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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…

20. Oktober 2011

So hört man doch jedes Jahr die Fans verschiedener Fußballmannschaften singen, wenn es um den Einzug in das Finale des DFB Pokals geht. Was hat das aber mit meinem Blog bzw. mit meiner Arbeit zu tun!?

 

Berlin ist unsere Hauptstadt, Trendsetter für vieles und mit über 3 Millionen Einwohnern die größte Stadt Deutschlands. Gelsenkirchen ist auch eine uns bekannte Stadt aus dem Pott. Sie hat wenig gemein mit der Weltmetropole, aber eine Gemeinsamkeit haben diese Städte, außer, dass ihre Fußballvereine in der ersten Bundesliga spielen. In beiden Städten ist die Feuerwehr fast alleiniger Leistungserbringer im Rettungsdienst.

Hier seht ihr 2 Rettungswagen, alle von außen eigentlich identisch, bis auf die Farbgebung, oder!? Das Personal ist auch fast überall das gleiche. Mindestens ein Rettungsassistent sitzt als Teamführer auf diesen Fahrzeugen. Bis jetzt keine entscheidenden Unterscheide. Schauen wir uns das Ganze doch mal etwas genauer an. In Köln und Düsseldorf darf ein Rettungswagen 8 Minuten bis zum Einsatzort brauchen. Berlin unterteilt dies, dort darf der RTW auch nur 8 Minuten brauchen, muss diese Zeiten aber in der Schutzklasse* A ( Innenstadt) nur in 75 % und in der Schutzklasse B (Außenbezirke) in nur 50 % der Fälle einhalten. Ist der Innenstädter schützenswerter als der, der in den Außenbezirken wohnt? In Köln und Düsseldorf ist es egal wo man lebt, der Rettungsdienst muss in 8 Minuten eingetroffen sein und dies in 90 % der Fälle. Dass diese Hilfsfristen nicht zu 100 % erfüllt werden können ist klar, weil es Schnee, Sturm oder andere Unwägbarkeiten gibt. Aber schneit und stürmt es in Berlin so oft, dass die Berliner Feuerwehr die Hilfsfristen in nur 50 oder 75 % erfüllen muss!? Oder könnte es vielleicht auch daran liegen, dass man es seit Jahren verpasst hat, seine Wachenstandorte strategisch sinnvoller auszurichten? Oder hat man kein ernsthaftes Interesse am Rettungsdienst, obwohl es die Hauptaufgabe der Berliner Feuerwehr ist. 2006 hat die Führung der Feuerwehr versucht, durch ein neues Einsatzkonzept etwas zu verändern, was aber laut der Berliner CDU nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Diese fordert, die immer schlechter werdende Notfallversorgung zu verbessern, und dass es keine Unterscheidung mehr zwischen Innenstadt und den Außenbezirken geben soll und alle Notfälle in 85 % innerhalb von 8 Minuten bis Ende 2012 erreicht werden.

Wer glaubt, dies wäre der einzige Unterschied zum Rest der Republik, der irrt leider. Noch viel bedenklicher finde ich das Zitat auf der Internetpräsenz der Berliner Feuerwehr:

Die RTW der Berliner Feuerwehr führen keine Medikamente mit, da in Berlin die Dichte der NAW so hoch ist, dass sich kaum die Möglichkeit einer Medikamentengabe bietet. Die Einsatzkräfte sind gehalten, sich zunächst nur um die Basismaßnahmen zu kümmern.“

Vielleicht wird der gemeine Bürger denken, klar Medikamente darf nur der Arzt geben. So ganz richtig ist das nicht, denn der Rettungsassistent wurde während seiner Ausbildung auch im Umgang mit Medikamenten geschult. Natürlich ist die Ausbildung nicht so umfangreich wie die eines Arztes, trotz allem weiß der RA, wie er welche Medikamente zu geben hat. Seit 1992 gibt es die Empfehlung der Bundesärztekammer im Rahmen der Notkompetenz, den Rettungsassistenten in bestimmten Situationen einige ausgewählte Medikamente freizugeben, wenn z.B. ein Notarzt in absehbarer Zeit nicht am Einsatzort ist. Liegt eine lebensbedrohliche Erkrankung, wie z.B. eine Unterzuckerung oder ein Krampfanfall vor, zählt jede Minute. Beide Erkrankungen können nur durch Medikamente, die sogar von der Bundesärztekammer empfohlen wurden und auch in der Ausbildung gelehrt wurden, behandelt werden. Die Behandlung duldet keinen Zeitverzug, denn wie gesagt, beide Erkrankungen sind lebensbedrohlich.

