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Wie am Schnürchen…

10. April 2011

Wisst ihr, wie viele Reanimationen wirklich für die Patienten gut ausgehen!? Ist es so wie beim Bergdoktor im ZDF, wo der Doktor einmal defibrilliert und ein bisschen auf dem Brustkorb herumdrückt und der Patient plötzlich die Augen aufschlägt und Herr Müller 2 Tage später die Klinik auf seinen eigenen Füßen verlässt? Das Fernsehen gaukelt uns viel vor, und auch Herr Müller ist wahrscheinlich einer von 96 %, der einen Herz Kreislauf Stillstand nicht überlebt. Dass es auch mal anders ausgehen kann, wenn alle Rädchen ineinander greifen, davon will ich heute berichten.

Wir haben gerade unsere letzte Fahrt absolviert und sind auf dem Rückweg zur Wache, als unsere Leitstelle uns über Funk anspricht: „6/ 83/1, wo seid ihr denn?“ „Wir sind Ecke Münchener und Bahnhofstr.“, gebe ich zurück. „Wunderbar“, meint der Disponent, „dann geht’s für euch mit Signal nach Braunwald, Doc und First Responder kommen auch, Feldstraße 19 bei Schindler, eine Reanimation.“

 

Es ist 23.10 Uhr als Herr Schindler ins Bad verschwindet. Er möchte sich bettfertig machen. Kurz darauf hört seine Ehefrau ein lautes Krachen. Sie läuft ins Bad und sieht ihren Mann dort bewusstlos liegen. Als sie ihn auf den Rücken dreht, läuft ihm etwas Blut aus dem Mund. In ihrer Aufregung ruft sie zuerst ihren Sohn an, der aber schnell schaltet und die 112 anruft. Keine 2 Minuten nach dem Alarm treffen 2 Kollegen der Feuerwehr First Responder- Gruppe ein und fangen mit Reanimationsmaßnahmen an.

 

Nach 5 Minuten Fahrt treffen wir an der Einsatzstelle ein, ein weiterer Kollege der First Responder- Gruppe macht auf sich aufmerksam, damit wir genau wissen, wo wir hin müssen. Als wir durch die Haustür kommen, sehe ich zuerst Frau Schindler zitternd und weinend auf einer Couch sitzen. Ich registriere das, kann mir aber keinen Kopf darüber machen. Allerdings weiß ich jetzt, dass es sich wirklich um eine Reanimation handelt. Wir biegen um mehrere Ecken, bis wir am Bad ankommen. Die Kollegen reanimieren schon und ich lasse sie weitermachen. Währenddessen ordnen wir unsere Gerätschaften so, dass wir möglichst alles schnell erreichen, was aber sehr problematisch ist, weil wir nicht viel Platz haben. Herr Schindler hat, als wir eintreffen, noch eine Schnappatmung. Wir kleben unsere Defi-Elektroden und sehen, dass das Herz flimmert. Ich lade den Defi hoch und löse den Schock aus. In diesem Moment kommt unser Notarzt und intubiert unseren Patienten. Danach gibt’s Medikamente über einen venösen Zugang. Bis jetzt sind 15 Minuten seit unserem Eintreffen vergangen. Das EKG zeigt eine Nulllinie an, das Herz macht zur Zeit gar nichts mehr. Die Pupillen sind zwar weit, aber zum Glück noch nicht entrundet.

 

Herr Schindler bekommt weitere Medikamente und plötzlich flimmert sein Herz wieder, sodass wir wieder den Defi laden und einen weiteren Schock auslösen. Während ein Helfer weiter auf den Brustkorb drückt, schaut unser Doc auf das EKG. Es scheint so zu sein, dass Herr Schindlers Herz wieder eigenmächtig schlägt. Und ja, man spürt den Puls am Handgelenk fest und rhythmisch, auch atmet er gegen den Tubus. Gute Zeichen sind das, denn das Gehirn scheint nicht zulange ohne Sauerstoff gewesen zu sein.

