. Bis jetzt habe ich nie mit Rettungsdienst Probleme gehabt, die waren immer sehr professionell und haben die Lage immer verstanden.
        Mit meinem Kommentar wollte ich nur sagen, dass jeder Pflegeberuf nicht einfach hat, jeder von uns hat Stress, Verantwortung, bestimmte Vorgaben und der ständige Zeitdruck macht uns alle zu schafen, weil es an Personalmangel oft das Problem liegt. . Ich weiss es auch dass sehr oft in Pflegeberufen Kollegen-innen sind die für diese Arbeit nicht geeignet sind. Ich bin Altenpflegerin und arbeite mit meinem Team sehr oft 10 Stunden am Tag und die ohne Pause und dann wir noch Flexibilität , Perfektion, und voller Einsatz erwartet. Es ist einfach nicht möglich alles was von uns verlangt wird in 8 Stunden zu schaffen wenn man seine Arbeit auch richtig machen möchte. Vollzeit und trotzdem jeder von uns hat über 300 Überstunden aber das interessiert dem Arbeitsträger nicht.
        Ich denke in deinem Beruf ist auch nicht anders.
        Ich bin auch sehr dankbar, dass es durch solche Forum wir uns aussprechen können und somit uns auch besser verstehen . ich hoffe nur dass du bei nächstem Einsatz, auch wenn nicht alles perfekt läuft etwas mehr Verständnis für die Schwestern hast.
        mfg. Olga

  12. Olga Vogel permalink
    14. Juni 2012 20:11

    Lieber Rettungsdienst eine Geschichte die ich noch hier schreiben muss.
    Ich bin selbst eine Altenpflegerin wir haben einen Bewohner mit Diagnose Bauchseicherdrüsetumor bekommen. Der Bewohner lt.Behandelten Arzt ist voll mit Metastasen also der Bewohner konnte ihn ruhe wenn so weit ist, bei uns sterben denn es gibt keine Rettung für ihm aber eine Anweisung von Hausarzt ist, in Notfall Notarzt anrufen , der Behandelte Arzt hat uns ein Diagnosenbogen mit Patientenverfügung gegeben die wir den Notarzt mitgeben sollen. Es ist ofensichtlich dass für den Patienten keine Rettung mehr gibt also warum soll der Notarzt gerufen werden. wir fragen uns oft warum, denn in diese Minute vielleicht braucht ein 40 junge Mensche mehr den Notarzt der aber im Einsatz bei sterbenden Mann ist. Die Sanitäter kommen und sind verärgert aber warum auf die Schwester, warum wir die Schuld nicht den Hausarzt oder dem Angehörigen gegeben, denn die Schwester hat nur ihre Arbeit getan.
    Eine Krankenschwester im Krankenhaus hat bei Notfall gleich einen Arzt der Entscheidungen treffen kann, in gegenteil eine Altenpflegerin muss sehr oft die Entscheidung selbst treffen müssen oder sie ruft Rettungsleitstelle, sie schildert die Situation und die Rettungsleitstelle entscheidet mit wer kommen soll. Wir Du es seht jeder will sich von der Verantwortung frei machen oder wollen sie wenn sie alt sind bei Atemnot sterben ? ich nicht, deshalb wird auch ein Arzt gerufen dass der Mensch nicht qualvoll sterben muss. also bitte denken sie dran dass Altenpflegerin kein Monster ist, sonder jemand der den alten Menschen helfen will. Es sind so wenig Leute die diese Beruf ausüben will und kann aber denkt bitte daran dass jeder von uns alt wird und wer wird uns dann pflegen wenn keine Altenpfleger mehr gibt. Ich schätze deine Arbeit sehr, ich meine dass die best Verdienste Job auf diese Welt sollen alle, die den Menschen das leben retten.
    Ohne Arzt, Rettungsdienst, Krankenschwester und Altenpfleger wird die Halbe Volk auf dem ganzem Welt nicht mehr geben.

  13. Tanja Leitner permalink
    27. Juni 2015 09:29

    Hallo zusammen,
    ich kenne eine ganz andere Frechheit ! Warum treffe ich soviele Altersheim-Insassen , die erzählen , dass sie nach irgendeinem Bruch vom Krankenhaus direkt ins Altenheim abgeschoben wurden , obwohl sie nach wenigen Wochen wieder gehen konnten .

    Wie geht so erwas ?

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