Eigentlich würde jetzt der Rettungsassistent seinen Notfallkoffer öffnen, dem Patienten mit dem Unterzucker den Zucker messen und sehen, dass dies eine lebensbedrohliche Situation ist und einen Zugang legen. Danach würde er sich das entsprechende Medikament aufziehen und dies verabreichen. So sieht das zumindest aus, wenn der Patient in Buxtehude, Köln oder München wohnt. In Berlin oder Gelsenkirchen würden die Kollegen der Feuerwehr vielleicht auch gerne das Medikament geben, aber es befindet sich weder in ihrem Notfallkoffer geschweige denn in ihrem Fahrzeug. Den Kollegen bleibt, wie oben zitiert, nur die Möglichkeit, Basismaßnahmen durchzuführen und auf den Notarzt zu warten. Wenn der Patient Glück hat, dauert dies nur Sekunden oder 1 Minute, kann aber auch in einer Großstadt wie Berlin mit 19 Notärzten auch mal 5 bis 10 Minuten dauern. Und wir reden hier nicht vom eingewachsenen Zehennagel, sondern von einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Komischerweise haben die Rettungswagen der Hilfsorganisationen( DRK, ASB und JUH) in Berlin und Gelsenkirchen, die am Rettungsdienst auch beteiligt sind, Medikamente an Bord.

Auch ein EKG/Defi sucht man auf den RTW der Feuerwehr in Berlin vergebens. Dafür haben sie einen AED. Das sind die Dinger, die auf jedem großen Flughafen oder Bahnhof hängen, die von Laien benutzt werden. Ist auch eine super Sache für Laien, man kann nichts falsch machen und rettet so evtl. Leben. Die Kollegen der Berliner Feuerwehr sind aber keine Laien, sondern wie ich ausgebildete Profis. Dieser AED der Feuerwehr hat zwar auch die Möglichkeit ein kleines EKG zu schreiben, wirkliche Diagnostik, die bei bestimmten Erkrankungen wie dem Herzinfarkt notwendig ist, kann dieses Gerät nicht leisten. Zwar können im Rahmen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ein Kammerflimmern durch Stromstöße beendet werden, aber es gibt eine Form des Herz-Kreislauf- Stillstandes, die mit diesem AED nicht behandelbar ist, denn das Gerät gibt bei dieser Form den Stromstoß nicht frei. Zwar gibt es AED, die auch dies können, die gibt es aber nicht auf dem Rettungswagen. Nur das EKG/Defi-Gerät auf dem Fahrzeug des Notarztes kann dies, genauso bietet dieses Gerät die einzige Möglichkeit um einen Herzinfarkt zu diagnostizieren. Vielleicht ahnt der Leser schon, die Rettungswagen der Hilfsorganisationen in Berlin haben ein EKG/Defi auf ihrem Fahrzeug.

Ist den Verantwortlichen in Berlin und Gelsenkirchen die Gesundheit ihrer Einwohner so egal? Oder traut man seinen Mitarbeitern nicht mehr zu, als Basismaßnahmen durchzuführen? Hat nicht jeder Bürger Anrecht auf die gleiche medizinische Versorgung, egal wo er in Deutschland lebt? Muss die Feuerwehr nicht irgendwann mal damit rechnen, wegen Organisationsverschulden angezeigt zu werden!? Ich möchte nicht in der Haut der Kollegen stecken, die zwar alle Maßnahmen mal gelernt haben, es aber nicht anwenden können!

Liebe Berliner und Gelsenkirchener Verantwortliche… das ist nicht Rettungsdienst im 21. Jahrhundert. Viele andere Großstädte machen es vor, wie man seinen Bürgern trotz hoher Kosten und anderer Widrigkeiten einen qualitativ hochwertigen Rettungsdienst bieten kann.