 

Frau Schindler sitzt immer noch im Wohnzimmer. Jetzt haben wir auch Zeit, sich um sie zu kümmern. Da ich gerade nichts zu tun habe, gehe ich zu ihr. Ich erkläre ihr in ganz sachlichen Worten, dass ihr Mann einen Herzstillstand hatte, sein Herz aber jetzt wieder schlägt und dass der Arzt ihn ins Koma gelegt hat, damit er sich nicht anstrengt. Die Angst weicht ein bisschen aus ihrem Gesicht.

 

Jetzt heißt es schnell eine geeignete Klinik finden. Zum Glück können wir nach einem kurzen Telefonat in das etwa 15 km entfernte Krankenhaus fahren. Herr Schindler ist während der Fahrt kreislaufstabil und so können wir ihn problemlos der Intensivstation übergeben. Normalerweise würden wir nichts mehr von unserem Patienten hören. Aber durch einen persönlichen Kontakt, seitens eines Feuerwehrkollegen mit der Familie, bleiben wir auf dem neuesten Stand.

 

Herr Schindler ist seit ein paar Tagen in einer Reha-Maßnahme und hat das Krankenhaus auf eigenen Füßen verlassen, was mich persönlich sehr freut. Man muss aber dazu sagen: Hätte die Rettungskette nicht so gut funktioniert, hätte unser Patient wohl nicht überlebt.

 

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24 Kommentare leave one →
  1. 10. April 2011 09:47

    Hm, das ist doch mal ein sehr schönes Erlebnis inmitten der doch so oft erfolglosen Reas. Da hat er den First Respondern wohl wirklich sein Leben zu verdanken, denn viel länger hätte man vermutlich nicht mit der Rea warten sollen. Das ist leider viel zu selten.

    Hatte das auch schon mal. Entlassung aus dem KH in die Reha, Zustand nach Reanimation. Bestellt war KTW liegend. Wir hatten eigentlich gedacht, dass es im schlimmsten Fall ein Wachkoma-Patient oder so ist. Letztlich haben wir die Trage nur für sein Gepäck gebraucht und er ist schön vorneweg zum KTW gelaufen. Da gibts auch noch ein Bild davon, muss ich mal sehen, ob ich das noch finde.

    • 18. April 2011 12:09

      So, hab jetzt auch endlich das Foto gefunden. Ist dann doch schon ein paar Jahre her das Ganze. Damals noch mit alter Jacke und Hose ohne Reflexstreifen 🙂
      Dementsprechend ist aber leider auch die Fotoqualität. Damals mit einer Handykamera gemacht und jetzt eben vom Papierausdruck eingescannt. Ziemlich unscharf das Ganze, sorry.

      Links der Mann, der sich an der Trage festhält ist unser Zustand-nach-Rea-Patient.

  2. 10. April 2011 10:03

    Was mich immer wieder wundert, warum die Leute ihre Kinder/sonstigen Angehörigen anrufen, statt gleich den Notruf zu wählen.

    • souly permalink
      10. April 2011 10:29

      @der maskierte: das wird immer ein rätsel bleiben… aus eigener erfahrung kann ich nur sagen, dass man in dem moment einfach richtig überfordert ist… gerade bei etwas älteren menschen stellt sich nicht die frage „wie handele ich in dieser situation richtig“, sondern viel eher „oh gott oh gott… was hat er denn jetzt, was mach ich nur, wieso ist er denn einfach umgekippt, da stimmt doch was nicht, wieso reagiert er denn nicht mehr, ….“ man erkennt vielleicht einfach nicht sofort, dass es genau das ist, wonach es aussieht, oder man sieht es zwar, aber schaltet in dem moment einfach nicht aufs richtige programm… und dann ruft man halt in aller aufgeschmissenheit erst mal jemanden an, der vielleicht weiter denkt oder mehr versteht als man gerade selbst… nur eine vermutung, aber ich denke, so ist es. man kann echt von glück reden, dass der sohn so schnell geschaltet hat und nicht irgendeinen quatsch á la „dreh ihn auf den rücken und deck ihn mal zu, ich komm schnell aus -20km weit weg- gefahren, bis dahin wird er bestimmt wieder!“ vielleicht ist das einfach ein bisschen kenntnis gepaart mit etwas rationalem denken, das in dem moment die sorge überwiegt. schlus

