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Erste Hilfe Geschichten Teil 12…

10. Juni 2013

Trotz seines jungen Alters musste Jan schon öfters Erste Hilfe leisten…

 

Die erste Situation war wirklich unglaublich, ist aber genau so passiert, wie ich sie schildere! Auf dem Hamburger Rathausmarkt fand eine Art „Tag der Hilfsorganisationen“ statt. Hier stellten sich die Rettungsdienste, die Feuerwehr, der ADAC etc. vor. Es gab Hundestaffelvorführungen, Wasserrettungsübungen etc. und natürlich jede Menge Werbung für die Teilnahme, für eine Spende und für was noch alles.

Nachdem wir uns dort ein wenig umgesehen hatten, entfernten sich meine Frau und ich vom Rathausmarkt und schlenderten ein wenig durch die angrenzenden Straßen. An einer Stelle, die laut Google Maps genau 120 Meter vom Rathausmarkt entfernt ist, lag ein Mann auf dem Boden und hatte scheinbar einen Krampfanfall erlitten. Er blutete aus dem Mund, zuckte, war nicht ansprechbar etc. Obwohl wir uns in einer belebten Einkaufsstraße befanden, war ich zusammen mit einem Mann, der die Jacke einer großen Hilfsorganisation (HO) trug, nach einem mittleren Sprint der erste, der dem Opfer Erste Hilfe leisten wollte. Ich checkte, ob der Kollege von der HO bereits den RTW verständigt hätte und ob er die Leitung der Ersten Hilfe Maßnahmen übernehmen wolle. Unglaublich aber wahr – er hatte weder alarmiert, noch war er bereit (oder wahrscheinlich eher in der Lage) zu helfen. Er stand auf und ging. Im Nachhinein fiel mir ein, dass es sich bei ihm wahrscheinlich um einen der Spendensammler gehandelt hat, die gerne von HOs eingesetzt werden. Die kriegen dann die passende Jacke übergezogen und sollen die Leute zu Mitgliedschaften aufrufen. Aber das Bild, einen Mann in der Jacke einer HO zu sehen, der eine hilflose Person liegen lässt und verschwindet – das war schon bizarr.

Es wurde aber noch besser: Kurze Zeit später kam ein weiterer Mann dazu, um ebenfalls zu helfen. Die ihn begleitende Frau versuchte eindringlich – aber zum Glück vergeblich – ihn davon abzuhalten, zu helfen. Da sei ja überall Blut, das sei ja eklig etc. Der Mann hat sich allerdings recht resolut durchgesetzt und seine Unterstützung angeboten. Kurze Zeit später wiederum tauchte seine Begleiterin wieder auf. Sie hatte in einem nahe liegenden Supermarkt zwei Plastiktüten organisiert, in die man sonst sein Obst und Gemüse zum Abwiegen einpackt. Diese wollte sie jetzt ihrem Freund als Hndschuhersatz aufdrängen…

Aber auch das war noch nicht das Highlight: Ich hatte gleich zu Beginn der Situation meine mich begleitende Ehefrau gebeten, doch schnell die 120 Meter zum Rathausmarkt zurück zu laufen und professionelle Hilfe zu organisieren. Dort standen sie ja alle… Es hat mehrere Minuten gedauert, bis sie zurück kam, begleitet vom Sanitäter des dort ausgestellten Rettungshelikopters! Entweder sah sich an keinem der Ständer der HOs jemand in der Lage zu helfen oder sie haben die Situation allesamt falsch eingeschätzt.

Letztlich war es ja auch keine große Geschichte, der Krampfanfall ging vorüber, der Mann war langsam wieder ansprechbar – wenn auch sehr benommen – und in Hamburg ist der RTW ja auch zeitnah da und konnte den Mann übernehmen. Die gesamten Umstände der Geschichte haben mich aber schon ins Grübeln gebracht und mir mal wieder klar gemacht, wie wichtig es für jeden Einzelnen ist, im Notfall zumindest grundsätzlich helfen zu können.

Meine zweite Situation war eigentlich relativ unspektakulär. Ich fuhr – wieder mit der mich liebenden Ehefrau an meiner Seite – im Auto eine belebte Straße in Hamburg entlang. Im Augenwinkel sah ich eine Fußgängerin mit unnatürlich roten Haaren. Scheinbar hat mein Unterbewusstsein verstanden, dass diese Haarfarbe irgendwie ungewöhnlich aussah, so dass ich an der nächsten Stelle abbog und zu ihr zurück fuhr. Tatsächlich hatte sie an einer Einmündung einen Unfall gehabt, bei der ein abbiegender PKW sie von ihrem Rad gefahren hatte. Der anschliessende Sturz führte zu einer Kopfplatzwunde, die wiederum für die spektakuläre rote Haarfarbe verantwortlich war.