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24 Kommentare leave one →
  1. 20. Oktober 2011 10:43

    Beides sind hochverschuldete Städte, die sparen, wo sie nur können. Und am einfachsten spart man sich die Menschen, böse gesagt.

  2. David permalink
    20. Oktober 2011 10:52

    Hallo,
    das ist ja ein starkes Stück. Ich wusste zwar, dass es in Berlin ein wenig anders läuft als woanders, unter anderem durch den Artikel des Hauptstadtsanis.
    Dann braucht man ja gar keine Rettungsassistenten mehr, AEDs können auch Sanitätshelfer mit 80 Stunden Ausbildung bedienen. Was macht es denn für einen Sinn mit Alarm irgendwo vorzufahren und dann nichts weiter zu können als Blutdruckmessen, Einladen und Losfahren.
    Man erwartet doch mehr vom RD als Basismaßnahmen…

    Ich denke mal es ist einfach einen Kostenfrage, die Medis sind einfach ziemlich teuer. Und für das Corpuls 3 muss man ja auch einen 5stelligen Betrag berappen, aber wenn sich sowas die HiOrgs leisten können, dann ist es einfach frech und unverantwortlich, dass die Feuerwehr sich auf „Basismaßnahmen“ zurückzieht.

    Danke für die Aufklärung!

    • 20. Oktober 2011 10:56

      @David

      Herzlich Willkommen auf meinem Blog. Es ist traurig in meinen Augen, aber so ist es leider nun mal.

      @DerMaskierte

      wahrscheinlich ein Grund von vielen…

  3. 20. Oktober 2011 13:03

    Zum Thema „ausgebildete Profis“: Die geringe Materialausstattung bildet natürlich auch einen unvermeidlichen Teufelskreis mit der tatsächlichen Qualifikation des Personals. Wenn ich jahrelang nie Notkompetenz-Medikamente gebe und nie ein 12-Kanal-EKG schreibe bzw. lese (schlicht weil ich das Material und Gerät nicht habe), fehlt mir die Übung und ich bin bin nicht gut darin. Das ich nicht gut bin, verstärkt bei der BF-Führung vielleicht die Ansicht, den eigenen Leuten solle man nicht zu komplexe Aufgaben übertragen, denn die sind ja „zu doof“, also gibt es auch in Zukunft keine Erweiterung der Kompetenzen.

    Ausnahme sind natürlich die NEF-Fahrer als „Elite-RAs“ 🙂

    Aus Karriere- oder Ausbildungsgründen würde ich somit niemandem empfehlen, ein RS- oder RA-Praktikum bei der BF zu machen. Faktisch lernst Du da Krankentransport! Und wenn Du dann anschließend mal in die Landrettung wechselst und auf einmal ne halbe Stunde auf den Notarzt wartest, musst Du erst mal lernen, „richtig“ zu arbeiten…

  4. 20. Oktober 2011 15:28

    8 Minuten?

    Ich bin noch geschockt von einem Rettungswagenruf, den ich gestern für eine Kollegin veranlassen musste: hochrot, Panik, Zittern, Bauchschmerzen bis zum Wimmern, umgekippt.
    Ansage beim Telefonat war: ok, wir schicken sofort los. 2000m Weg.
    Ankunft des Wagens mit Blaulicht nach 25 Minuten! Kein Notarzt kam dazu.
    Transport dann nach 45 min direkt ins KH. OP fand heute morgen statt.

    Nicht in Berlin, sondern Kleinstadt mit KH und Rettungsstation im Ort in BaWü.

    Was war ich froh, dass sich das Ganze nicht verschlimmert sondern ein wenig beruhigt hatte bis die kamen. Das Warten war die Hölle.
    8 Minuten wären toll gewesen. Der Einsatz gehörte dann (bei Sonnenschein) zu den xx% der nicht erreichten Zeit.

    • 20. Oktober 2011 16:20

      @Biki

      Willkommen auf meinem Blog. Solche Geschichten sind tragisch und leider kommen sie vor. Wenn man sowas wirklich erlebt hat, dann dokumentieren und melden. Denn nur so kann etwas dagegen unternommen werden.

      • 20. Oktober 2011 16:30

        Ja, das haben wir gestern gleich gemacht.
        Bloß gut, dass es nicht wirklich eine lebensbedrohliche Situation war.

