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Erektion…

22. Juni 2016

Er hat Erektion gesagt *gnihihi* 🙂

So ähnlich würde das jetzt seine Fortsetzung vielleicht im Sexualkundeunterricht in der 7 Klasse finden, und die Mädels und Jungen würden einen Lachflash nach dem anderen bekommen. Das aber auch erfahrene, erwachsene Retter bei dem Einsatzstichwort rote Ohren bekommen und beinahe ihren Kaffee ausspucken, davon handelt dieser Einsatz 🙂

Anekdoten über irgendwelche Sexualunfälle im Rettungsdienst, die gibt es wie Sand am Meer. Meistens werden die, je öfter man sie erzählt, noch dramatischer oder lustiger, je nachdem wie das zuhörende Publikum gerade so drauf ist. Ein Kollege von mir in der Ausbildung, hatte sich schon eine Liste im Kopf zurecht gelegt, welche spektakulären Einsätze gerne mal abarbeiten wollte. Zu der Zeit hatte glaube ich Herr Bohlen seinen 2. „Penisbruch“ erlitten und irgendwie jeder wollte mal sowas gefahren haben.

Nun saßen Taylor und ich auf der Wache, naja, ich lag und schlief und Taylor bearbeitete die Playstation. Es war nämlich den ganzen Tag nichts los und da meine Nacht ein bisschen zu kurz gewesen war, hielt ich einen kleinen Mittagsschlaf. Als der Melder klingelte, fiel ich fast von der Couch und Taylor grinste schon übers ganze Gesicht. Ey Paul, wenn du dir jetzt was tust, musst du der der Leitstelle das erklären 🙂 Sag mir lieber was auf dem Alarmfax steht, brummelte ich.

Anstatt einer Antwort brach Taylor nur in schallendes Gelächter aus. Das glaubst du nie, was wir da jetzt fahren sollen. Ich schaue selbst drauf und ich muss erst mal ziemlich grinsen, denn da steht als Einsatzgrund: „Dauererektion“ 🙂 In meinem Kopf spielen sich von ganz alleine Bilder ab, die mich nur noch mehr lachen lassen! Taylor sitzt schon auf dem Fahrersitz und ich steige immer noch lachend auf meinen Sitz.

Wir schaukeln durch die Dörfer und ich habe ein bisschen Zeit, mir eine Strategie zu überlegen, wie wir das am besten abarbeiten. Denn wenn wir 2 Kasper wie giggelnde Teenager da eintreffen, dann würde ich uns, am Patient seiner Stelle, hochkant wieder rausschmeißen. Ich instruiere Taylor, dass wir so wenig wie möglich am Patient herumwerkeln, wenn es nicht wirklich notwendig ist, und wir eigentlich nur kühlen, oder was gegen die Schmerzen geben können.

Kurz bevor wir in die angegebene Straße einbiegen, grinsen wir nochmal kurz und sind gespannt, was uns gleich erwarten wird. Die Ehefrau steht schon vor dem Haus und winkt, als sie uns sieht. Schon mal nicht eine Dame, die auf Hausbesuch war, schießt es mir durch den Kopf. Wir halten, nehmen unser Kram mit und stellen uns kurz vor.

Der Patient erwartet uns im Schlafzimmer, teilt uns die Ehefrau mit und ich hoffe, wir platzen jetzt nicht in irgendwas hinein, denn das Schlafzimmer bietet ja ausreichend Möglichkeiten, zumindest sagt mein Kopf das gerade 🙂 Aber das Schlafzimmer sieht aus wie aus dem IKEA Katalog, nirgends liegt etwas rum und so kann ich mich ganz einfach um meinen Patient kümmern.

Ich falle auch gleich mit der Tür ins Haus: „Herr Kempf was ist denn passiert!?“,frage ich, und ich merke, so wirklich drüber reden möchte er nicht. Ich habe da vollstes Verständnis, aber es muss halt sein. Wir erfahren, dass die Erektion schon seit 3 Std besteht. Ich verziehe wie Taylor kurz das Gesicht, denn jeder Mann kann sich vorstellen, wie schmerzhaft das sein muss. Die nächste Frage wird nicht besser, denn ich frage, ob er Viagra oder Ähnliches zu sich genommen hat, oder irgendwelche Drogen.

 

Beides verneint er. Wir erfahren auch, dass dies einfach so passiert ist und er dieses Problem vor 1 Jahr schon mal hatte. Das Wichtigste weiß ich jetzt, und Taylor ist schon verschwunden und holt unseren Tragestuhl, denn ich möchte jede weitere Anstrengung vermeiden. Wir finden für Herr Kempf eine weite, bequeme Hose und von mir bekommt er noch einen Kühlpack, den wir auf der Hose befestigen.

Nach 30 Minuten Fahrt sind wir in der Klinik und übergeben unseren Patienten.

 

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2 Kommentare leave one →
  1. Benny permalink
    22. Juni 2016 13:23

    Ich kenne das, hatte das auch schon mal… kann ganz schön schmerzhaft und anstrengend sein.

  2. Georg permalink
    1. Juli 2016 19:48

    So ist der „kleine“ Freund,nie aber auch wirklich nie hört er auf einen.Die einen müssen Pillen schlucken damit er seinen „Job“erledigt und die anderen müssen in die Klinik damit er sich endlich niederlegt…..;-)

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