Die Dame zeigte Anzeichen eines leichten Schocks, weigerte sich aber, sich doch kurz hinzulegen und die Beine hoch zu nehmen. Die Situation überforderte sie sichtlich und der Anblick ihres blutgetränkten Schales sowie eines deutlich sichtbaren Blutflecks auf der Straße hätten ihre Lage sicherlich nicht verbessert. Der RTW und die Polizei war bereits alarmiert worden, so dass ich mich darauf konzentrieren konnte, die Dame ein wenig zu betreuen. Nachdem ich sie überreden konnte, mir das blutige Taschentuch zu überreichen (ich hatte natürlich Handschuhe aus dem Erste Hilfe Kasten im Auto an) und stattdessen eine sterile Kompresse auf die Wunde zu halten, konnte ich mich um ihr seelisches Wohl kümmern, was in der Situation wahrscheinlich so ziemlich das wichtigste für sie war. Ich habe das Taschentuch dezent hinter meinem Rücken verschwinden lassen, ihren blutgetränkten Schal so gehängt, dass er von ihr nicht mehr zu sehen war und ihr glaubhaft versichert, dass das Blut auf der Straße nicht von ihr sei. Dann habe ich sie darauf vorbereitet, dass der RTW bald da sei und dann zwei freundliche Männer mal einen Blick drauf werfen, ob sie ihr helfen können und sie fortan in ein nettes Gespräch verwickelt, wo sie denn wohne etc. Sie beruhigte sich auch zusehends und die Kollegen auf dem RTW konnten die Betreuung einer Patientin übernehmen, die zwar noch immer verwirrt wirkte, aber zumindest nicht mehr am Rande eines Schocks zu stehen schien.

Im Grunde habe ich in dieser Situation ja gar nicht viel getan. Ich bin mit offenen Augen durch die Gegend gefahren, habe eine Person bemerkt, die Hilfe benötigt und diese Hilfe mit einfachsten Bordmitteln veranlasst. Der größere Teil war es tatsächlich, dass sich jemand um sie gekümmert hat, sie beruhigen konnte und mit ihr gemeinsam auf die Ankunft des RTW warten konnte.

Als ich – verspätet – im Büro zur Arbeit erschien, war mein Chef unglaublich glücklich, ich zu sehen. Meine geliebte Ehefrau, der ich zu Beginn mein Handy zugeworfen habe und aufgetragen habe, im Büro Bescheid zu sagen, war wohl ebenfalls etwas überfordert von der Situation. Was sie meinem Chef verständlich machen konnte war in etwa: „Unfall! Jan! Überall Blut!“ Die nicht ganz unwichtige Info, dass ich gar nicht selbst betroffen war, hat sie dabei wohl übergangen…

Last but not least eine Situation, die ungleich bedrohlicher war. Ich habe an einer Discothek als Türsteher gearbeitet. An die Gründe erinnere ich mich zwar nicht mehr, aber wir haben eine Gruppe von 3 oder 4 Personen abgewiesen – und das völlig zu Recht, wie sich schnell zeigen sollte. Ein junger Mann aus der Gruppe hielt es scheinbar für eine sinnvolle Idee, seinem Ärger über den verwehrten Disco-Besuch Ausdruck zu verleihen, in dem er in einen dunklen Hauseingang verschwand und dort gegen eine Glasscheibe in einer Eingangstür boxte. Diese Glasscheibe war durch sein Imponiergehabe auch nachhaltig beeindruckt und veränderte ihre Beschaffenheit umgehend von einem soliden Stück Glas zu einer losen Ansammlung spitzer Glasscherben. Einige von denen gaben umgehend der fordernden Schwerkraft nach, andere verharrten noch ein wenig in ihrer Silkonfassung. Dieser Umstand wurde unserem Nachwuchshelden spätestens dann zum Verhängnis, als er seine Hand nach getaner Boxarbeit wieder aus der Öffnung entfernen wollte, die bis vor Kurzem noch von einer intakten Scheibe verschlossen war. Kurz: Das Glas rächte sich und fügte ihm eine böse Schnittverletzung im Bereich der Pulsader zu.

Seine Freundin kam aufgeregt zurück zu uns und bat um unsere Hilfe. Einer Vorahnung folgend, nahm ich mir den Erste Hilfe Kasten gleich mit. Zum Glück ist die Versorgung einer derartigen Schnittverletzung eine der Standardsituationen im Erste Hilfe Lehrgang gewesen, so dass ich innerhalb von relativ kurzer Zeit den Mann in einer vernünftigen Lage hatte und die Blutung vermittels eines strammen Druckverbandes auch relativ gut unter Kontrolle hatte. Auch hier kam dann bereits der alarmierte RTW, um den jungen Mann zu übernehmen.

Ich musste allerdings feststellen, dass a) nicht alle meine Türsteher-Kollegen in solchen Situationen ähnlich ruhig bleiben wie ich und/oder b) ich an meiner Kommunikation arbeiten muss. Nachdem ich einen Kollegen gebeten hatte, hinter dem Mann zu knien und ihn aufrecht zu halten, sowie seinen Arm nach oben zu halten, ging mir dessen panische Freundin auf die Nerven. Ich bat – ohne konkret an einen Ansprechpartner zu denken – darum, dass doch bitte jemand, die junge Frau mal aus dem Hauseingang wegführen solle. Das hat mein Kollege auch prompt zum Anlass genommen, den kaum ansprechbaren jungen Mann umgehend los zu lassen und sich um dessen Freundin zu kümmern. Hätte ich da nicht schon fertig verbunden, hätte ich bestimmt noch dummer geguckt als ich es da eh schon getan habe. 🙂

Ich hatte in der ganzen Hektik und dem mangelhaften Licht in diesem Hauseingang leider die Handschuhe im Erste Hilfe Kasten nicht gefunden, so dass ich – entgegen allem Erlernten – diese relativ stark blutende Wunde mit bloßen Händen behandelt habe. Ich habe schlicht keine Alternativen gesehen. Obwohl ich meine Hände von den Kollegen im RTW quasi in Sterilium habe baden lassen, war das kein schönes Gefühl. Seitdem liegen die Handschuhe immer obenauf, so dass ich bei der Öffnung des Kastens sofort zu denen greifen kann.