    • 18. April 2011 12:52

      Vermutlich, weil man in so einer Situation immer erst mal nach einer Vertrauensperson angelt, und die ist eher der bekannte Familienangehörige als ein unbekannter Notruftelefonist.

      Warum rufen so viele Leute in der Not nach ihrer Mama, selbst wenn die schon seit Jahrzehnten tot ist?

  3. souly permalink
    10. April 2011 10:29

    schlussendlich wird man es aber nie wissen… (zu früh abgeschickt, hmpf)

  4. souly permalink
    10. April 2011 10:50

    aber solch ein erfolgserlebnis ist trotzdem einiges wert… auf einem hiesigen großen volksfest – paul wird wissen welches ich meine 😉 – hab ich ein solches auch mal miterlebt… ich war mit freunden dort, glücklicherweise eher am späten nachmittag, wo es noch nicht so brechend voll war, wie es abends immer wird. schönster sonnenschein und man widmete sich gerade dem ersten wein in einem festzelt. plötzlich ein aufruhr 3, 4 tische weiter, jemand sei plötzlich von der bank gekippt, laute hilferufe. der clou an der geschichte ist, dass 4 der freunde, mit denen ich dort war, im örtlichen rettungsdienst arbeiten, 2 rettungsassistenten, 2 rettungssanis. außerdem noch 2 weitere von der hiesigen feuerwehr… 🙂 also sind alle mal hin und haben sich ein bild verschafft – etwa 30 sekunden nach dem eintritt des kreislaufstillstands wurde schon reanimiert und durch einen schal beatmet. der rettungsdienst hat sich, dank der nähe zum fest und der tatsache, dass es eben noch nicht so voll war, in rekordzeit seinen weg zu dem zelt gebahnt und die besatzung des ersteintreffenden rtw war schon schwer überrascht, gleich 4 kollegen um den patienten zu sehen… 😀 das material ist nur so durch die gegend geflogen und es waren genug helfende hände zur stelle. bis der notarzt am platz war, war schon fast alles erledigt, der staunte auch nicht schlecht. 🙂 hier verlässt mich mein zeitgefühl zwar, da es schon schwer ist, sowas als laie zu beurteilen wenn man nicht gerade permanent auf die uhr guckt, aber es kann wirklich nicht länger als 15, vielleicht 20 minuten gedauert haben, bis der patient stabil abtransportiert wurde, meines wissens direkt ins nächste große haus mit herzkatheter ca. 15km entfernt. es war vielleicht einfach ein verdammt großer und glücklicher zufall, aber wohl trotzdem kaum eine sekunde zu spät. man stelle sich vor, wie es 2 stunden später gelaufen wäre, in einem völlig überfüllten zelt und festplatz zwischen lauter gröhlenden besoffenen, während alle fahrzeuge damit beschäftigt sind, im akkord irgendwelche alkoholleichen auf alle häuser in der umgebung zu verteilen… das wirklich schöne ende der geschichte allerdings ist, dass der mann für dieses fest extra 300km angereist kam… und einige wochen später die lange reise wieder angetreten ist, um sich zu bedanken und alle helferlein zum essen einzuladen. ich war zwar währenddessen nur stiller beobachter, aber ich weiss, dass alle helferlein auf wolke 7 geschwebt sind, denn das ergebnis seiner arbeit mal auf so eine positive weise gezeigt zu bekommen, ist bestimmt zur abwechslung mal echt wundervoll!

