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Erste Hilfe Geschichten Teil 20…

18. September 2013

Am Montag startete die „Woche der Wiederbelebung“. Passend dazu hat Roberta mir eine Geschichte dazu zukommen lassen.

Nachdem der Sommer dieses Jahr auf einen Dienstag zu fallen gedachte, war ich (=kleine, zierliche Frau, Röckchen, Schläppchen, Trägertop) auf dem Heimweg vom Fitti. Spontan hatte ich mich mit meinem Mann ins Kino verabredet und noch viel spontaner mich dazu entschlossen, nicht an meinem üblichen Parkplatz zu parken. Stattdessen stellte ich mich in eine ruhige Anliegerstrasse nahe am Kino. Es war noch über eine Stunde Zeit um die Karten zu besorgen und ich wollte danach noch dieses und jenes erledigen bis der Film losging.

Ich stieg also aus dem Auto, wechselte die Straßenseite und lief an einem Parkplatzzaun entlang als ich eine Männerstimme energisch und mit einer gewissen Verzweiflung in der Stimme, hörte:
„Mensch, Otto, lass den Scheiss, das kannste doch jetzt nicht machen, wach wieder auf …“
Bei den ersten zwei Dritteln des Satzes dachte ich noch an einen kleinen Streit, in den ich mich absolut nicht einzumischen gedachte. Beim letzten Teil war ich hellwach und habe mich suchend umgeschaut.

Hinter dem Zaun, halb versteckt zwischen Unkraut und parkenden Autos lag ein älterer, großer, bierbauchiger Mann in Jogginghose und optisch recht zweifelhafter Lederjacke. Seine Gesichtfarbe tendierte allerdings recht unzweifelhaft ins weiße und ein weiterer, ebenfalls haarscharf an der Grenze zur Ungepflegtheit entlangschrappender Mann rüttelte an der Lederjacke. Erster Eindruck, Vorurteile und so weiter – jedenfalls keine Bekanntschaft, auf die ich unter normalen Umständen Wert gelegt hätte.

In einem Sekundenbruchteil seufzte ich innerlich (warum eigentlich immer ich?), bildete mein Klischeebild von zwei Tippelbrüdern, von denen einer spontan seinen Rausch ausschläft und fragte den Rüttler, ob er Hilfe brauchen könne.
Ja, meinte er, Hilfe sei nicht schlecht, sein Freund Otto sei eben nach einer Schlägerei umgefallen und er hätte kein Telefon. (Oar. Schlägerei. Auch das noch.) Der Rüttler bugsierte Otto, dessen Gesichtsfarbe von Raufaser über Kalk und langsam Richtung blassblau wechselte, in die stabile Seitenlage und ich zückte mein Telefon und wählte die 110. Währenddessen schaute ich mich nach einem Straßenschild und einer Hausnummer um, mehr als das Fitti und das Kino kenne ich dort nicht. Gott sei Dank ist der Ort die Zentrale des Spießbürgertums und sowohl Straßenschild, als auch eine überdimensional große Hausnummer gegenüber waren auf einen Blick gefunden.

Es klingelte recht schnell, dafür auch sehr ausdauernd. Zwischenzeitlich hatte ich den Zaun umrundet und kniete neben Otto, der mittlerweile deutlich blau im Gesicht war. Sein Freund rüttelte, schrie auf ihn ein und bewegte Otto immer mal wieder zu einem deutlichen Luftschnapper. Nebenher erzählte er mir, wie Otto in einer Schlägerei mit einem Betrunkenen geraten sei, er ihn aber dort weggezogen hätte, weil Otto sich immer so schnell aufrege und wegen der Agression auch Tabletten nehmen müsse (Wird ja immer besser. Ich hocke neben einem blauen Riesen, der offenbar impulsiv, agressiv und potenziell betrunken ist und unter Medikamenteneinfluss steht.) jetzt wollte Otto nur noch eine Beruhigungszigarette rauchen (Ah, das Fisselding unter meinem Schuh.) und dann mit dem Auto nach Hause fahren. (I think not. Ich rieche Bier.)