Alles in allem waren das jetzt drei Situationen, in denen ich mit vergleichsweise wenig Aufwand einem anderen Menschen hoffentlich habe helfen können. Es ist schade zu sehen, dass diese Hilfeleistung scheinbar nicht selbstverständlich ist. Noch schader finde ich allerdings, dass keiner dieser drei Menschen sich je zu einem Wort des Dankes bewegt hätte. Im ersten Fall hat der Mann mit Krampfanfall meine Hilfe ja wahrscheinlich nicht einmal wahrgenommen, die Frau jedoch, mit der ich ja direkten Kontakt hatte und der Mann mit Verletzung am Handgelenk haben genau mitbekommen, was ich für sie getan habe. Letzterer dürfte sich das auch noch von seinen Begleitern erzählt haben lassen. Und bei beiden Situationen hat die Polizei meine Personalien aufgenommen, es wäre also denkbar einfach gewesen, seinen Dank zu übermitteln. Schade, dass davon nicht Gebrauch gemacht wurde…

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25 Kommentare leave one →
  1. 10. Juni 2013 09:01

    Super das du immer wenn du kannst Hilfe leistest. Wie du schon selbst bemerkt hast ist das ja leider nicht selbstverständlich.
    Verstehe das auch nicht ;(
    Wenn schon Leute in Umfragen von vorn herein sagen das sie eine Verletzte/Bewusstlose Person nicht anfassen würden … absolut unverständlich

  2. Peter permalink
    10. Juni 2013 12:57

    Es geht doch um Erste-Hilfe, oder? Also zwei Dinge stören mich:
    Lasst doch dieses mit dem Beine hochlegen weg. In den seltensten Fällen ist das angebracht und im Stress wird dann die stabile Seitenlage vergessen. Aber Beine hoch… das merken sich die Leute, weil es einfach ist und aus schlechten Filmen kommt und noch heute immer wieder von Laien „gelehrt“ wird.

    Außerdem würde ich das umgangssprachliche Wort „Schock“ vermeiden. Ein normaler Erste-Hilfe-Lernender kann nicht zwischen den beiden Bedeutungen „Hypotonie“ und „akuter Belastungsreaktion“ unterschieden.

    Volumenmangelschock und akute Belastungsreaktion haben unter Umständen gleiche vegetative Symptome wie z.B. Bewusstseinsstörung, Herzrasen und Schwitzen. Folglich darf es das Symptom oder den Begriff „Schock“ in der Ersten-Hilfe gar nicht geben, da man aus ihm keine klare Handlungsanweisung ableiten kann.

    • 10. Juni 2013 16:13

      Ich bin über deinen Kommentar etwas erschreckt! Du hast schon mitbekommen, das es sich hier um Erste-Hilfe-Erlebnisse von Laien handelt oder?

      Und das mit dem Schock und Beine hoch legen. … solange ein Mensch ansprechbar aber verwirrt umherläuft, und sich somit vielleicht noch selbst in Gefahr bringt, was ist da gegen ein auf den Rücken legen und Beine hoch einzuwenden?
      Eine stabile Seitenlage ist hier sicher nicht nötig/anwendbar. Und grad wenn die Verunfalte Person verwirrt ist und vom Unfall geschockt, ist es doch das Wichtigste das die Person „beschäftigt“ wird und sich umsorgt fühlt bis die Rettungskräfte vor Ort sind.

      (Das Wort Schock in einem Laien-Bericht kann auch einfach psychisch erschreckt/verwirrt bedeuten und ist denke ich nicht nur medizinisch zu sehen. Wenn ich eine schlimme Nachricht bekomme kann ich auch umgangssprachlich „geschockt“ sein. Medizinisch stehe ich dann trotzdem nicht unter Schock! )

    • 13. Juni 2013 21:21

      Hallo Peter,

      Der Ton macht wirklich die Musik. Ich habe vor nicht mal 3 Tagen einen Patienten gehabt, dessen Kreislauf einfach mal kurzzeitig den Dienst quittierte, wahrscheinlich durch sein vor Jahren implantiertes neues Herz. Auch da hatten Erst Helfer die Beine hoch gelegt. Jetzt könnte ich wie du, Oberlehrerhaft die Damen und Herren auf ihren Fehler aufmerksam machen, oder ihnen trotzdem für ihre Hilfe danken. Wer von diesen glaubst du, wird beim nächsten mal noch helfen!?

  3. 11. Juni 2013 06:54

    Der Satz „Die Glasscheibe war … nachhaltig beeindruckt“ beschert mir gerade Kicheranfälle in der vollen S-Bahn. 😀

    Gute Geschichten, danke für’s Teilen.

  4. Peter permalink
    11. Juni 2013 12:50

    @machermama

    Du bist das perfekte Beispiel dafür, warum sich der Mythos „Beine hoch“ hält: Dein Erste-Hilfe Kurs scheint länger zurück zu liegen. Was kommt denn dann als nächstes? Dem Verunfallten etwas zu trinken reichen?

    Die Verbreitung von EH-Ausbildung in Deutschland ist einfach schwach. Und in diesen Geschichten hier werden viele Fehler unkommentiert gelassen, was ich für didaktisch unklug halte.

