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Rettungshubschrauber in der Schweiz…

11. Oktober 2017

Ich möchte eine neue Idee von mir vorstellen: Ich werde euch in loser Reihenfolge den Schweizer Rettungsdienst vorstellen, der einige Unterschiede zum deutschen RD bietet.

Vor ein paar Tagen war ich zu Gast auf der Station Gampel der Air Zermatt im Kanton Wallis. Die Air Zermatt betreibt in Gampel und Zermatt 2 Rettungshubschrauber rund um die Uhr. Diese sind mit einem Piloten, einem Notarzt und einen Rettungssanitäter (der auch HEMS und Citrical Care Flight Paramedic ist) besetzt. Zwischen Weihnachten und Ostern gibt es tagsüber einen dritten RTH, der auf der Basis Raron steht und mit einem Piloten, einem Transportsanitäter und einem Rettungssanitäter HF ausrückt.

Im Jahr fliegt die Air Zermatt ca. 1600 Einsätze, die über die Sanitätsleitstelle 144 in Siders koordiniert werden.

Auf der Basis Gampel steht ein Heli der Marke EC 135 T3, diese wird aber im Mai 2018 durch eine Bell Ranger 429 ersetzt.

Beim Blick in die Kabine fällt auf, dass es wenig Ausrüstung im Vergleich zu deutschen Rettungshubschraubern gibt. Grund ist das Gewicht, denn viele Einsätze finden im hochalpinen Gelände statt, im Wallis befinden sich 41 Berge mit über 4000 Metern. Zum anderen wird laut der Besatzung auch zum großen Teil nicht mehr Material benötigt.

Eine weitere Besonderheit bei den Helis ist, dass die Patienten über die seitliche Schiebetür ein- und ausgeladen werden. Dies hat den Hintergrund, da viele Einsätze mit laufenden Rotor geflogen werden und dies einfach sicherer ist. Zum Retten aus unwegsamem Gelände wird die am Hubschrauber befestigte Winde benutzt. Wenn ein Windeneinsatz ansteht, wird meist nur der Notarzt abgesetzt und der RTH landet auf einem Zwischenlandeplatz. Wenn es um schwierige Bergungseinsätze im Gebirge geht, wird noch ein erfahrener Rettungsspezialist mitgenommen.

Tagsüber ist der Hubschrauber innerhalb von fünf Minuten in der Luft, in der Nacht spätestens nach 30 Minuten, da die Besatzung von zu Hause kommt. Im Gegensatz zu Deutschland fliegt jeder Rettungshubschrauber in der Schweiz auch nachts.

dav

Vielen Dank der Besatzung für die interessante Führung und ihre Zeit. 🙂

 

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5 Kommentare leave one →
  1. 11. Oktober 2017 11:39

    Interessant. Dass man v.a. im Gebirge anders ein- und aussteigt, leuchtet ein. Wenn die Schweizer aber mit viel weniger Ausstattung auskommen, ist die dann in Deutschland nicht auch eigentlich überflüssig? Oder sind die Einsatzszenarien auch abgesehen von landschaftlichen Besonderheiten unterschiedlich?

    • 12. Oktober 2017 06:28

      Ich denke pauschal kann man das nicht sagen. Die Kollegen der Air Zermatt können z.B. nicht alles fliegen. Für Intensiv oder neugeborenen Transporte wird dann die REGA aufgeboten.

  2. 11. Oktober 2017 23:53

    Sehr interessant!! Gerne mehr davon!

  3. 12. Oktober 2017 16:18

    Danke für die Info. Wirklich interessant! Mich hat ein Notarzt vor schlimmeren bewahrt! Ich finde es wichtig, mehr über deren Arbeit zu wissen!

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