      • 24. Oktober 2011 13:15

        Also mal so eine Frage: Was willst du dagegen unternehmen? Man kennt die Umstände doch garnicht. Bei uns im Landkreis haben wir auch Wachenbereiche die vom Nachbarbereich mit SoSi in ca 15-20min erreichbar sind(bei übrigens 12min Zeitvorgabe bis zum Patienten). Wenn dieses eine Fahrzeug dann bereits im Einsatz ist dauert es nunmal bis ich zum Beispiel aus dem Nachbarbereich durch die ganze Stadt und dann über die Landstraße am Notfallort bin.
        Solche Aussagen regen mich ziemlich auf… es ist nunmal an manchen Tage nicht möglich, wenn zu viele Einsätze parralel laufen, die Einsatzzeiten aufrecht zu erhalten. Da ist dein „Melde es, damit was dagegen gemacht wird“ echt kontraproduktiv, weil es andere vllt sogar anstachelt sich gleich beim RD-Personal zu beschweren. Und das sind meistens echt die falschen, da ich zum Beispiel keinen kenne der nicht wirklich so schnell wie möglich zum Notfall zu kommen. Ausserdem, hätte sich durch die Verzögerung irgendetwas ergeben, wären sowieso nachfragen zwecks Einsatzzeiten gekommen.
        Was den Notarzt angeht das selbe, es gibt einen festgelegten Inikationskatalog für so etwas, allerdings habe ich ja auch nicht unendlich Notärzte zur Verfügung. Wenn alle gebunden sind kann ich auch keinen mitschicken. Ausserdem liegt es sowieso im Ermessen der Leitstelle, je nach dem was am Telefon gesagt wird, ob ich einen Notarzt mitschicke oder nicht.

      • 24. Oktober 2011 23:18

        @TheMaRv1

        Willkommen auf meinem Blog.

        Klar können nicht alle Eventualitäten abgedeckt werden, die 100 % werden wir nie schaffen. Aber wenn viele Bundesländer es schaffen, ihre Hilfsfristen in sogar teilweise 90 oder 95 % erfüllen können, dann kann das meiner Meinung Berlin auch. Schaut man mal in die deutsche Rettungsdienstlandschaft, so hat sich was die Hilfsfristen angeht, doch einiges in BaWü oder Hessen um mal 2 zu nennen geändert. Entweder man muss Geld in die Hand nehmen und mehr Fahrzeuge kaufen oder Wachen bauen, oder man muss seine Hilfsfristen ändern. Letzteres dürfte verdammt schwierig werden.
        Natürlich habe ich auch nicht Massen von Notärzten, aber doch hoffentlich genug fähiges RD Personal, was auch mal seinen Pat. ohne Doc notfalls in die Klinik bringen kann.

  5. 23. Oktober 2011 09:10

    Wäre das nicht mal ein Grund für eine Studie?
    Letalitätsrate bei Herzkreislauferkrankungen mit RTW- und Notarzteinsatz in Großstädten?
    Kann man da nicht mal Ärzte, die vorhaben zu promovieren, mit der Nase darauf stupsen?

    • 23. Oktober 2011 20:25

      @Marzipankartoffel

      Willkommen auf meinem Blog 🙂 Ja sicher wäre das mal ein Grund für eine Studie..aber wer will sowas machen?

  6. 26. Oktober 2011 09:20

    Ein schwieriges Thema, was aber auch ganz Deutschland betrifft. Denn man muss es ja nicht an den Großstädten festmachen. Mit welcher Berechtigung gilt mancherorts wie z.B. in Großstädten wie Berlin oder Gelsenkirchen für den Rettungsdienst eine Hilfsfrist von 8 Minuten, andernorts, gerade in ländlichen Gebieten, aber von 15 Minuten oder gar noch länger? Die Feuerwehr muss meines Wissens nach immer in 8 Minuten an der Einsatzstelle sein. Nur warum ist das nicht im Rettungsdienst möglich? Ja, ich weiß, das ist wieder nicht finanzierbar. Aber dann scheint auch nicht jeder Mensch in unserem Land die gleichen Anrechte auf Hilfeleistung zu haben. Oder ist ein Mensch gleich besser und hilfsbedürftiger, nur weil er in einer Großstadt lebt?