    Um den Hauptpunkt aus meinem ersten Kommentar nochmal aufzugreifen:

    Gegen „auf den Rücken legen und Beine hoch“ ist einiges einzuwenden. Es ist schlicht und einfach ein Fehler, dieses als Erste-Hilfe-Maßnahme durchzuführen. Es bewirkt zum Beispiel einen Anstieg des Hirndrucks und belastet das Herz-Kreislauf-System.

    Dir sollten ein paar sinnvollere Maßnahmen einfallen. Fang mit den situationsgerechten Maßnahmen an, die man im Erste-Hilfe Kurst lernt. (Absicherung, Eigenschutz, Hilfe holen, Reanimation, stabile Seitenlage, Blutstillung, Atmung beobachten, Präsenz, Zurede und vieles mehr.) Wenn das immer noch nicht reicht, lass einen Stuhl, eine Decke oder ein Kopfkissen holen. Aber bitte nicht die Beine hochlegen, es sei denn ein Arzt oder medizinisches Fachpersonal gibt die Anweisung dazu.

    TL;DR
    Die Wirksamkeit und Indikationen für Trendelenburg-Lagerung und Beinhochlagerung sind wissenschaftlich Umstritten. Siehe Der Einsatz der Schocklage in der Präklinik bei akuter Hypotonie – rettungsdienst-updates.de

    • 11. Juni 2013 13:47

      @ Peter
      Der Einwand an sich, das das Beine-Hochlegen veraltet ist, ist ja auch völlig ok.
      Es geht um die Art und Weise des Einwandes.
      Hier geht es darum Menschen durch Erlebnissberichte anderer Laien MUT zu machen selbst zu Helfen!
      Da viel zu viele Leute aus Angst etwas falsch zu machen gar nichts tun! Und genau das ist das Schlimmste!
      Also informiere bitte und prangere nicht an!

      Und was mich betrifft: Auch wenn mein letzter Erste-Hilfe-Kurs länger zurück liegt, halte ich micht selbst auf dem Laufenden und leiste Erste Hilfe wann immer es nötig und möglich ist. Und wende selbst die Stufenlagerung als Erste-Hilfe nicht an!
      Aber um MICH geht es hier überhaupt nicht.

  5. Jan permalink
    11. Juni 2013 14:43

    Lieber Peter,

    es gibt ja schon einen Unterschied zwischen schädlichem Handeln (wie ein Glas Wasser reichen) und „umstrittenem“ Handeln.

    Losgelöst davon, verwundert es mich doch etwas, wie überheblich Du hier auftrittst. Hier geht es darum, dass Laien schildern, wie sie Situationen erlebt haben, in denen Erste Hilfe – in welcher Form auch immer – nötig war.

    Dass sich von den Betroffenen keiner bedankt, habe ich ja schon im Bericht erwähnt. Dass ich hinterher kritisiert werde, weil mein Handeln nicht dem neuesten Stand entspricht (der sich ja ohenhin alle paar Jahre ändert), wäre eigentlich einen eigenen Absatz wert.

    Überall wird versucht, den Menschen die Angst vor der Ersten Hilfe zu nehmen. „Das einzige, was man falsch machen kann ist nichts zu machen“. Aber Du scheinst da andere Maßstäbe zu haben. In Zukunft warte ich gern, bis eine qualifizierter Person vorbei kommt und die Betreuung übernimmt.

    Aber extra für Dich lasse ich mal die bessere Lesbarkeit außer Acht, auf die ich beim Schreiben des Textes geschielt habe.
    – Die Frau zeigte Anzeichen einer akuten Belastungsreaktion. Sorry an alle Leser, die meinen ganzen Text nicht verstanden haben, weil dort „Schock“ stand, wo man doch völlig zu Recht „ABR“ erwartet hätte. Es lag mir fern, Euch zu verägern.
    – Zitat Peter: „Absicherung, Eigenschutz, Hilfe holen, Reanimation, stabile Seitenlage, Blutstillung, Atmung beobachten, Präsenz, Zurede und vieles mehr“
    Absicherung: Ich habe zur Vermeidung weiterer Unfälle meinen PKW auf der Fahrsbahn der Einbahnstraße stehen gelassen und vermittels des gesetzten Warnblinkers auf die Gefahr aufmerksam gemacht.
    Eigenschutz: Naja, Handschuhe hatte ich an und sonst wirkte die Dame gar nicht so gefährlich.
    Hilfe holen: Pol und FEZ waren verständigt, auf ein Eingreifen der Bundeswehr wollte ich verzichten.
    Reanimation: Puh, wäre schon möglich gewesen, aber ich glaube, die Dame hätte sich gewehrt.
    Stabile Seitenlage: Nachdem die Verletzte ja bei Bewusstsein war und auch hier Gegenwehr zu erwarten gewesen wäre, wenn ich sie plötzlich zu Boden ringe, habe ich verzichtet. Ich schlafe zwar gerne in der stabilen Seitenlage, das erschien mir hier aber auch unangebracht.
    Blutstillung: Joa, soweit möglich.
    Atmung beobachtet: Habe ich beobachtet, die hat aber nichts angestellt.
    Präsenz: Ich war da von dem Moment meiner Ankunft bis zum Moment meiner Weiterfahrt.
    Zurede: Jupp.
    Vieles mehr: Ich wollte die Umstehenden mit einem Kartentrick unterhalten, hatte aber gerade kein Deck dabei.