Der im Wortsinn blaue Otto röchelte weiter ungleichmäßig und für meinen Geschmack in viel zu weiten Abständen vor sich hin, in meinem Ohr tutete immernoch das Freizeichen der 110. Ich griff mir seine Bärenpranke und redete im Duett mit seinem Freund auf Otto ein, drückte seine Hand und klemmte mit das Telefon zwischen Backe und Schulter, (tuuut***tuuut***tuuut) um einen Puls zu suchen – und Tatsache: ich fand an vorgesehener Stelle einen sehr schwachen, schnellen Puls. War das meiner oder Ottos? Vermutlich wars schon der von Otto, ich fühlte mich deutlich zu lebendig für so einen schwachen Herzschlag, aber sicher war ich mir nicht, weil ich den Puls unter meinen Fingern immer wieder verlor.

Gerade als ich nachschauen wollte, ob ich mich nicht verwählt hatte, ging -endlich- jemand ans Telefon. Und als ob ich es geahnt hätte: ich hatte mich quasi verwählt. Nachdem klar war, dass es ein medizinisches Problem ist, wurde ich an die 112 weiterverbunden und hörte mir die Warteschleife auf deutsch, englisch und spanisch (Spanisch. WTF. Wenn schon, dann Türkisch…) an, bevor ich wieder einen Menschen sprechen konnte.

Ich schilderte der Menschin am Telefon das Problem (älterer Mann, bewusstlos, zweifelhafter Puls, blaue Gesichtsfarbe, verbesserungswürdige Atmung) und den Ort des Geschehens. Sie versprach mir umgehende Hilfe – und legte auf. Äh. Eigentlich wollte ich fragen, ob wir die Seitenlage und die halbwegs freien Atemwege (offener Mund, kilometerlanger Spuckefaden, tiefblaue, raushängende Zunge) zugunsten einer Herzdruckmassage (= das, was 50kg Lebendgewicht zustande bringen, wenn sie auf einem 2m-Gorilla rumhoppeln) aufgeben sollen.

Ottos Kumpel erzählte mir zwischenzeitlich, woher er Otto kannte (sie spielen Boule zusammen, Otto wohl sehr leidenschaftlich) und auch sonst so ziemlich alles. Also nutze ich seine Redseligkeit und fragte, ob Otto denn Alkohol getrunken hatte und ob die Medikamente bekannt wären. Es stellte sich raus, dass Otto zwar einen Betreuer (*seufz*) hatte, aber keinerlei Alkohol trank (Ah. Gut zu wissen.) und seines Wissens auch nichts am Herz o.ä. hatte. Ein epileptischer Anfall schien es auch nicht gewesen zu sein, Otto klagte über Übelkeit und fiel wohl um wie ein Stein.

So warteten wir auf Hilfe: Ottos Kumpel weiter auf Otto einbrüllend und immer wieder rüttelnd, um ihm die seltener werdenden Atemgrunzer zu entlocken, ich ebenfalls auf Otto einredend, Händchen haltend und immer wieder Puls suchend, manchmal auch findend. (Faszinierend, wie blau ein Mensch werden kann. Sollte ich nicht doch versuchen, ihn auf den Rücken zu drehen und auf seinem Brustkorb rumdrücken? Ah, wieder ein Röchler. Vielleicht doch besser nicht? Verdammte Scheisse.)

Zwischenzeitlich erbot sich eine Frau, zu helfen, schaute aber selbst völlig überfordert aus der Wäsche. Ich bat sie, den Rettungswagen auf den Parkplatz zu lotsen, wir waren von der Straße aus absolut nicht zu sehen. Pflichtschuldigst drehte sie ab – und ward nie wieder gesehen. Ich habe keine Ahnung, ob sie den Rettungswagen abgewartet hat, aber als wir nach schier endlosen 10 Minuten endlich die Sirenen hörten, wetzte Ottos Freund wie von der Tarantel gestochen auf die Strasse, während ich weiter bei Otto blieb, dessen manchmal halboffenen blaue Augen sehr leer wirkten.

Irgendwann hörte ich die Sirenen nicht mehr und als ich mich schwungvoll aus der Hocke in die Senkrechte begab, mich umdrehte und loslaufen wollte (Eben waren die Sirenen noch verdammt laut! Wo sind die denn abgeblieben?!) kollidierte ich fast mit dem Krankenwagen, der sich von mir ungehört ‚angeschlichen‘ hatte.