  5. Angela permalink
    10. April 2011 12:04

    Hallo,

    seit einiger Zeit lese ich auch deinen Blog, der mir sehr gefällt 🙂

    Es ist ja schön, dass diese Rettung hier so gut geklappt hat. Bei meinem Schwiegervater war dies leider nicht so.
    Von meinem Anruf bei der 112 bis zum Eintreffen des Rettungswagens vergingen mindestens 15 minuten.
    Bei meinem Anruf war noch Schnappatmung vorhanden, bis der Rettungswagen da war, war mein Schwiegervater tot. 😦

    VG Angela

    • 10. April 2011 12:17

      @Angela

      Willkommen auf meinem Blog. Danke für das Lob 🙂 Der beschriebene Einsatz hier, ist leider eine ganz ganz große Ausnahme. Wenn nicht innerhalb der ersten 2 bis 3 Minuten reanimiert wird, sinken die Chancen aufs Überleben ins Bodenlose.

      @Souly

      Euer Einsatz ist wirklich gut verlaufen. Das Angehörige in so einer Situation überfordert sind, kann ich mir gut vorstellen, der Mensch ist nun mal keine Maschine.

      @derMaskierte

      Souly hat es wohl am besten beschrieben. Diese Menschen haben in ihrem Leben sowas noch nicht erlebt und sie sind angesichts dessen heillos überfordert.

      @Krangewarefahrer

      Ja das stimmt. Aber wie wir beide wissen, ist sowas so extrem selten, dass es so gut ausgeht.

  6. Mr. Gaunt permalink
    10. April 2011 13:28

    Solche Einsätze sind bestimmt enorm hilfreich für die Motivation, auch beim nächsten Rea-Einsatz mit vollem Herzblut dabei zu sein. Ein paar Erfolgserlebnisse braucht man immer mal wieder, damit der Frust nicht gewinnt.

    Die 2 Minuten, bis Hilfe vor Ort war, sind enorm gut. In diesem Fall wahrscheinlich ausschlaggebend für die erfolgreiche Rettung. Das First-Responder-System ist ja viel kritisiert worden, aber gerade in Gegenden mit langen Wegen scheint es sich zu bewähren. Und sei es, um die Situation vor Ort schnell fachlich einzuschätzen und gezielt weitere Hilfe anzufordern.

  7. 10. April 2011 16:33

    Als Laie gilt ja, dass man genau dann reanimiert, wenn der Patient nicht mehr normal atmet.
    Wie gut kann man eine Schnappatmung von normaler Atmung untescheiden? (Ist vielleicht eine komische Frage, ich hab sowas halt noch nie gesehen.)

    • souly permalink
      10. April 2011 17:10

      NK: wenn man sowas vorher noch nie gesehen hat, dann wohl garnicht. zumindest nicht, wenn du dann in der situation auch so schon überfordert bist. du merkst zwar, dass da etwas gerade echt nicht in ordnung sein kann… aber du weisst nicht, was das sein soll, was da gerade vor sich geht. natürlich wird eine schnappatmung wohl medizinisch genau definiert sein, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich mich damit beschäftigt, und nix hat mir das beschrieben, was ich in wirklichkeit aber gesehn und gehört hab. der brustkorb hat sich zwar noch bewegt, aber irgendwie nicht mehr so richtig. die atmung lief in einer sehr niedrigen frequenz, jedes mal eine längere pause dazwischen, dafür dem anschein nach tiefe atemzüge. ob es einfach an dem krankheitsbild gelegen hat oder nicht weiss ich nicht, aber bei jedem atemzug hat man eigentlich nur ein sehr tiefes, röchelndes geräusch gehört, fast wie ein schnarchen… da die schnappatmung wohl aber wenig effektiv ist (man sagt wohl oft, dass die schnappatmung die letzte gegenwehr eines sterbenden gehirns sei, wenn das nicht stimmt, dann korrigiert das bitte, ich will hier ja keine unwahrheiten verbreiten!), läuft der betreffende trotzdem früher oder später gut blau an und spätestens dann sollte auch der ahnungsloseste merken, dass hier gerade etwas wahnsinnig schlecht läuft!