    Ich hoffe, Deine Vorbehalte soweit ausgeräumt zu haben und werde umgehend versuchen, die Personalien der Dame zu erfahren, um mich für meinen jugendlichen Leichtsinn zu entschuldigen.

    Die Aussage, dass es den Begriff „Schock“ in der Ersten Hilfe nicht geben dürfte, halte ich übrigens für dumm. Natürlich kann ein Laie am Ort des Geschehens das nicht diagnostizieren. Aber der Kollege in der FEZ kann dann überlegen, ob es vielleicht ein „echter“ Schock sein könnte und er ein NEF alarmieren möchte. „Hilfe holen“ gehört zur Ersten Hilfe und die Kameraden an der Strippe sind gut genug ausgebildet, um mit solchen Aussagen mehr anzufangen. Ich kann auch keinen Herzinfarkt diagnostizieren, würde es aber wahrscheinlich trotzdem wagen, diesen Begriff in meiner Meldung zu verwenden.

    • 11. Juni 2013 21:54

      Alle Daumen die ich finden kann hoch für diesen Kommentar Jan!
      Aber merke dir für die Zununft: IMMER Ein kartendeck in die Hosentasche stecken wenn du das Haus verlässt!

  6. DreiWünscheAufEinmal permalink
    12. Juni 2013 01:05

    Tipp meines Ausbilders, als ich mich zum betrieblichen Ersthelfer weiterbilden lassen durfte:
    Das Plastik-Ei aus dem Überraschungsei mit zwei Handschuhen füllen. Schön kompakt, passt in so ziemlich jede Tasche und ist sofort griffbereit. Nur bitte spätestens alle 2 Jahre austauschen.

    • Cerise permalink
      18. Juni 2013 00:28

      Das ist ja mal ein guter Tipp!
      So kann man immer welche dabeihaben, in der Jackentasche, Hosentasche, auch in der kleinsten Handtasche und ist somit schonmal die Sorge los „was man sich beim anderen so alles holen könnte“.
      *wird jetzt mal ein paar Plastikeier sammeln und befüllen*

  7. Lutz permalink
    12. Juni 2013 13:22

    @Peter
    Selten hat hier jemanden so arrogant und am Thema vorbei kommentiert wie du. Vielen Dank für dieses perfekte Beispiel wie man Kritik nicht formulieren sollte.

  8. Tauchaussie permalink
    12. Juni 2013 21:43

    Da muss ich mich machermama, Lutz und Jan anschließen. Ich hoffe, Peter hat mit seinen Formulierungen nicht zu viele Menschen verunsichert. Ich kenne durchaus welche, die nach solchen Kommentaren nichts mehr tun würden oder zumindest nicht mehr wissen, wie sie sich verhalten sollen. Und wenn man die Beine nicht in einer Situation hochlegt, wo es komplett falsch wäre, dann wird es auch nicht schaden. Ist ja keine große Sache.

  9. 13. Juni 2013 14:21

    traurig aber war. Solche Geschichten erlebt man, Gott sei Dank, nicht jeden Tag.

  10. nadastja permalink
    13. Juni 2013 20:56

    Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand behaupten möchte, lieber Jan und liebe machermama, dass ihr (nicht nur für diesen Artikel, sondern stellvertretend für alle (ehrlich gemeint) tapferen Ersthelfer gesprochen) eine schlechte bzw. insuffiziente Erste Hilfe geleistet habt. Selbstverständlich macht der Ton die Musik und Peters Kommentar war tatsächlich in dieser Hinsicht unumstritten ausbaufähig. Mir allerdings würde es nicht darum gehen, Ersthelfer in einem vernichtenden Urteil mit der Nase darauf zu stoßen, was sie falsch gemacht haben, sondern eher Hilfestellung zu geben, was sie noch besser machen können, beim (hoffentlich nicht so schnell einkehrenden) nächsten Mal.

    Zum Thema „Schock“ und Schocklage versuche ich das jetzt gerne mal, da es anscheinend ja doch Anlass zur Diskussion und Interesse an der Maßnahme an sich gibt.
    Als Erstes möchte ich sagen, dass man schon sehr wohl unterscheiden muss, zwischen der sozusagen psychischen Aufgebrachtheit, was im Volksmund als „Schock“ bezeichnet wird, und dem Schock als lebensbedrohlichem Zustand. Denn, was man als Ersthelfer darauf tut, könnte wohl doch unterschiedlicher nicht sein. Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass in Erste Hilfe Kursen oft der Kampf gegen Windmühlen stattfindet, Ersthelfern diesen Unterschied nahe zu legen.
    Beim typischen „unter Schock stehen“ nach schrecklichen Erlebnissen etc. kann der Ersthelfer am besten helfen durch Zuspruch, beruhigendes Zureden, Aufmerksamkeit. Sich eben kümmern um den Betroffenen. Auch das mag für Ersthelfer manchmal schwierig zu bewerkstelligen sein, ist aber das Beste, was sie tun können.

