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Was trägt ein Rettungsdienstler so mit sich rum…

31. Oktober 2017

 

 

Vielleicht wird sich jetzt der eine oder andere Fragen, wieso schleppt der überhaupt irgendwas mit sich rum, der hat doch alles in seinem Notfallkoffer oder Rucksack!?

 

So ganz unberechtigt ist die Frage nicht, denn vieles ist wirklich in meinem Notfallkoffer, was ich an bzw. bei mir trage.

Seitdem ich Rettungsdienst fahre, hab ich immer mal wieder gemerkt, dass mir einige Sachen meine Arbeit draußen erleichtern, ohne dass ich meinen Notfallkoffer oder Rucksack öffnen muss.

 

  1. Schnittschutzhandschuhe: Gerade bei Verkehrsunfällen mit spitzen Fahrzeugteilen oder Glasscherben, sind die Handschuhe einfach Ideal, da man noch ein Tastgefühl hat, aber trotzdem geschützt ist. Auch trage ich sie, wenn es darum geht schwere Patienten zu tragen, um einfach einen besseren Griffkomfort zu haben.
  2. Funkgerät: Während des Dienstes hat jedes Besatzungsmitglied ein digitales Funkgerät bei sich, um Kontakt mit unserer Leitstelle oder anderen Fahrzeugen zu halten.
  3. Algorythmenbuch: Dort sind alle Algorythmen für unsere tägliche Arbeit zu finden, auch kann ich Medikamente nachschlagen, gerade wenn es um Dosierungen für Kinder geht.
  4. Pupillenlampe: Fast jeder Patient bekommt die Pupillen kontrolliert, deswegen ein sehr nützliches Utensil, was man nicht extra aus dem Notfallkoffer sich holen, oder geben lassen muss.
  5. Stauband: Zum legen eines venösen Zugangs braucht man das Stauband. Hat sich so eingeschlichen, denn ich kann stauen und kann in der Zeit, wo sich die Venen darstellen, den Rest meines Materials mir aus dem Koffer geben lassen.
  6. Taschenlampe: kleine extrem helle Taschenlampe, die sich, gerade beim Suchen von Hausnummern, schon oft als sehr hilfreich erwiesen hat.
  7. Kleiderschere: Von feinster Seide, bis zum dicken Motorradleder kann sie alles schneiden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Ringe zu durchtrennen, oder Autoscheiben „einzuschlagen“.
  8. Papier & Stift: Hier in der Schweiz hat fast jede Rettungsdiensthose ein Zettelfach auf dem rechten Oberschenkel. Ideal um Vitalwerte, Allergien und sonstige wichtige Dinge zu notieren, die man sonst sehr schnell wieder vergisst 🙂
  9. Diensthandy: Bei einem Einsatz bekommen wir eine Alarmsms und könne später darüber den Patient im Spital anmelden.
  10. Der Gürtel: In Deutschland sehr umstritten, hier in der Schweiz tragen sehr viele Kollegen einen. So lässt sich vieles am Körper tragen, wenn es zum Einsatz geht und man kann ihn auf der Wache ablegen, oder im RTW lassen.
  11. Stethoskop: Sei es zum abhören der Lunge, des Bauches oder das Messen des Blutdrucks einfach unverzichtbar.

 

 

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7 Kommentare leave one →
  1. 31. Oktober 2017 17:04

    „In Deutschland sehr umstritten“ … da hast Du wohl recht. Das dürfte für vieles auf dieser Liste gelten. Es scheint da generell nur zwei Extreme zu geben: die einen haben
    grundsätzlich acht Funkgeräte, drei Messer, Stethoskope und einen AED in diversen Holstern am Gürtel, die anderen weigern sich irgendwas einzupacken, was sowieso irgendwo auf dem Auto ist.

    Als Gewohnheitstier habe ich meine Feuerwehr-Beintaschenausstattung auch in der RD-Hose dabei – damit war ich direkt bei einigen als Verteter der Fraktion A unten durch ;D
    Ich kann aber halt einfach nicht verstehen, warum man sich das Leben so unnötig schwer machen muß. „Don’t be a fool – carry a tool“

    (Das Schreibfach in der Hose ist ne super Idee!)

    • 31. Oktober 2017 17:11

      Willkommen auf meinem Blog 🙂

      Ja wie du richtig sagst, entweder das eine, oder das andere extrem. Es macht mein Arbeiten wirklich einfacher und ich muss mir nicht erst etwas aus dem Rucksack holen oder geben lassen.

      Das Schreibfach ist wirklich die beste Erfindung, denn ich vergesse einfach nichts mehr, wenn es mal auch richtig stressig draußen wird.

      • dens permalink
        31. Oktober 2017 23:36

        Ich bin mittlerweile wenn ich ausserhalb meiner hauptamtlichen Anstellung in Deutschland unterwegs bin (allerlei grössere und sehr grosse Sanitätsdienste) auch mit einer Hose mit „Rechtsschenkelblock“ unterwegs und werde regelmässig darauf angesprochen.

        Im übrigen oute ich mich auch hier als Rechtsschenkelblock-Fan und Träger einer Koppel an der ebenfalls nur der Leatherman Raptor, die Taschenlampe und die Funkgerätetasche zu finden ist. Also in Deutschland als sogenannter „hypertropher Spritzer“. 😉 Du/ihr versteh(s)t ja was ich meine.

      • 7. November 2017 10:31

        Muss man den Block aus dem Zettelfach rausholen, aufklappen usw., oder hat man da das oberste Blatt in einem Fenster des Fachs, sodass man einhändig schreiben kann?

      • 7. November 2017 10:39

        Es gibt ein Fenster, sodass man einfach schreiben kann.

      • 7. November 2017 10:42

        Das hatte ich vermutet und gehofft – im geschilderten Einsatzfall mit einem vielleicht noch widerspenstig sich immer selbst zuklappenden Block hantieren zu müssen wäre eher nicht so toll. Einfach eine beschreibbare Oberfläche parat zu haben ist dagegen genau das, was man braucht. Die wenigsten haben ja eine diktatbereite Assistenzkraft dabei, der sie die Zahlen in den Block diktieren können 😉

  2. 7. November 2017 10:37

    Mir leuchtet es auch sofort ein, weshalb man die oben abgebildete (oder eine ähnliche) Ausrüstung direkt am Körper tragen will. Dinge, die man erfahrungsgemäß oft braucht, sollte man nicht aus irgendwelchen Kisten oder Koffern rauskramen müssen, die braucht man griffbereit.

    Weshalb sich da gleich entgegengesetzte Lager bilden („Nur der Koffer und der Koffer allein, was da nicht drin ist brauche ich nicht“ vs. „Ohne volle Pionierausrüstung einschließlich Klappspaten, Zelt und Spritkocher am Mann gehe ich nicht aus dem Haus“) verstehe ich nicht. Die „richtige“ Ausrüstung (die ja von Person zu Person unterschiedlich sein kann) sollte doch sinnvollerweise nicht nach ideologischen sondern nach pragmatischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden.

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