  8. 10. April 2011 18:44

    Das erinnert mich an einen Fall, den ich als Passant (und natürlich dann als Sanitätshelfer) erlebte: Ein Mann in höherem Alter liegt regungslos auf dem Fußweg auf einen Friedhof. Zuerst Situation einordnen, komisch-warum liegt da jemand? Dann fix hin und das erlernte Schema laufen lassen..Erstaunlich, das trotz längerer Pause in dieser Materie, das Erlenrnte doch noch abrufbar ist. Also Ansprechen, Anfassen, usw. Dann war ich auch an dem Punkt: Warum atmet der Mann so komisch? Schnappatmung. Aber da ich das bislang nur aus der Theorie kannte, war ich irritiert. Zwischenzeitlich kam eine Frau hinzu, die auch wusste was zu tun war. Der Rettungsdienst inkl. NA war bereits von meinen Begeleitern alarmiert worden. Dann Reanimation durch uns, bis die Fachleute da waren. Wir machten weiter, bis der RD seine Koffer startklar hatte und übernahm. Auch unser Patient hatte wieder einen eigenen Puls und kam ins KH. Ich hätte gerne erfahren, ob der Mann aus dem Koma erwacht ist, ob er noch lebt oder ob er kurz drauf verstorben ist.. Aber trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl, das Richtige getan zu haben.

  9. Avarion permalink
    11. April 2011 18:38

    Wobei mich ja wundert wie jemand dessen Herz man mit Hilfe der Rippen wie ein Kotlett bearbeitet hat dannach noch selbsttätig funktionieren kann.
    Unser Sani in der Ersthelferausbildung meinte auch das Herzschäden nicht ungewöhnlich seien.

    • 11. April 2011 19:03

      @Avarion

      Willkommen auf meinem Blog. „Herzschäden treten relativ selten auf, denn dann müsste genau die 3/4 Rippen brechen..und sich ins Herz „bohren“. Bei einer Reanimation brechen meistens irgendwelche Rippen, sogar das Brustbein kann mal brechen, was aber meistens zu keinen Sekundärschäden führt. Die Menschen sterben, weil kein sauerstoffreiches Blut mehr durch den Körper gepumpt wird, und so das Gewebe abstirbt.

      @Ulrich Wolf

      Sowas erlebt man leider wirklich selten, das „Laien“ anfangen. Und trotzdem freue ich mich immer, wenn doch jemand mit der Reanimation angefangen hat.

  10. 14. April 2011 16:04

    Um beim Bergdoktor zu bleiben: Das wird ja auch grundsätzlich immer eine Asystolie defibrilliert 🙂

    Dass man sich über die geringen Erfolgschancen einer Rea im Klaren ist, ist aus meiner persönlichen Sicht gerade für sensible Gelegenheitshelfer (Laien oder ehrenamtliche Sanis) wichtig. Sonst fragen die sich später noch: Lag es an mir? Hab ich bei meinen Rea-Bemühungen was falsch gemacht? Bin ich schuld, weil ich zu schlecht gedrückt/beatmet habe? Umgekehrt braucht es natürlich die zitierten 4% Erfolgsquote, um sich trotz schlechter Chancen zu motivieren 🙂

  11. Ava permalink
    15. April 2011 14:48

    Echt gut zu hören. Alle Reanimationen, die ich mitbekommen habe waren entwender primär erfolglos oder die Patienten sind bei uns auf der Intensivistation verstorben.
    Gut geschrieben, Großer! LG 🙂

  12. 18. April 2011 12:58

    Meine Oma brach im Weihnachtsgeschäft 1988 zusammen, wurde nach einigen Minuten reanimiert – aber keiner weiß, wie lange sie im Stillstand war.
    Sie ist im März 91 gestorben, mit 83 Jahren, und die Retter haben uns noch zwei JAhre mit ihr geschenkt. Allerdings waren sie hoch überrascht, als sie erfuhren, die Frau ist schon fast 81 Jahre alt… hätten sie vielleicht eher aufgegeben, wenn sie das gewußt hätten?