    Zum richtigen Schock und der Schocklage komme ich dann im Folgenden:
    Den Schock versteht man in diesem Sinne als absolut lebensbedrohlichen Zustand durch Blutverlust auf irgendeine Art und Weise, sodass das Blut dem Körper nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

    Nun für den Interessierten:
    Man bekommt dies im Erste Hilfe Kurs zwar nicht beigebracht, aber es gibt eine ganz einfache „6-B“-Regel, wie man sich merken kann, bei welcher Art von Verletzung/Erkrankung eine Schocklage aus verschiedenen Gründen vorerst nicht angebracht ist, solange eben vermeidbar.
    Birne (Kopf)
    Buckel (Rücken -> Wirbelsäule)
    Brust (hier wichtig zu merken: Herzinfarkt)
    Bauch
    Becken
    Beine
    Dieses auszuführen wäre jetzt sehr umfangreich, letzten Endes geht es in der Schocklage aber nun mal darum, in einem Schockzustand durch das Hochlagern der Beine einen stärkeren Rückfluss zu erreichen. So wird sozusagen Blut mobilisiert, um es dem Körper(kern) wieder zur Verfügung zu stellen. Das als kleine Exkursion ins „Fachchinesisch“.
    Im EH-Kurs wird eher erklärt, wann man diese Schocklage macht, nicht, wann man sie nicht macht. Das ist für einen Laienhelfer auch absolut völlig ausreichend, das ist ganz klar. Um nun wieder ins Ausführlichere zu gehen: Im Falle der aufgezählten Verletzungen oder Erkrankungen ist es allerdings nun mal nicht angebracht, eine Schocklage durchzuführen, da das viele zurückfliessende Blut im Zweifelsfall erheblich mehr Schaden anrichten kann, als gut zu tun. Denn es gibt nicht nur die fiese Schnittverletzung, die nach Außen stark blutet, sondern bekanntlich kann auch im Menschen vieles kaputt gehen. Wie ist es, wenn jemand auf dem Kopf stürzt, und im Kopf platzt ein Gefäß? Und hier liegt der Hase im Pfeffer vergraben. Um es einfach auszudrücken: Wenn dein Gartenschlauch irgendwo ein erhebliches Loch aufweist, aus dem es munter heraussprudelt, drehst du dann das Wasser besser ab, oder drehst du auf, dass umso mehr Wasser hintennach kommt und eine schöne kleine Fontäne daraus wird?
    Und natürlich kann der Mensch nach Innen nicht nur bluten, auch ein gebrochenes Bein ist ein Grund, keine Schocklage durchzuführen, denn was lege ich dazu hoch? Genau, die Beine.
    So einfach ist das mit der Schocklagerung. Wir können alle nicht hineinsehen und darum gibt es ein paar Regeln doch zu beachten.

    Was daran eben beachtlich ist – und das hast du, Jan, auch schon erleben dürfen – der Mensch, so sehr er auch unter „Schock“ (nun im psychischen Sinne) stehen mag, handelt manchmal doch überraschend instinktiv sehr korrekt. So wundert es mich nicht, dass die junge Dame mit der Kopfplatzwunde es nicht toleriert hat, sich flach hinzulegen und am Ende noch die Beine hochhalten zu lassen. Manche Situation ist für den Betroffenen einfach unangenehm und er wird es ablehnen. Tja und dann kommt der Peter im Kommentar da oben daher und erzählt was vom steigenden Hirndruck und solch einem komplizierten Kram. Um jetzt für’s Verständnis eine Brücke zu bauen:
    Die junge Dame, der du vorbildlich geholfen hast, muss nicht unbedingt nun eine massive Blutung in der Birne gehabt haben, allerdings ist es trotzdem sehr angenehm, den Hirndruck auf diese Weise zu erhöhen, wenn man sich den Kopf „gestoßen“ hat. Einfaches Beispiel für den Alltag: Probiere einmal, einen Kopfstand zu machen, während du Kopfschmerzen hast. Willst du nicht? Warum? Bestimmt, weil du dich dabei sehr unwohl fühlen wirst, und das weißt du.
    Und so ist das nun mal, wenn Unsicherheit besteht, ob man etwas gerade richtig oder falsch macht, der Betroffene, dem man gerade hilft, es aber nicht akzeptieren/tolerieren möchte, was man gerade mit ihm vorhat, dann lässt man es eben sein und zwingt sich nicht auf, denn allenfalls führt das dazu, dass der Hilfesuchende noch aufgebrachter oder misstrauisch ist.
    Um einem „Der Rettungsdienst macht das ja aber auch“ vorzubeugen:
    In manchen Fällen oben beschriebener Verletzungen ist das komplette Bild, das sich fürs Rettungspersonal zeigt, manchmal so komplex und verfuchst, dass man irgendwann zum äußersten schreiten und nach reichlich Überlegung doch die Schocklage anwenden muss. Das passiert dann aber auch nicht mehr zum Spaß, sondern weil das noch eine Chance sein könnte, etwas zu bewirken, wenn der Karren vor die Wand zu fahren droht. Allerdings handelt das Rettungspersonal auf einer anderen Ebene.

    Nach wie vor gilt:
    Tatsächlich ist es oft so wünschenswert, dass eher geholfen wird, dass sich überhaupt jemand kümmert. Das ist viel zu oft nicht der Fall.
    Wer das Ding mit der Schocklage hier jetzt nicht verstanden hat, wen es nicht interessiert, wer dadurch Angst gemacht bekommen hat (hoffentlich nicht!!!) oder unsicher ist, dem sei gesagt: MACHT EUCH KEINEN KOPF DARUM! Ob euer Vorgehen jetzt nach „Lehrbuch“ abläuft oder nicht, ihr wendet mit eurem Handeln so oft Schaden ab, was nicht der Fall wäre, wenn niemand etwas tun würde. Lasst euch nicht entmutigen.
    Zwar ist es leider ab und zu so, dass gut gemeint nicht immer gleich gut gemacht ist, und gerade das, was der Volksmund übermittelt, kann in seltenen Fällen auch fatal sein. Das ist zwar tragisch, aber was soll man da sagen? Der dumme Ersthelfer, das ganze wär nicht schief gegangen für den Betroffenen, wenn keiner was getan hätte? Das ist VOLLIGER QUATSCH!