Und das erste, was die Herren machen, ist eine Herzdruckmassage. Also doch. Verdammt, das hätte er schon vor 10 Minuten (gefühlt 2 Stunden) haben können. Otto, es tut mir leid, dass ich mich nicht getraut habe.

Zwischenzeitlich lief dann der Notarzt auf und zwei Polizisten verscheuchten die Zuschauer.

Die Polizisten stellten Fragen, die Rettungsmenschen zerschnippelten die Lederjacke, intubierten, drückten auf dem Brustkorb rum, legten Zugänge, steckten Eisbeutel in die Jogginghose (*brr*) und an den Hals, pumpten allerlei Medikamente in den Mann, wechselten sich mit dem drücken ab, ein Polizist musste auch ran, dazwischen immer wieder Elektroschocks.

Während ich immer wechselnde Infusionsbeutel hielt und Fragen beantwortete, wurde Otto zwar schnell wieder weiß statt blau, hatte aber immer wieder Aussetzer und schnaufte nur sehr selten gegen die Beatmung an.

Irgendwann waren alle Zuschauer verscheucht, Otto im Rettungswagen, zwischenzeitlich hatte ich das Wegwerfartikelschlachtfeld um Otto in einen Müllbeutel geräumt, Otto wurde mal wieder reanimiert, die Türen schlossen sich, der orangene Tross zog ab und plötzlich stand ich allein mit den beiden Polizisten und einer Mülltüte auf dem Parkplatz.

Es begann zu regnen.

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32 Kommentare leave one →
  1. 18. September 2013 06:42

    Puh, schwierig. Ich hätte wohl ebensowenig mit Drücken angefangen. Das ist so n Grenzfall, der im Kurs meist keinen Platz hat.

  2. 18. September 2013 08:48

    Puh… ich glaub ich wäre mir auch extrem unsicher gewesen wegen der Wiederbelebung.
    Im Zweifel die Person am telefon fragen bzw von Anfang an sagen das man überfordert ist. Dann bleiben die normal auch am Telefon und unterstützen.
    Aber Vorwürfe brauchst du dir sicher nicht zu machen!
    Denn du hast gehandelt und das ist das wichtigste was leider die wenigsten Menschen tun.

  3. mic@ permalink
    18. September 2013 11:03

    Dieser Bericht war so live geschrieben, daß es einen fast gruseln konnte. Ich hätte wohl auch auf eine Herzmassage verzichtet, da die Person ja noch atmete (wenn auch selten). Du hast Dich auf jedenfall wacker geschlagen und ich hoffe, Otto ist wieder wohlauf.

  4. 18. September 2013 11:17

    Eine Bericht, der einen echt sehr nah am Geschehen sein lässt.
    Ob eine Reanimation erforderlich ist oder nicht, ist manchmal eine sehr schwere Entscheidung,die ein Ersthelfer nur schwer treffen kann.
    Der Übergang vom kritischen Patienten hin zur Reanimation und zurück ist oft fließend. Von daher hast du auf keine Fall falsch reagiert, da du dir Gedanken gemacht hast.

  5. red_cap permalink
    18. September 2013 17:15

    Danke für Deinen Artikel. Er zeigt u.a. auf wie unglaublich wichtig eine strukturierte Notrufabfrage mit Hilfestellung bzw. Anleitung für den Hilfesuchenden ist.

  6. 18. September 2013 18:14

    Ich bitte einmal die Menschen, die sich besser auskennen als ich, meine unwissende Aussage zu korrigieren! Mir wurde vor vielen Jahren als Leitfaden für die Erste Hilfe beigebracht:
    Solange die Atmung noch geht, schlägt das Herz auch noch. Solange das Herz noch schlägt, drückt man nicht auf dem Brustkorb rum. Ergo: Solange noch Atmung vorhanden ist, macht man keine Herzdruckmassage, sondern überprüft weiter „nur“ Atmung und Puls.

    Ich wurde auch mal an einem „Laien-Defi“ eingewiesen, und damit wird dem Ersthelfer die Beurteilung der Herztätigkeit einerseits vereinfacht und andererseits ja abgenommen, aber den hat man ja nicht in jeder Grünanlage zur Hand. In sofern meine Frage: Ist die obige Aussage (für den Laien-Erst-Helfer) überholt?

