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Der Seelauf…

14. April 2017

Heute gibts einen Gastbeitrag von Nef 1 SSD.

 

Vorweg einmal: Der Seelauf ist ein Sportevent, an dem jeder Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse teilnehmen muss. Die gesamte Schule startet auf einmal und dann laufen alle um den Einfelder See in Neumünster. Die Strecke von über 8 km ist nicht ganz ohne und die Leistung wird ziemlich streng bewertet und geht in die Sportnote ein.
Der Schulsanitätsdienst war dieses Jahr mit 7 Schulsanitätern da: Zwei Gruppen à 2 Mann waren mit Fahrrädern unterwegs, eine Zweiergruppe am Start/Ziel positioniert und die Einsatzleitung (in diesem Fall war ich das). Funkgeräte hatten wir auch extra dafür noch besorgt.

Treffen war morgens noch vorher im Saniraum, wo Material abgeholt wurde, und dann ging es zum See.
Beim See angekommen, war es doch ziemlich neblig und kühl.
Wir suchten uns also einen Platz, wo die Start-/Ziel-Gruppe postiert war, und besprachen noch ein paar Sachen.
Dann ging es los. Fahrradgruppe 1 fuhr direkt mit, Nr. 2 ein Stück entfernt hinterher.
Die Gruppe bei Start/Ziel hatte erstmal Pause, die Fahrradgruppen hatten hier und da was Kleines, aber nix Besonderes.
Dann kamen die ersten zum Ziel. Alle außer Puste, hier und da ein bisschen Traubenzucker verteilt und sonst nix. Dann meldete die Gruppe bei Start/Ziel, dass sie einen Einsatz habe.
Da ich sonst nix zu tun hatte, bin ich da hingegangen, schnell wurde festgestellt, dass „Laura“ (ich nenn sie jetzt einfach mal so) schwindelig war und dass sie nur verschwommen sehen und nur schwer atmen konnte.
Also habe ich mich auf den Weg zur Wettkampfleitung gemacht, um einen RTW zu organisieren.
Als ich wieder zurückkam, lag daneben schon die nächste Person. Während ich weggewesen war, war aber auch Fahrradgruppe 1 eingetroffen, die sich nun um die zweite Person (hier heißt sie einfach „Vanessa“) kümmerte.
Na ja, Vanessa ging es noch soweit gut, also bin ich einfach nach oben zur Straße den RTW einweisen gegangen.
Auf einmal kommt jemand zu mir nach oben und sagt mir, dass da irgendwo auf der Strecke ist jemandem schwindelig ist. Die wussten allerdings nicht genau, wo. Die zweite Fahrradgruppe fuhr ja hinterher, das heißt, es konnte nicht hinter der sein. Ich hab der Fahrradgruppe Bescheid gesagt, was los ist, und dass sie doch bitte nach denen suchen solle. Sie hatte aber gerade zu der Zeit einen anderen Einsatz bekommen, eine Person konnte nicht mehr laufen. Knie tat unheimlich weh.
Die Person wurde also erstmal mit dem nächsten Lehrer, der da war, alleine gelassen, und so ist die Gruppe mit ihren Fahrrädern wieder losgefahren, um die andere Person, der schwindelig war, zu suchen.
In dem Moment sagte mir Gruppe Start/Ziel schon Bescheid, dass unten jetzt noch jemand mit Knieschmerzen war.
Lauras Zustand war unverändert, Vanessas hat sich etwas verschlechtert, aber nicht sehr.
Nun hörte ich den RTW, hab denen dann schnell erklärt, was los ist, und sie zu Laura geführt. Einer von den Sanitätern ist dann auch noch kurz zu Laura gegangen, da es um sie immer schlechter stand. Der Rettungssanitäter hat schnell entschieden, dass sie da noch einen Rettungswagen brauchen, hat sich noch die Person mit Knieschmerzen, die auch unten bei den anderen beiden war, angesehen und dann für sie ebenfalls noch einen RTW bestellt. Gleichzeitig wurde dann auch noch ein Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr mitgeschickt.
Als wäre das nicht genug, verschlechterte sich der Vanessas Zustand, so dass der Rettungssanitäter noch einen Notarzt hinzugerufen hat.
Parallel dazu suchte dann unsere Fahrradgruppe immer noch die Person, der schwindelig war. Die war jedoch nicht zu finden. Als ich dann noch einmal bei dem, der uns Bescheid gesagt hatte, nachgehakt habe, bekam ich die Antwort, dass sie weitergegangen sei …
Aber immerhin konnte dann unsere zweite Fahrradgruppe auch noch bei Start/Ziel mithelfen, alles abzufangen und zu versorgen, was nicht so schlimm verletzt war.
Kurze Zeit später kamen dann auch die 2 RTW, der NEF und der ELW bei uns an.
Also ein riesiger Aufruhr und wer von den Schulsanis nix zu tun hatte, hat die Leute, die immer neugierig gestarrt haben, weggeschickt, damit der Rettungsdienst seine Arbeit machen konnte. Bei diesem und jenem haben wir dem Rettungsdienst noch geholfen, dann fuhren sie nach und nach weg.