    -> Wenn keiner was tut, kann es ja nur in die Hose gehen!!!

    Als Ersthelfer seid ihr erstmal zu beneiden für eure Zivilcourage, und noch wichtiger, handelt ihr alle nach bestem Wissen und Gewissen, und das ist hier der springende Punkt. Lasst euch nicht verunsichern, es wird niemandem geben, der es Anklagt, dass ihr so gehandelt habt, wie ihr es als Laien nun mal kennt. Das wird nie passieren, denn es ist und bleibt immer noch lobenswert, dass überhaupt jemand etwas getan hat, und darum kann ich alle nur weiterhin dazu ermutigen, zu helfen, wenn es nötig ist.
    Der fehlende Dank ist zwar schade, und auch das kann ich verstehen, aber auch da geht es dem Fachpersonal viel zu oft nicht anders. Umso schöner ist es, wenn man mitbekommt, dass es auch mal anders geht, aber oftmals wird vermutlich einfach gar nicht darüber nachgedacht, wer einem da geholfen hat, und was passiert / wie es ausgegangen wäre, hätte man es nicht getan.

    • 13. Juni 2013 21:27

      Hallo Nadastja,

      willkommen auf meinem Blog. Den angesprochenen Lesern ging es auch eher um den Ton und das Oberlehrerhafte, was Peter leider an den Tag gelegt hat. Dadurch vergraule ich mehr Erst Helfer, als dass ich irgendwas dadurch gewinne. Das es viele No gos für die Schocklage gibt ist uns Profis hoffentlich klar und ich habe sie in meinen 10 Jahren Dienst glaube ich nur 1 mal gesehen. Wir haben andere Möglichkeiten.

      Ich würde sogar Wetten, dass eine Schocklage durch Erst Helfer noch keinen ins Grab gebracht hat. Was da zurück läuft, bewegt sich wohl um die 250 ml.

      • nadastja permalink
        13. Juni 2013 22:33

        Nein, das wird sie wahrlich nicht. Und selbst wenn, wird es niemals die Schocklage allein gewesen sein, die die Leute ins Grab bringt.
        Allerdings ging es mir mit diesem Beitrag ein bisschen darum, dass ich natürlich das Entsetzen über Peters Kommentare verstehen kann, aber einer der obigen Kommentare ging für mich ein bisschen in die Richtung „Na sei’s drum, wenn ich keine stabile Seitenlage machen brauch‘, dann mach ich halt ’ne Schocklage, wird schon nicht schaden, also was willst du mir erzählen.“
        Dass es nicht zwingend schaden muss ist wohl klar, da muss man nicht drüber streiten. Aber diese gewissen No Gos gibt es eben, und das hat seinen guten Grund. Und auch zum Thema „schaden“ und „umstritten sein“ kann ich dazu ja nur sagen, dass man nicht umsonst für eine inadäquate Lagerung mindestens mal ordentliche Abzüge in egal welcher praktischen Prüfung im RD aufgrund von Patientenschädigung bekommt. Das ist nur meine Meinung dazu.
        Meinen doch etwas lang geratenen Beitrag also bitte etwas differenziert betrachten: Ich möchte keinem Ersthelfer an den Karren fahren, weil ich wirklich finde, dass das, was von ihnen getan wird, absolut super ist.
        Ich höre mir auch sehr gerne Erlebtes von Laien an, ohne dass mir der Kragen platzt, nur weil diese kein korrektes Fachchinesisch anwenden können, wie es bei manchen Kollegen der Fall ist. Das ist doch völlig egal. Und ich versuche auch gerne, lieber gute Tipps zu geben und mich zu bedanken, anstatt den klugen Oberretter heraushängen zu lassen.
        Aber wenn jemand es sich zutraut, auf fachlicher Ebene zu stänkern, lasse ich es mir auch nicht nehmen, verständlich formuliert etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

      • 14. Juni 2013 06:27

        Ich weiss schon was du meinst und um was es dir geht. Natürlich finde ich es auch besser, wenn alles tiptop läuft und auch der Laie eine gute Erste Hilfe abliefert. Natürlich würde ich Abzüge in der Prüfung kassieren, wenn ich falsch lagere, aber wir sind eben Profis und das unterscheidet uns sehr von den Laien. Denn den Laien überfordert schnell etwas, was uns ziemlich unberührt lässt. Deswegen soll der Laie ja auch bei der Rea ja nur noch drücken und nicht mehr beatmen.

    • 14. Juni 2013 09:18

      Ich finde es richtig und gut wenn man hier auch auf evtl. Fehler aufmerksam macht.
      Wie es auch schon in einem Anderen Erfahrungsbericht hier geschehen ist, wo darauf hingewiesen wurde das man einem Verufallten keinesfalls etwas zu Trinken oder zu Essen anbieten sollte.
      Aber der Ton macht die Musik und es sollte grade um potenzielle Helfer nicht zu verunsichern nicht als negative Oberlehrer Kritik daherkommen.

      Grade im Internet, wo man nur das geschriebene Wort liest und nicht die Mimik und Betonung des Menschen erlebt, wie im realen Leben sollte ganz besonders darauf geachtet werden wie es für den Außenstehenden rüberkommen könnte.