    • Dennis permalink
      18. September 2013 22:51

      Wenn die Person keine normale Atmung mehr hat, z.B. eine sogenannte Schnappatmung sollte man beginnen zu reanimieren, auch wenn man sich unsicher ist.

      Leitspruch: „In dubio pro rea“ Im Zweifel reanimieren.

      Falls es ihm doch besser geht als gedacht, sprich doch keine Rea notwendig ist, wird der Patient sich schon bemerkbar machen.

    • o2junkie permalink
      20. September 2013 19:52

      Vorsicht mit den „Laien-Defi“ (oder AED) bzw dem Gedankengang.

      Ein AED sagt dir, ob es schocken will. Wennn es will, musst du mit Sicherheit auch drücken (natürlich nicht während des Schocks…).

      Wenn es NICHT will, heisst das aber noch lange nicht, dass du nicht drücken musst.
      Es gibt mehr als eine Form von Herzstillstand. Bei einigen wird gebrutzelt, bei anderen nicht. Drücken muss man aber bei allen.

      Der AED ersetzt also keine Atemkontrolle und auch keine Ausbildung. Leider.

      • 21. September 2013 09:37

        Prinzipiell ist diese Anmerkung sehr gut, denn es scheint mehrere Sorten AED zu geben, die durchaus unterschiedlich ausgestattet zu sein scheinen.

        Ich wurde an einem AED eingewiesen, der einem in Ton und Schrift gesagt hat, wann man wie oft drücken muss, und wann man wie oft beatmen soll (und wann alle loslassen sollen, weil man sonst zusätzlich schockierte Ersthelfer zu versorgen hat). Das Teil hat klipp und klare Anweisungen gegeben, was man sinnvoll tun soll, und hat auf diese Weise von eventuellen „Grübelphasen“ entbunden. Dass so ein Gerät nicht meinen eigenen Kopf ersetzt, ist mir klar. Da das (fragliche) Teil aber tatsächlich eine „einfache Form der EKG-Ableitung“ als Anzeige im Display hatte, und ich mir zutraue, eine halbwegs sinnvolle Sinus-Rhythmus-Linie von einem Kammerflimmern oder einer Null-Linie unterscheiden zu können, würde ich sicherlich nicht nur dumm dasitzen, weil das Teil schweigt. (Da endet mein Wissen aber auch. Ich bin nicht ausgebildet, ein EKG zu interpretieren und daraus gar Therapie-Optionen abzuleiten. Das ist mir wohl bewußt.) Aber auch hier würde ich glatt mein „neu gelerntes“ Wissen ´in dubio pro rea´ nicht außer Acht lassen, solange der Puls schlecht / gar nich tastbar ist – deswegen ja auch meine obige Frage.

        Und wenn nix an dem Ding leuchtet und piept, würde ich vermuten, die Batterie ist nicht gewartet… 😉

      • o2junkie permalink
        24. September 2013 20:55

        Aber sogar wenn ein „normales“ EKG angezeigt wird, kann trotzdem eine Herzdruckmassage notwendig sein. Stichwort dazu ist PEA (http://de.wikipedia.org/wiki/Elektromechanische_Entkoppelung)

        Wüsste nicht, dass es AEDs gibt, die das erkennen können und dann NICHT schocken und trotzdem zur Rea anleiten. Dazu müssten sie ja in irgendeiner Form den Puls erfassen.

        Oder sie leiten IMMER zur Rea an, was zu Diskussionen mit dem Patienten führen kann 🙂

      • 25. September 2013 07:45

        Das wäre mir aber jetzt Neu, dass ein AED keine PEA erkennt! Macht einfach keinen Sinn, wenn ein Defi das erkennt, aber kein AED.

      • o2junkie permalink
        25. September 2013 22:04

        Wie soll denn ein AED die PEA erkennen? Das EKG-Bild, die einzige Info die der AED hat, sieht ja normal aus. Einen Auswurf am Herzen kann ein AED ja nicht messen bzw feststellen, dass der fehlt..