Dieser Großeinsatz ist allen Schulsanitätern, die da waren, sehr nahe gegangen und wir haben noch lange Zeit darüber geredet.
Ich muss auch die Schulsanitäter noch mal loben, da eine sehr gute Zusammenarbeit geherrscht hat!
Allen Personen, die irgendwelche Beschwerden hatten, geht es wieder gut.

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5 Kommentare leave one →
  1. 15. April 2017 21:45

    Das zeigt mal wieder: Es läuft nie so ab wie erwartet.

  2. 17. Mai 2017 15:00

    Jedes Kind und jede/r Jugendliche _muss_ 8 km laufen? Wow. Wundert man sich dort, dass die Leute reihenweise umkippen?

    • 24. Mai 2017 15:32

      Da stimme ich zu. Als Schüler ist man ja maximal so halb trainiert. Wenn ich so an unseren Sportunterricht denke… Und 8km sind (nicht nur) in dem Alter ganz schön happig.

      • NoNo.pe permalink
        25. Juni 2017 00:45

        ich find das auch ein ungeheure Frechheit. auch noch bewertet, ich mein f**k for Sportnote, aber im Ernst.

        Schulsport war mir 13 Jahre lang ein Gräuel. dass mal ein Lehrer auf den Trainingsstand der Leute eingegangen wäre, Fehlanzeige – im Fremdsprachenunterricht wird ja auch nicht einfach in Normalgeschwindigkeit fremdgesprochen, sondern langsam angefangen. Halt nein, eine Lehrkraft kam mal auf die völlig vorurteilsfreie Idee, die Dicke (mich) könnte man ja zum Schwerathleten machen. Tatsächlich, den Bewegungsablauf kannte ich aus dem Fernsehen und konnte ihn nachmachen, stark genug war ich auch. Blieb trotzdem bei der einen Episode, und die hat mich dann auch noch eher beleidigt.
        Wieso erwähne ich das mit dem Fernsehen? Weil auch das keine Sportlehrkraft je fertig brachte: Einem „Außenstehenden“ zu erklären, wie der Bewegungsablauf zB. beim Werfen oder beim Felgaufschwung im Detail ist. Hat eben nicht jeder Sportler zu Hause und das schon mit 6 Monaten gemacht.

        Klassen 5-10 zu diesem Lauf zu zwingen ist was, was ich von ’ner öffentlichen Schule so nicht erwarten würde. beim Bund vllt., aber selbst da passen sie inzwischen auf, dass ihnen die Leute nicht kollabieren, ist schlecht für die Moral.

        Wär ich Elter mit einem betroffenen Kind, es wäre ja sowas von befreit von dem Lauf (sofern es das will), und mich wundert, wie vielen anscheinend egal ist, ob ihre Kinder am Ende des Schultags nen Notarzt brauchen.

  3. 3. Juni 2017 21:40

    Hey,
    ein neuer Blog: https://medicalresearcher.wordpress.com/ einer Medizinstudentin in Marburg.
    Danke für diesen hier. Ich lese ihn super gerne!
    Liebe Grüße

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