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Das trojanische Pferd… Kampf dem Herztod…

9. März 2017

Würde ich Herr Schulz auf der Straße treffen, würde ich ihn nicht in die Schublade stecken als jemanden, der prädestiniert dafür ist, einen Herzinfarkt zu bekommen. Ein schlanker, sportlicher Typ in den besten Jahren, so würde ich ihn beschreiben.

Aber lest mal seine Geschichte, die ich mit ihm zusammen erlebt habe.

Eines Tages im Winter, es sind draußen mehr als 10 Grad minus, werden wir zu einer Bergbahnstation gerufen. Ein Patient fühlt sich nicht so gut, sein Herz wäre so schnell. Wir sollen doch mal gucken fahren. Ich fluche ein bisschen vor mich hin, denn dieses: „Fahr mal hin und guck mal“ endet selten gut. Wir müssen ein ganzes Stück fahren und so kommen wir 20 Minuten später dort an. Ein Einweiser zeigt uns den Weg in einen Nebenraum, wo unser Patient auf dem Boden liegt.

Ich stelle mich kurz vor, taste den Puls und finde ihn nicht. Passiert schon mal, ich taste weiter, aber spüre immer noch nichts. Mhh, sehr komisch, denn Herr Schulz spricht ganz normal mit mir, als wären wir einfach nur zum Plauschen zusammen gekommen. Meine Kollegin bringt das Monitoring an und nun sehe ich auch sofort, weshalb ich keinen Puls am Handgelenk gespürt habe: Unser Patient ist mit einem Puls von 200 unterwegs, normal sind so 60 bis 80 Schläge pro Minute für das Herz.

Schnell lasse ich meine Kollegin Nadine die Defi Pads kleben, denn das Herz kann jede Sekunde in ein Kammerflimmern übergehen und das würde bedeuten, dass das Herz nicht mehr arbeitet. Ich fordere unseren Notarzt nach und erkläre Herrn Schulz, was gerade passiert und in der nächsten Zeit passieren wird.

Ich fordere ihn auf, einmal so zu pressen, als müsste er groß auf dem Klo. Durch diesen Reflex versuche ich zu erreichen, dass sein Herz von alleine in einen normalen Rhythmus umschlägt. Beim zweiten Versuch klappt es auch, und das Herz schlägt jetzt nur noch 45 Mal pro Minute. Nicht gerade viel, aber besser als vorher.

Wir atmen alle kurz durch, ich frage wie bei allen Patienten, ob Herr Schulz irgendwelche Vorerkrankungen hat, ob Allergien vorliegen und was er so vor dem Ereignis gemacht hat. Er ist kerngesund, hat kein Übergewicht, raucht nicht, trinkt wenig Alkohol, hat keine Allergien. Seine Frau und er sind nur den ganzen Tag Skifahren gewesen. Dann hat er gemerkt, dass sein Herz so rast und ihm sehr komisch wird. Schmerzen in der Brust gibt er auch keine an, nur Übelkeit hätte er jetzt.

Ich möchte einfach sicher gehen und lass von Nadine ein großes EKG schreiben, damit wir nichts am Herz übersehen. Schon als ich den Monitor betrachte, sehe ich die markanten Symptome des Herzinfarkts.

 

Noch bevor unser Notarzt eintrifft, beginnen wir mit der Therapie gegen den Herzinfarkt.

Herr Schulz kommt sofort in eine Klinik, welche auf Herzinfarkte spezialisiert ist. So stehen seine Chancen gut, diesen Herzinfarkt zu überleben.

 

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Der Patient verspürt meist einen heftigen Schmerz in der Brust.

 Meist treten die Symptome bei Anstrengung oder auch in körperlicher Ruhe auf. Oft strahlt der Schmerz in den Kiefer, den Rücken, beide Arme und in den Bauch aus. Menschen mit Herzinfarkt bekommen meist schlecht Luft und haben sehr große Angst. Das Tückische an einem Herzinfarkt ist: Alles kann, nichts muss. Und gerade bei Herr Schulz wird das sehr deutlich. Denn er ist augenscheinlich gesund, macht Sport und hat keine Vorerkrankungen. Uns kann das auch verleiten, einen Herzinfarkt zu übersehen. Auch wir vom Rettungsdienst müssen an alle möglichen Eventualitäten denken.

Aber auch Diabetes kann die Symptome eines Herzinfarktes verschleiern. Denn durch das Absterben von Nervenzellen verspürt der Patient keine oder nur geringe Schmerzen.

Bei Frauen kann es vorkommen, dass die Schmerzen nur im Bauch verspürt werden, und dass weitere Anzeichen fehlen.

Deshalb sollte man, wenn man sich nicht sicher ist, die 112 wählen. Natürlich können Schmerzen in der Brust auch andere Ursachen haben, aber das können wir und vielleicht sogar nur ein Krankenhaus mit noch besseren Diagnosemöglichkeiten klären.

 

Was tue ich?

 

Herr Schulz hat alles richtig gemacht. Denn er hat sofort die 112 angerufen und geschildert, was passiert ist. Er hat sich nicht mehr bewegt und die Flachlagerung war in seinem Fall das Beste. Wir haben nach bestem Wissen gehandelt und auch so den Herzinfarkt erkannt. Denn es ist wichtig, nicht nur den schnellen Puls zu behandeln, sondern auch nach den Ursachen zu forschen. Gerade wenn etwas nicht so ganz klar erscheint, sollte man alle diagnostischen Möglichkeiten ausnutzen.

An einem Herzinfarkt sterben jährlich 50.000 Menschen in Deutschland.

Es kann auch sein, dass das Herz ihres

 

Kann man präventiv  was gegen einen Herzinfarkt tun?

 

Ja, eine ganze Menge. Sport und eine gesunde Ernährung schützen vor einem Herzinfarkt. Wer raucht wie ein Schlot, viel Alkohol trinkt oder sich ungesund ernährt, und deswegen auch ein paar Kilos mehr mit sich herum schleppt, der hat eine größere Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu bekommen als jemand, der das nicht tut.

Aber wie ihr seht, auch gesunde, schlanke Menschen, die nicht rauchen und nicht viel Alkohol trinken, können einen Herzinfarkt bekommen. Aber die Chancen auf ein herzinfarktfreies Leben stehen natürlich viel besser, wenn man keinen Raubbau an seinem Körper betreibt.

 

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