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Gunter…

17. Oktober 2012

Wenn ich an ihn zurückdenke, dann mit einem lachenden Auge. Aber Gunter konnte einen auch sehr oft zur Weißglut treiben, wenn man mit ihm Dienst hatte.

Als ich meine ersten Schritte im Rettungsdienst machte, war er schon über 30 Jahre dabei. Erst war er Transporthelfer und fuhr mit seinem Krankenwagen die Patienten alleine ins Krankenhaus. Später kam dann der Rettungssanitäter, und den Rettungsassistenten bekam Gunter ohne irgendwelche Prüfung, weil er schon so lange als Rettungssanitäter gefahren war. Seit geraumer Zeit fuhr er nur noch Krankenwagen, er wollte, so hörte ich damals, keinen Schichtdienst mehr fahren.

Es dauerte nicht lange und ich saß mit Gunter auf seinem Krankenwagen. Ich merkte sehr schnell, dass er so gewissen Eigenarten hatte. Zu denen gehörte es, nirgends schneller als 80 km/h zu fahren, auch auf der Autobahn. Fuhr man selbst mal schneller, krallte er sich in seinen Sitz und lies einen ungerne noch mal ans Steuer.
Irgendwann während des Tages ging es in die nächste Großstadt. Nachdem wir fertig waren, fragte er mich, ob ich Hunger habe. Klar hatte ich Hunger, also folgte ich ihm in die Kantine. Dort ging er gleich zum Küchenchef und was nun kam, lies tief blicken, wie Gunter wirklich tickte.

Mein Zivi“, so fing er an „hat so Hunger, habt ihr nicht für den armen ein kostenloses Essen!?“ Mir fiel alles aus dem Gesicht, ich wollte gerade was sagen, da machte Gunter munter weiter. Man könne den Zivi ja nicht mit leeren Magen gehen lassen. Mir war das so unendlich peinlich. Auch der Küchenchef schaute etwas pikiert drein. Meinen Kollegen störte sich keinen Meter daran, sondern machte immer weiter. Und er hatte sogar Erfolg, denn wir bekamen unser kostenloses Mittagessen. Als wir wieder im Auto saßen, meinte ich so: „Gunter, sowas kannst du doch nicht machen, ich bin kein Zivi und ich habe genug Geld um mir mein Essen selbst zu kaufen!“ Seine einzige Antwort darauf war: ”Wieso!?”

Zum Glück musste jeder von uns nur ein paar KTW-Dienste im Jahren fahren und somit blieb mir eine weitere Fahrt mit ihm erst einmal erspart. Eines Tages kam meine Lieblingskollegin schallend lachend in unser Raucherzimmer. „Das glaubt ihr nie, was Gunter gestern gerissen hat.“ Wir schauten sie alle an und warteten auf das, was kommen würde.

Sie berichtete: „Jonas, unser neuer Zivi, ist gestern mit Gunter Krankenwagen gefahren. Naja, eher: Er saß hinten beim Patienten und Gunter fuhr…“
Das war auch typisch für ihn, er saß wie damals als Transporthelfer vorne und sah überhaupt nicht ein, sich zum Patienten zu setzen, er war ja nur fürs Fahren da und nicht dafür, sich mit dem Patient zu unterhalten.

Nun erzähl schon, was hat er diesmal gemacht?“ Doch da bimmelte der Melder von Lieblingskollegin zum Einsatz… Fortsetzung folgt 😉

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9 Kommentare leave one →
  1. 17. Oktober 2012 12:24

    Fortsetzung folgt. 😉 Wie im Kino.

    VhG

    Andrea

  2. hajo permalink
    18. Oktober 2012 18:53

    ach Paul, jetzt fängst Du auch schon damit an .. 😦

  3. 20. Oktober 2012 20:48

    Ahhh!!! Cliffhanger, wie fies! Lass uns bitte nicht zu lange warten 🙂

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