      Nadstja, dir nochmal vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

  11. 13. Juni 2013 21:11

    Mich verwirrt Peters Ansicht nicht minder. „Es geht doch um Hilfe?“ Eben drum! Es geht darum, lieber „irgendwas“ zu machen, als gar nichts, und dabei Gefahr zu laufen, dass ein Mensch schlimmstenfalls stirbt …
    Und ich denke, es gehört eine Menge Mut dazu, überhaupt zu handeln. Von den Vorwürfen, die man sich als Laie im Falle einer nicht geglückten Laienreanimation mal ganz zu schweigen … und? Egal. Lieber irgendwas tun als gar nichts. Lieber das – im Auge des Profis – vielleicht Falsche tun, als zu warten, dass der Mensch zu deinen Füßen aufhört zu atmen.
    Sorry. Geht gar nicht. Denn wie Tauchaussie schrieb, ich kenne auch eine Menge Menschen, die sich durch solche Kommentare verunsichern lassen.
    Unsereins ist Laie. Unsereins darf Fehler machen bei der Hilfe. Was bedeuten soll; ich halte es für didaktisch unklug Menschen zu bemängeln, die Fehler machen wenn sie helfen. Wichtig ist, sie haben geholfen.

    • 13. Juni 2013 21:32

      Hallo Frau Neunmalklug,

      willkommen auf meinem Blog, Profis sollten wissen, wie man mit Laienhelfern umgeht. Ich kann Oberlehrerhaft auftreten und die Menschen verunsichern, oder es auch einfach mal gut sein lassen. Bei meiner letzten Reanimation war das was der Laie gemacht, zwar nicht falsch, aber auch nicht 100 % gut. Hätte ich ihn jetzt auf seine Fehler aufmerksam gemacht, würde dieser sich unendlich viele Vorwürfe machen und vlt nie mehr helfen. Oder ich bedanke mich für seine Arbeit und kann hoffen, dass er beim nächsten Mal wieder helfen wird.

  12. 13. Juni 2013 22:24

    Sorry, war ein schlechter Einstieg bei dir. Aber ich war kurz echauffiert … Konstruktive und hilfreiche Kritik in einem entsprechenden Tonfall. Okay. Aber das ging mir eine Spur zu weit, gerade weil ich weiß, wie man sich hinterher fühlt. Wenn man dann noch zu hören bekommt, dass man quasi zu doof ist … genau das will das Projekt hier ja nicht bewirken, sondern das Gegenteil.
    Meine Geschichte hast du auch. Ich weiß, dass ich sicher vieles falsch gemacht hab und ich hab da lange dran rumgekaut, tue es noch immer. Sowas an Kritik muss dann echt nicht sein. Ersthelfern derartig ins Kontor zu schlagen…

    • 14. Juni 2013 06:31

      Ich finde nicht, dass es ein schlechter Einstieg gewesen ist. Jeder darf hier seine Meinung kund tun. Und mich als Profi regt sowas auch auf. Und was wir Profis immer vergessen, auch wir machen trotz Ausbildung auch nicht immer alles Richtig.

  13. Chris permalink
    17. Juni 2013 21:17

    Ich bin gerade auf sehr vielen Umwegen auf diesen Blog gestoßen, dennoch kann ich es mir nicht verkneifen auch meinen „Senf“ dazu zu geben! Ich bin selber RettAss seit etlichen Jahren und bilde seit mehr als zwei Jahren für meinen Arbeitgeber unsere Laienhelfer aus. Wir bringen den sowohl die Formen und Symptome von Schocks bei und lehren auch die richtige Lagerung der jeweiligen Form. Klar wird das im rein zivilen Sektor leider nicht in dem Unfang getan wie es sollte, aber eines dürfte uns „Profis“ klar sein: ohne unsere Laien, die helfen und Erstversorgung betreiben würden wir alt aussehen!
    @peter: erstens: Laien unterliegen keiner gesetzlichen Weiterbildung! Also bekommen viele gar keine Änderungen mit.
    Zweitens: wir Profis sind auch alles nur Laien wenn wir ohne unsere Fahrzeuge und ohne unser Equipment zu soetwas kommen. Ich habe es in den letzten Wochen mehrmals selber erlebt bei Verkehrsunfällen wie hilflos man dann manchmal ist! Klar ich bin Feuerwehrmann und rettungsassistent, nur ohne meine Ausrüstung kann ich nichts machen außer die Basics und Betreuung. Also sind wir da wie jeder andere. Und ich habe da auch keinen Dank für erhalten oder wurde ernst genommen! Ganz im Gegenteil! Es sind arrogante Rettungsdienstler die einem das Helfen versauen! Wenn ich mich schon als Rettungsdienstler zu erkennen gebe und werde dann noch verjagt ohne eine Übergabe machen zu dürfen ist das für mich eine Kränkung. Wie fühlen sich dann erst noch Laien die man zu sehr kritisiert!? Die verlieren den Mut! Und das müssen wir schützen. Ich kann nur hoffen Peter dass du kein Ausbilder bist und nicht zu viel an Unfallorten auf Laien triffst, ansonsten seh ich schwarz für die Bevölkerung in deinem Wachbezirk! Denn: die Minuten in denen ein Laie schon was macht(ob 100% richtig oder nur 50%) kann für die Bevölkerung Leben bedeuten, denn wir brauchen immer ein paar Minuten bis wir da sind!

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