    Meine Oma ist nie wieder auf die Füße gekommen, aber sie war noch bei uns.

  13. Auriel permalink
    6. Mai 2011 09:19

    Ich arbeite auf einer inneren Intensivstation und demzufolge kommen alle mit Z.n. Reanimation zu uns. Ich kann nur betonen, wie wichtig es ist die Zeit zwischen Herzstillstand und Beginn der Reanimationsmaßnahmen möglichst kurz zu halten. Patienten nach erfolgreicher schneller Reanimation haben meiner Erfahrung nach (sofern sie die Folge-Komplikationen überleben) fast nie große neurologische Defizite. Das geht durch alle Altersklassen, von der 20 jährigen bis zum 80 jährigen.
    Das nächstwichtigste ist meines Erachtens die Kühlung, bitte fangt damit schon außerklinisch an, egal wie ! Wir hatten mal einen Patienten der KF im Freibad im Wasser bekommen hat und nach 10maliger Defibrillation und ca 1h Reanimation, nach ca 10 Tagen ohne neurologische Defizite in die Reha ist. Einfach Klasse, oder?

  14. Sylvia permalink
    27. Februar 2012 15:38

    Hallo, mir wird immer noch flau im Magen, wenn ich an den Abend des 9.Juli 2011 denke, an dem mein Vater im Sessel neben mir nach einmaligen Aufschnappen zusammensackte. Ich habe ihm 2mal auf den Arm geschlagen und gerufen, war innerhalb von 10sec mit 112 verbunden und habe nach Durchgabe des „wer, was, wann, wo“ das Telefonat abgebrochen, da mein Vater tiefblau anlief. Habe dann (als ich ihn endlich flach auf dem Boden hatte = ca. 2min spaeter) mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung ohne jegliche Vorkenntnisse begonnen. 8min spaeter uebernahm der Notarzt. Ich kann nur sagen: „Wunder gibt es immer wieder“ und: jede Hilfe (egal ob man es nur macht „wie im Fernsehen“… oder wie ich in diesem Fall)ist besser als keine Hilfe“.
    Der Notarzt brauchte 1h um seinen Herzschlag zu normalisieren, im Krankenhaus wurde er gekuehlt und wachte erst 3 Tage spaeter wieder auf, aber er ist heute wieder fit … vollkommen … mit Defi zur Sicherheit.

    • 27. Februar 2012 19:39

      @Sylvia

      Herzlich Willkommen auf meinem Blog. Ich finde es sehr gut, was du gemacht hast, mein Respekt davor und davon sollten sich einige eine Scheibe mal abschneiden!!

      • 27. Februar 2012 21:29

        Eine Scheibe nur? Ein paar mehr wären noch besser.

        @Sylvia: Gratulation für den kühlen Kopf. Das schafft leider nicht jeder, besonders wenn ein Familienmitglied betroffen ist. „Kaputtmachen“ kann man in so einem Moment nichts. Und wenn doch, dann ist eine kaputte Rippe immer noch besser als die drohende Alternative.

  15. Sylvia permalink
    1. März 2012 11:34

    Vielen Dank, aber eigentlich haupsachlich fuer den Rettungsdienst … ich vergesse nicht, wie erleichtert ich war, als er eintraf … auch wenn er mich erst noch aufforderte, weiterzumachen. Sie haetten noch keine Handschuhe an (Notarzt) und die Geraete noch nicht aufgebaut 😉
    Danke und viele Grüße, mein Vater arbeitet wieder, darf Auto fahren und hat gerade eine Kanada-Rundtour gebucht … was will man mehr??
    p.s.: Ich hatte ganz und gar keinen kühlen Kopf, sondern war total panisch … hat aber zum Glück trotzdem geklappt.

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