    Und was die Kompetenzen der Rettungsdienstler angeht bzw ob man ihnen nicht mehr als Basismaßnahmen zutraut: Dass die Berliner RTWs keine Medikamente mitführen halte ich schon für recht grenzwertig. Aber in Zeiten, in denen in ländlichen Gebieten manche NEF-Standorte zwischen 30 und knapp 50% der Zeit abgemeldet sind bleibt einem Rettungsassistenten dort ja kaum etwas anderes übrig als die Notkompetenz bzw die „erweiterten Versorgungsmaßnahmen“ voll und ganz auszuschöpfen. So unterschiedlich kann der Rettungsdienst aussehen. Und da muss ich dem Hauptstadtsani Recht geben: Das ist ein Teufelskreis. Da kann ich qualifiziert sein, so gut ich will, wenn aber die Übung und Erfahrung fehlt bringt mir das auch nicht viel.

    Ich denke, da liegt noch so einiges im Argen. Und besser wird das vermutlich nicht, eher im Gegenteil. Wie schon einige Vorredner gesagt haben: Das größte Problem ist sicherlich das Geld. Aber in Zeiten von Rettungsschirmen und Co wundert einen eh nichts mehr.

    • Googlefisch permalink
      28. Oktober 2011 18:21

      „Mit welcher Berechtigung gilt mancherorts […] eine Hilfsfrist von 8 Minuten, andernorts, gerade in ländlichen Gebieten, aber von 15 Minuten oder gar noch länger?“
      Ganz einfach: 1. ist das Ländersache, die, wie in NRW im FSHG, keine allgemeingültige Frist festsetzen, sondern das 2. den einzelnen Gemeinden überlassen. Die werden natürlich den Teufel tun und sich „5 min in 99% der Fälle“ auf die Segel zu schreiben, weil sie dann mit Klagen überhäuft werden. (Auf der anderen Seite kann man natürlich auch nicht sagen „20 min in 10%“, da das auch vor keinem Gericht Bestand haben dürfte)
      Wie das in Berlin tatsächlich rechtens ist, kann ich nicht beurteilen, finde es aber tatsächlich sehr fragwürdig.

      • 28. Oktober 2011 18:26

        @Googlefisch

        Willkommen auf meinem Blog 🙂 Jedes Bundesland macht seinen eigenen Gesetze und da steht dann auch drinnen, dass die nur einen AED auf dem RTW haben müssen. Genauso sieht es mit den Hilfsfristen aus..die darf jeder für sein Bundesland selbst bestimmen.

    • FW_SH permalink
      19. Februar 2012 16:20

      Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr aus dem hohen Norden ( SH) kann ich dem Krangewagefahrer nicht recht geben. Die Hilfsfristen von 8Minuten für die Feuerwehr sind zumindest hier oben absolut falsch. Da ich in einer Feuerwehr bin, welche mitten auf dem Land ist, dauert das teilweise mehr als 8 Minuten bevor wir überhaupt ausrücken können ( Gemeindefläche 2.300ha). Wenn ich Recht informiert bin, gilt für die Rettungsdienste eine Hilfsfrist von 12 Minuten, wir Feuerwehrleute haben gar keine Frist (zumindest bei der technischen Hilfe). Das führt dann auch dazu, dass eine Bundesstraße die durch ein Dorf führt und jetzt zur Autobahn ausgebaut werden soll, in diesem Dorf keine Auffahrt (auch keine für Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen) auf die Autobahn bekommt (noch gibt eine Kreuzung mit Ampel), da der Rettungswagen sowieso andere Wege fährt und die Feuerwehr darf dann zwei Dörfer weiter fahren um auf die Autobahn zu gelangen (damit sind das dann bis zu 15km Umweg und das Gerätehaus steht volle 200m Luftlinie bis zur Autobahn)

      • 19. Februar 2012 22:10

        Hallo FW_SH,

        Willkommen auf meinem Blog 🙂 Die Aussagen bezogen sich wohl auch auf sein Bundesland. Ich meine mal gehört zu haben, dass für Autobahnen einen Hilfsfrist von 30 Minuten gilt. Natürlich nicht ideal, aber man kann nicht überall eine Wache hinbauen.

