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Erste Hilfe Geschichten Teil 7…

6. Mai 2013

Viele Geschichten wurden auch als Kommentar unter meinen Aufruf geschrieben. Die möchte ich euch nicht vor enthalten.

Mithrandir kam zu einem Verkehrsunfall.

Ich kam zu einem Autounfall, kleiner PKW vorne stark beschädigt.
Etwa 10 Schaulustige vor Ort, keiner macht was. OK, 112 war alarmiert.
Fahrer hängt im Gurt, Kopf vornüber, Blut läuft in großen Mengen aus der Nase. Ich prüfe den Puls –> nix. versuche die Tür zu öffnen, geht nicht. Mit einem tempo versucht die Blutung zu stoppen. Dann höre ich ein Röcheln. Ich wundere mich, schaue noch einmal, aber der Fahrer ist reglos.
Plötzlich sehe ich vor dem Rücksitz zwischen einer decke eine Hand. Ich laufe ums Auto, öffne die hintere Tür 8geht Gott sei Dank). Zwischen Beifahrer- und Rücksitz ein kleines Mädchen (ca. 6). Eingeschlagene Zähne, offener Unterschenkelbruch. Ich rufe einen Passanten herbei, der mir hilft das Mädchen auf eine Decke zu legen. Wunde am Fuß wird abgedeckt, da kommt auch schon der Rettungswagen mit Notarzt.
Auch wenn dem Fahrer nicht mehr geholfen werden konnte, bin ich trotzdem froh, für das Mädchen etwas getan zu haben. Ich ärgere mich immer noch, dass das Mädchen viel früher hätte entdeckt werden können, wenn nicht alle nur gegafft hätten. Dafür wäre nicht einmal eine Ausbildung in EH notwendig gewesen.

Fiona musste ihre Erste Hilfe Fähigkeiten in der eigenen Familie anwenden.

Ich absolviere zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr – im Rahmen der Pflichtseminare, die man dort belegen muss, nahm meine Seminargruppe in den Faschingsferien am Erste Hilfe Kurs teil. Nie hatte ich gedacht, dass ich die Kenntnisse so schnell brauchen würde.
Am Ostersonntag saßen wir gemütlich beim Kaffee trinken, als meine Großmutter plötzlich aufstand und sagte, dass ihr sehr schwindlig sei – sie verdrehte die Augen und sackte auf einem Stuhl in sich zusammen. Kurzzeitig war sie auch bewusstlos. Die Erstversorgung übernahmen meine Tante und meine andere Großmutter, bis der RTW, den mein Vater alarmiert hatte, endlich da war. Letztendlich war ich sehr froh, dass ich den Erste Hilfe Kurs erst vor kurzem gemacht hatte – ich dachte auch an Dinge wie Kinder aus der unmittelbaren Umgebung weg zu holen und abzulenken und einen Einweiser für den RTW nach draußen zu schicken. Dabei habe ich auch gemerkt, wie wichtig es ist, dass die Helfer an der Person von anderen unterstützt werden und nicht auf sich allein gestellt sind – ich wurde mehrmals gefragt, ob sie in der Situation richtig handeln.

Irgendwer hilft, auch wenn er kein Blut sehen kann und organisiert Erste Hilfe.

Erste Hilfe – ach ja. das ist ein Thema bei dem mir immer etwas unwohl wird.

Als Kind habe ich mich mal über meinen Vater geärgert.
Wir sind auf einer Autobahn an einem Auto vorbeigekommen, das ganz offensichtlich gerade eben in den Graben gefahren war.
Mein Vater fuhr damals vorbei – bis zum nächsten Telefon und hat Bescheid gegeben.
(Das ist sicher 30 Jahre her. Handys hatte damals niemand.)
“Papa, warum hast Du nicht nachgesehen?” – “Ich kann kein Blut sehen. Wenn ich mich daneben lege, dann hift das niemandem.”
Das habe ich nicht verstanden.

Später in der Firma wurde ich Ersthelfer. Bis zum ersten Notfall. Ein Glaser hatte sich bei der Arbeit die Pulsadern aufgeschnitten.
Ich sehe heute noch, wie ihm das Blut schäumend zwischen den Fingern vorquoll. Aber zu einer sinnvollen Handlung war ich nicht fähig.
Wie gut, daß noch ein anderer Ersthelfer anwesend war. Der hat mich nach dem Erste Hilfe Kasten und den 3. anwesenden EH zum Telefon geschickt.
Seitdem verstehe ich meinen Vater besser.