        Und: Bei einer PEA soll ja gerade nicht defibrilliert werden siehe z.B.
        http://flexikon.doccheck.com/de/Elektromechanische_Entkoppelung

      • 29. September 2013 07:45

        Der AED ist ja nicht nur dafür da, ein Kammerflimmern zu erkennen. Ich weiss nicht, wie viel EKG Bilder gespeichert sind, aber eine PEA müsste er erkennen, sonst macht ja das ganze System keinen Sinn, wenn er diesen „Rhythmus“ nicht erkennt und zum drücken anleitet.

      • 27. September 2013 12:58

        Jetzt hänge ich mich noch einmal ganz tief (und fachlich unbedarft) in die Diskussion:

        1) Wie wahrscheinlich ist denn so eine PEA?
        2) Wie wahrscheinlich ist, dass ich im Falle einer PEA einen AED zur Hand habe, der mir von einer Herzdruckmassage abrät? Wie wahrscheinlich ist es in Kleinstadt überhaupt, bei Erster Hilfe einen AED zur Hand zu haben?
        3) Habe just vor 3 Tagen auf einem REA-Poster von 2005(!) in einer Arztpraxis gelesen, dass Nicht-Mediziner sowieso nicht mehr nach dem Puls fühlen sollen! Keine Atmung -> Drücken! Was sagen die Fachkreise dazu?
        4) Kann man mir als Laien-Ersthelfer echt „unterlassene Hilfeleistung“ vorwerfen, wenn ich einen AED organisier, der das PEA nicht erkennt und mir vom Drücken „abrät“, und deshalb der Hilfebedürftige Folgeschäden erleidert?
        4a) Wenn der Patient mit mir diskutiert, weil der AED zum drücken geraten hat, der Patient dies aber als unangenehm empfindet, scheint zumindest die Atmung wieder eingesetzt zu haben… Oder?

        Man verzeihe mir die blöden Fragen, aber die haben sich nun mal ergeben bei mir…

      • 29. September 2013 07:51

        Hi,

        zu 1. dass kann ich dir leider nicht sagen, aber es kommt vor.

        zu 2. wie schon im letzten Post kann ich mir nicht vorstellen, dass ein AED diese PEA nicht erkennt. Sonst würde wie gesagt dieses System keinen Sinn machen.

        zu 3. Ja das wird wirklich so gelehrt, weil selbst für uns als „Retter“ es manchmal nicht ganz so einfach ist, einen Puls zu fühlen. Und viele ekeln sich, jemand anderen zu beatmen.

        zu 4. Nein dich wird deswegen keiner belangen, nur weil das Gerät irgendwas nicht erkannt hat.

        zu 4a. ein AED wird niemals einen Patienten schocken, wenn dieser mit dir redet. Auch wird sich kein Patient auf dem Brustkorb rum drücken lassen, wenn dieser lebt.

      • 29. September 2013 12:13

        Nochmals Danke für die Antwort. Punkt 3 ist spannend, Punkt 4 ist wichtig, und Punkt 4a habe ich mir schon fast gedacht… 😉

      • Kolibrikind permalink
        21. November 2013 21:45

        Seit wann kann ein Defi eine PEA erkennen? Dafür muss man immer noch selbst den Patienten angucken!

  7. Rena permalink
    18. September 2013 20:03

    Mir geht die Geschichte auch sehr nahe. Was ich nur nicht verstehe: warum hat die Polizei so lange gebraucht, um den Anruf entgegen zu nehmen? Auch wieder kostbare Zeit, die einfach verstrichen ist.

  8. Dennis permalink
    19. September 2013 22:33

    Mal eine Frage an das Rettungsfachpersonal:
    Ich habe in meinem RS-Grundlehrgang gelernt, dass der Körper erst in der Postreanimationsphase gekühlt wird und nicht wie hier schon während der Rea.
    Wie wird das bei euch in den Rettungsdienstbereichen gemacht?

    • 19. September 2013 22:47

      In meinem ehemaligen RD Gebiet, wurde erst beim erlangen des ROSC gekühlt.

    • o2junkie permalink
      20. September 2013 19:54

      Bei uns gab es einen Versuch mit der Kühlung während der Rea.
      Ergebnis kenn ich nicht. Man hat es aber wegen dem zu hohen Aufwand wieder eingestellt, als die Studie beendet war.

