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Kampf gegen Krebs…

20. Juni 2017

Heute gibt es keinen neuen Artikel aus meinem Job, sondern ich möchte euch um etwas bitten.

 

2009 ist meine Mama an Krebs erkrankt und nicht nur ihr, sondern auch mein Leben ist damals mächtig aus den Fugen geraten. Zum Glück ist alles gut gegangen und ihr geht es gut. 2015 starb Chaoskatze an einem Hirntumor mit gerade mal 30 Jahren. Obwohl wir nur gute Bekannte waren, hat mich ihr Tod ziemlich getroffen.

 

Ihr Umgang mit ihrer Krankheit und ihr Lebensmut haben mich angesteckt und mir selbst auch geholfen. Dieses Jahr am 26 August möchte ich deshalb mit eurer Hilfe auch etwas im Kampf gegen den Krebs tun.

 

Und wie?

 

Ihr sponsert mich bei meinem Vorhaben, einen Berg in den Schweizer Alpen mit dem Mountainbike zu erklimmen. Bärgüf geht es, mit vielen weiteren Menschen und Arbeitskollegen, die 15.8 km den Berg hochfahren oder laufen und dabei Spenden sammeln.

Was ist Bärgüf?

Unser oberstes Ziel ist es, ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen zwischen Krebskranken, Angehörigen, Läufern, Velofahrern sowie Supportern und Zuschauern. Mit den gesammelten Spenden wird ein Verein mit dem Namen «Bärgüf» gegründet, der das Ziel verfolgt, Krebs aktiv zu bekämpfen und Krebspatienten solidarisch neue Hoffnung zu geben.

Diese Solidarität wird in Form von «abgestrampelten» Höhenmetern gelebt: Finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen Krebs einerseits und andererseits der Kampf gegen die persönlichen, sportlichen Grenzen. Dieser Kampf steht symbolisch für den Kampf von Krebspatienten gegen die Krankheit. Sich ein Ziel setzen, welches unerreichbar erscheint und dennoch dieses Ziel nicht mehr aus den Augen verlieren. Das Motto der Veranstaltung könnte treffender nicht sein: «Aufgeben ist keine Option!».

 

Ich möchte die Strecke zwischen Stalden und Moosalp mindestens einmal hochfahren. Vielleicht schaffe ich auch ein zweites Mal, aber einmal ganz sicher mit eurer Unterstützung.

Wie könnt ihr spenden!?

Jetzt wird es leider ein bisschen kompliziert. Für euch bin ich der Paul, der im wahren Leben aber ganz anders heißt.

Meine Anonymität ist ein Grundstein dieses Blogs, den es ohne diese Anonymität nicht geben wird.

Deswegen möchte ich euch bitten, wenn ihr Interesse am Spenden habt, mir eine E-Mail ( alltagimrettungsdienst (ät) gmx.de ) zu schreiben. Ihr bekommt dann meinem Namen und einen Link, wo ihr alles erfahrt, was zum Spenden wichtig ist.

Ich hoffe trotz dieses Umweges, dass ihr mich bei meinem Vorhaben unterstützt und auch zeigt, dass Soziale Medien was ganz Tolles sind.

Euer Paul

Wenn der Paul eine Reise macht…

27. Mai 2017

Was ich mich ja schon lange frage: Besuchen Lehrer, Bäcker oder Gärtner in ihrem Urlaub ihre ausländischen Arbeitskollegen und schauen sich dort um!?

Ich glaube ja eher nicht. Aber viele Kollegen aus Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei, die werden im Ausland magisch von Wachen, Kollegen und auch Fahrzeugen angezogen. 🙂

Vor ein paar Tagen hat sich der Paul einen kleinen Traum erfüllt, er war ein paar Tage in Amerika und natürlich hat er sich ein paar Wachen und Fahrzeuge angeschaut und ist mit den Kollegen ins Gespräch gekommen. 🙂

 

New York

Mein erstes Ziel war New York. Ich war 7 Tage dort und die Stadt hat mir sehr gut gefallen. Durch Zufall erfuhr ich auf Twitter, dass während meines Urlaubs die Feuerwehr New York an einem Tag ihre Wachen für die Bevölkerung öffnete. Ich war doch sehr gespannt. Leider wurden meine Erwartungen doch etwas enttäuscht, da sich auf der ersten Wache nicht so wirklich Mühe gegeben wurde. Ein Tisch mit ein paar Malbüchern, Helme für Kinder und die üblichen Kugelschreiber, mehr gab‘s nicht. Auf die Frage, ob es möglich wäre, sich auch mal eine Ambulanz anzuschauen, wurde mürrisch geantwortet, dass diese nur unterwegs seien und es deshalb keine Möglichkeit gebe.