Danach habe ich zum Sicherheitsbeauftragten “umgeschult” und oft ein schlechtes Gewissen, weil ich kein Handy besitze.
Aber wenn ich z.B. in einer Schwimmhalle Aufsicht habe (Verein), dann weiß ich immer, wo das Telefon ist. Ob das wirklich reicht?

 Daves half mit seiner Frau einem Betrunkenen.

Vor ca. 2 Jahre waren meine Lady und ich auf dem Rückweg von einer Saunaanlage, es war spät am Abend gegen 23:45 Uhr. Es war eine verhältnismäßig warme Sommernacht, so um die 20 Grad. Es war nicht viel Verkehr, aber ein paar Autos fuhren schon. Als wir an einer Ampel anhielten (T-Kreuzung) fiel uns auf der gegenüberliegenden rechten Seite ein Körper auf, der an der Ampel lag. Weit und breit kein Fußgänger oder stehendes Auto zu sehen. Wir fuhren in der Grünphase langsam über die Ampel und hielten ein paar Meter hinter dem Körper an. Andere Autos fuhren an uns vorbei.
Dort lag ein Mann, nicht ansprechbar, ca. 25 Jahre alt und offensichtlich stark alkoholisiert, dem Geruch nach zu urteilen. Meine Lady checkte kurz seine Vitalwerte und rief die Polizei. Ich blieb bei dem jungen Mann, der sich immer wieder bewegte, damit er nicht auf die Fahrbahn plötzlich kullerte. Plötzlich wurde er munter, war aber orientierungslos, wusste weder Tag noch Uhrzeit und wollte auf einmal losgehen, wir konnten ihn gerade noch vor der Rotphase abhalten. Er wollte unbedingt loslaufen und sprach von seiner Wohnung, wo die sei und er müsse jetzt los. Wir wollten ihn nicht unbedingt gegen seinen Willen festhalten, also lief ich ihm hinterher, damit er nicht auf die Strasse läuft oder wieder unbeachtet irgendwo liegenbleibt. Er ging in ein Wohnviertel und ich lief nach kurzer Zeit zurück, um der Polizei beschreiben zu können wohin der junge Mann ging. Leider hatte ich kein Handy bei mir, sonst wäre ich bei ihm geblieben und Kontakt gehalten. Ich beschrieb den Polizisten dann in welche Gegend der junge Mann ungefähr gelaufen sei.
Das war alles was wir davon noch mitbekamen, ich weiß nicht wie die Sache ausgegangen ist aber hoffe, dass der junge Mann die Nacht nicht auf der Strasse verbringen musste.
Was mir bis heute keine Ruhe lässt ist wie viele Autos in der ganzen Zeit an uns vorbeifuhren oder vielleicht schon vor uns einfach vorbeifuhren, der junge Mann war nicht zu übersehen, die Ecke war gut beleuchtet.

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2 Kommentare leave one →
  1. MaufineCbf permalink
    6. Mai 2013 23:03

    Ich durfte vor ca. 15 Jahren erleben, wie Helfer weggeschickt werden…

    Mein Vater ist Feuerwehrmann und wir sind im Urlaub im tiefsten Bayern an einem Unfall vorbeigekommen. Kein anderes Fahrzeug weit und breit nur ein Auto auf dem Dach und ein junger Mann stand daneben. Das Fahrzeug stank nach Alkohol, Es war wohl ein Kasten Bier zu Bruch gegangen.
    Mein Vater ist hin, hat sich den Mann angesehen und nach anderen Insassen gefragt. Da der Fahrer offensichtlich unter Schock stand, wollte mein Vater, dass Mutti zur nächsten Telefonzelle fährt um Hilfe zu holen. In diesem Moment kam ein Taxi. Der Fahrer stieg aus, fragte den Jungen, ob er verletzt sei, was dieser verneinte. Daraufhin sagte der Taxifahrer wir sollten jetzt wegfahren, er würde sich um den Jungen kümmern, setzte diesen in sein Taxi und war weg.

    Meinen Vater und uns ließ das keine Ruhe, Als wir zwei Stunden später wieder an dieser Stelle vorbeikamen, war das Auto weg. Die Begrenzungspfähle waren wieder aufgebaut und Gras und Erde waren offensichtlich mit einem Rechen bearbeitet worden.
    Unser Vermieter erklärte uns dann auf die Frage, ob das so normal sei, dass der Junge wahrscheinlich noch nicht 18 war und der Taxifahrer nicht wollte, dass wir ihm wegen einem kleinen Fehler das Leben verbauen, weil er ja dann eine Sperre im Führerschein gehabt hätte. Deshalb regelt man das auf dem Land unter sich, solange keine Verletzten zu beklagen sind.

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