  9. Tatjana permalink
    20. September 2013 21:47

    Wir haben bei unserer Reanimationsfortbildung gelernt “ im Zweifelfall mit Drücken anfangen. Jemand der NICHT Reanimationspflichtig ist, wird sich sehr vehement wehren, wenn man ihm den Brustkorb eindrückt.“

  10. Carsten permalink
    23. September 2013 11:06

    Wie es einige schon geschrieben haben:
    Im Zweifel mit der Reanimation beginnen. Man macht nichts kaputt. Denn was droht im schlimmsten Fall, wenn man nichts macht? Richtig, der Tod! Und damit ist der erkrankten Person am allerwenigsten geholfen.
    Ich möchte informativ noch ergänzen, dass eine blaue Hautfärbung immer für einen massiven Sauerstoffmangel spricht.

    Du hast alles richtig gemacht, denn du hast nach bestem Wissen geholfen. Andere währen sehr wahrscheinlich einfach weiter gegangen, frei nach dem Motto: „Ich habe nichts gesehen und gehört, das betrifft ja nicht mich und außerdem liegt da sowieso ein Penner!“

    Ich finde dieses Erlebnis von dir, Roberta, sehr gut und plastisch geschrieben. Man kann quasi mitempfinden, was dir während dessen durch den Kopf ging und was du empfunden hast. An dir kann sich so manch einer ein Beispiel nehmen. Menschen wie du brauchen wir mehr.

    Gruß,
    Carsten

  11. Anna permalink
    27. September 2013 21:44

    die story zeigt das Erste-Hilfe Kenntnisse unbedingt im Repertoire von jedem von uns sein sollten ! und natürlich gehören diese Kenntnisse erneuert und das ist auch mein Stichwort einen Erste-Hilfe Auffrischungskurs zu buchen !

  12. Kim permalink
    29. Oktober 2013 19:01

    Ich habe heute auf Arbeit im Seniorenheim auch bei einem Bewohner Herzdruckmassage machen müssen.. Als er wieder anfing zu atmen und zu spucken, haben wir ihn in stabile Seitenlage gebracht. Er hat zwar selbstständig geatmet, was aber fast dunkelblau im Gesicht, was sich auch nicht besserte. Hätten wir weiter Herzdruckmassage machen sollen, auch wenn der Bewohner selbst atmet? Ich bin gegangen, als Rettungsdienst und Notarzt da waren, habe aber erfahren, dass der Mann gestorben ist und frage mich jetzt, ob wir zu früh aufgehört haben.

    • 29. Oktober 2013 19:30

      Hallo Kim,

      willkommen auf meinem Blog. Das ist so schwierig aus der Ferne zu beurteilen. Wenn der Patient noch blau ist, sollte man evtl noch ein mal mehr die Atmung/Puls kontrollieren. Und wenn man sich nicht sicher ist, sollte man weiter drücken, der Patient beschwert sich schon, wenn er lebt. Aber auch wenn die Reanimation zuerst erfolgreich war, kann der Patient trotzdem sterben.

      LG

      Paul

      • Kim permalink
        29. Oktober 2013 20:02

        Ich weiß, dass es schwer zu beurteilen ist. Er hat selbstständig geatmet, ziemlich tiefe Atemzüge. Dann macht man doch keine Herdruckmassage mehr, oder doch? Das der Mann trotzdem sterben kann, ist schon klar, hat mich auch nicht verwundert, als ich es erfahren habe. Ich hab hier im Internet schon rumgesucht, da steht immer, Herzdruckmassage, bis die Rettung da ist, aber nichts, wenn der Patient wieder anfängt zu atmen.

      • 29. Oktober 2013 20:08

        Wenn er selbst atmet, dann habt ihr mit der stabilen Seitenlage alles Richtig gemacht. Das heisst, lebt der Patient wieder, wird er in die stabile Seitenlage gebracht. Ansonsten Wärmeerhalt und gute Ueberwachung.

        LG

  13. Kim permalink
    29. Oktober 2013 20:18

    Danke, das hilft mir jetzt schon bissel. Er hat ja auch gespuckt, insofern war die stabile Seitenlage auch wichtig. Ist halt schon eine ganz schöne Herausforderung, wenn man wirklich in so eine Situation kommt.

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