Zum Glück wusste ich, dass ein paar Blocks weiter noch eine kleine Wache ist, und dort versuchte ich mein Glück noch mal. Ich traf auf einen sehr netten Kollegen, der mir den Tipp gab, es mal an den Krankenhäusern zu probieren, dort hätte ich bestimmt mehr Glück, mir eine Ambulanz anzuschauen. Er zeigte mir noch auf Google Maps, wohin ich musste, und schon war ich unterwegs.

Ich hatte wirklich Glück und traf auf wirklich nette Kollegen, die für das Krankenhaus im Rettungsdienst fahren. In Deutschland kennt man so was überhaupt nicht, in der Schweiz ist das weit verbreitet. Ansonsten fährt dort natürlich auch die Feuerwehr und andere private Anbieter.

Die Kollegen fahren ca. 8 bis 10 Einsätze pro 12-Std.-Dienst. Die Kompetenzen sind in etwa mit der Schweiz zu vergleichen. Das heißt, die Paramedics dürfen viele Medikamente selbst geben. Ein Notarztsystem kennt man dort nicht, man hat aber die Möglichkeit, einen Arzt per Telefon zu kontaktieren. Die Ausbildung zum Paramedic dauert 1 Jahr. Der Verdienst ist auf dem Niveau der Schweiz, ein Kollege verdient dort zwischen 6000 und 7000 US Dollar im Monat. Wer denkt, dass die Kollegen sehr häufig mit Gewalttaten zu tun haben und jeder Kollege eine schusssichere Weste trägt – das ist ein weit verbreiteter Irrglaube.

 

 

San Francisco

Meine Lieblingsstadt in den USA. Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte mal dort gewesen sein. Von der pulsierenden Innenstadt bis zur Grünen Oase im Golden Gate Park gibt es dort alles. Ein Minuspunkt ist aber, dass es wirklich viele Obdachlose gibt. Diese sind in keiner Weise aggressiv, aber sie sind wirklich in einer Masse dort, wie ich persönlich es noch nie gesehen habe.

San Francisco hat ca. 1 Million Einwohner und dort ist es wie in New York auch so, dass die Feuerwehr einen Großteil des Rettungsdienstes fährt. Es gibt pro Tag 25 Ambulanzen und in einer 12-Std.-Schicht gibt es auch ca. 8 bis 9 Fahrten. Einen Notarzt oder Rettungshubschrauber wie in Deutschland üblich, gibt es dort ebenso wenig. Auch ein Beatmungsgerät sucht man vergebens, es wird wegen der kurzen Distanzen zum nächsten Krankenhaus einfach nicht benötigt.

 

Es war eine wunderbare Zeit in Amerika und der nächste Urlaub, diesmal in Europa, ist schon in Planung! 🙂

Der Seelauf…

14. April 2017

Heute gibts einen Gastbeitrag von Nef 1 SSD.

 

Vorweg einmal: Der Seelauf ist ein Sportevent, an dem jeder Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse teilnehmen muss. Die gesamte Schule startet auf einmal und dann laufen alle um den Einfelder See in Neumünster. Die Strecke von über 8 km ist nicht ganz ohne und die Leistung wird ziemlich streng bewertet und geht in die Sportnote ein.
Der Schulsanitätsdienst war dieses Jahr mit 7 Schulsanitätern da: Zwei Gruppen à 2 Mann waren mit Fahrrädern unterwegs, eine Zweiergruppe am Start/Ziel positioniert und die Einsatzleitung (in diesem Fall war ich das). Funkgeräte hatten wir auch extra dafür noch besorgt.