      • FW_SH permalink
        19. Februar 2012 22:19

        Naja 30 Minuten würden das wohl nicht werden, da einfach die anderen Freiwilligen Feuerwehren alarmiert werden, die näher an den Auffahrten liegen. Obwohl auch die Ortskundigkeit der Disponenten gefragt sein wird. Unser Dorf liegt an einer Durchgangsstraße (Landesstraße) zwischen der nächsten Stadt und besagter Bundesstraße, wobei das Gerätehaus ungefähr in der Mitte der Straße liegt, die zum Gemeindegebiet gehört. Vor einiger Zeit gab es dann mal einen Verkehrsunfall mit folgender Aussage: Unfall zwischen Stadt und nächstem Dorf. Wir standen dann da: Und wo fahren wir jetzt hin? Sind dann letztendlich in die richtige Richtung gefahren, da einige Kameraden schon da vorbeigefahren waren (der LKW lag neben der Straße und nicht alle dürfen die Fahrzeuge fahren, daher sind sie vorbeigefahren) und das Blaulicht eines RTW konnten wir auch schon sehen.
        Fairerweise muss man aber auch sagen, dass wir nicht wissen, wie die Meldung an die Leitstelle aussah.

  7. 26. Oktober 2011 16:05

    Ist die Sache das in manchen Regionen die RTW´s nicht mit Medikamenten ausgestattet sind z.B. bei MANV Situationen nicht besonders nachteilig?
    Soviel Equipment führt ja ein NEF oder NAW ja auch nicht mit.

    Auch ist es wohl doch etwas aufwendig wenn man z.B den Medikamentenkoffer, EKG und Defi aus dem NEF erstmal in den RTW verfrachten und auch dort unterbringen muss.

    • 26. Oktober 2011 17:22

      @Sueder80

      Naja ein MANV ist ja immer noch ein bisschen was anderes, wie der normale Notarzteinsatz. Ich denke in den RTW´s wird es für das EKG etc. auch Halterungen geben..für den Medikamentenkoffer eher weniger.

      • 29. Oktober 2011 12:30

        Leere Halterungen für die NEF-Gerätschaften sind in der Tat in jedem Berliner BF-RTW verbaut. Sieht im Normalzustand immer so aus, als ob irgendein Strolch das Equipment geklaut hätte 🙂 So ist den Kollegen ständig vor Augen, was sie NICHT haben 🙂

  8. Björn R. permalink
    26. Oktober 2011 22:09

    Berlin, Alexanderplatz. Als Ersthelfer bei einer jungen Frau die Bewusstlos am Boden liegt. Schnauft noch, Puls ist auch da -> 112 -> nach tatsächlichen kurzen 5 min, Auftritt der BF Berlin, 3 Mann ohne Material kommen schlenderten zu uns zwei Ersthelfern und der noch immer bewusstlosen Patientin. „Juten Tach, Feuerwehr Berlin, kannse laufen???“

    Ich hätte besser ein Taxi rufen sollen …

    • 26. Oktober 2011 22:38

      @Björn

      Willkommen auf meinem Blog. Sowas ist natürlich mehr als suboptimal. Aber um ein bisschen die Berliner Kollegen in Schutz zu nehmen, das kann dir leider auch überall woanders passieren.

      • 26. Oktober 2011 23:13

        Wollte mich eigentlich zurückhalten, habe aber soeben ein Deja vu: Dieser Spruch „Kannste loofen?“ bei allen Arten von hilflosen Personen ist in meiner Umgebung der absolute und ewige Running Gag, wenn wir uns – manchmal überheblich und unfair – über die Arbeitsweise der Berliner Feuerwehrretter amüsieren oder aufregen. Ganz genau diesen Spruch haben wir aber leider bei der Übergabe von Patienten an die Feuerwehr leider schon zu oft erlebt, um es für Mythos oder Übertreibung zu halten. Arbeitsvermeidung an erste Stelle scheint oft das Motto. Hände in den Hosentaschen, zum Patienten schlendern und dann „kannste loofen?“ Aber die Hauptstadt der Betrunkenen lässt ja vielleicht auf besonders schnelle Art abstumpfen, wenn irgendwo wer rumliegt, erst Recht an Trinkertreffpunkten wie dem Alex.

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