Treffen war morgens noch vorher im Saniraum, wo Material abgeholt wurde, und dann ging es zum See.
Beim See angekommen, war es doch ziemlich neblig und kühl.
Wir suchten uns also einen Platz, wo die Start-/Ziel-Gruppe postiert war, und besprachen noch ein paar Sachen.
Dann ging es los. Fahrradgruppe 1 fuhr direkt mit, Nr. 2 ein Stück entfernt hinterher.
Die Gruppe bei Start/Ziel hatte erstmal Pause, die Fahrradgruppen hatten hier und da was Kleines, aber nix Besonderes.
Dann kamen die ersten zum Ziel. Alle außer Puste, hier und da ein bisschen Traubenzucker verteilt und sonst nix. Dann meldete die Gruppe bei Start/Ziel, dass sie einen Einsatz habe.
Da ich sonst nix zu tun hatte, bin ich da hingegangen, schnell wurde festgestellt, dass „Laura“ (ich nenn sie jetzt einfach mal so) schwindelig war und dass sie nur verschwommen sehen und nur schwer atmen konnte.
Also habe ich mich auf den Weg zur Wettkampfleitung gemacht, um einen RTW zu organisieren.
Als ich wieder zurückkam, lag daneben schon die nächste Person. Während ich weggewesen war, war aber auch Fahrradgruppe 1 eingetroffen, die sich nun um die zweite Person (hier heißt sie einfach „Vanessa“) kümmerte.
Na ja, Vanessa ging es noch soweit gut, also bin ich einfach nach oben zur Straße den RTW einweisen gegangen.
Auf einmal kommt jemand zu mir nach oben und sagt mir, dass da irgendwo auf der Strecke ist jemandem schwindelig ist. Die wussten allerdings nicht genau, wo. Die zweite Fahrradgruppe fuhr ja hinterher, das heißt, es konnte nicht hinter der sein. Ich hab der Fahrradgruppe Bescheid gesagt, was los ist, und dass sie doch bitte nach denen suchen solle. Sie hatte aber gerade zu der Zeit einen anderen Einsatz bekommen, eine Person konnte nicht mehr laufen. Knie tat unheimlich weh.
Die Person wurde also erstmal mit dem nächsten Lehrer, der da war, alleine gelassen, und so ist die Gruppe mit ihren Fahrrädern wieder losgefahren, um die andere Person, der schwindelig war, zu suchen.
In dem Moment sagte mir Gruppe Start/Ziel schon Bescheid, dass unten jetzt noch jemand mit Knieschmerzen war.
Lauras Zustand war unverändert, Vanessas hat sich etwas verschlechtert, aber nicht sehr.
Nun hörte ich den RTW, hab denen dann schnell erklärt, was los ist, und sie zu Laura geführt. Einer von den Sanitätern ist dann auch noch kurz zu Laura gegangen, da es um sie immer schlechter stand. Der Rettungssanitäter hat schnell entschieden, dass sie da noch einen Rettungswagen brauchen, hat sich noch die Person mit Knieschmerzen, die auch unten bei den anderen beiden war, angesehen und dann für sie ebenfalls noch einen RTW bestellt. Gleichzeitig wurde dann auch noch ein Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr mitgeschickt.
Als wäre das nicht genug, verschlechterte sich der Vanessas Zustand, so dass der Rettungssanitäter noch einen Notarzt hinzugerufen hat.
Parallel dazu suchte dann unsere Fahrradgruppe immer noch die Person, der schwindelig war. Die war jedoch nicht zu finden. Als ich dann noch einmal bei dem, der uns Bescheid gesagt hatte, nachgehakt habe, bekam ich die Antwort, dass sie weitergegangen sei …
Aber immerhin konnte dann unsere zweite Fahrradgruppe auch noch bei Start/Ziel mithelfen, alles abzufangen und zu versorgen, was nicht so schlimm verletzt war.
Kurze Zeit später kamen dann auch die 2 RTW, der NEF und der ELW bei uns an.
Also ein riesiger Aufruhr und wer von den Schulsanis nix zu tun hatte, hat die Leute, die immer neugierig gestarrt haben, weggeschickt, damit der Rettungsdienst seine Arbeit machen konnte. Bei diesem und jenem haben wir dem Rettungsdienst noch geholfen, dann fuhren sie nach und nach weg.

Dieser Großeinsatz ist allen Schulsanitätern, die da waren, sehr nahe gegangen und wir haben noch lange Zeit darüber geredet.
Ich muss auch die Schulsanitäter noch mal loben, da eine sehr gute Zusammenarbeit geherrscht hat!
Allen Personen, die irgendwelche Beschwerden hatten, geht es wieder gut.

Klassiker Teil 2…. Kampf dem Herztod…

12. März 2017

Der Klassiker Teil 2… Kampf dem Herztod

Ein ganzer Tag, nicht viel in unserem Leben, wenn wir bedenken, dass der Durchschnitt das Glück hat,  heutzutage wahrscheinlich über 70 Jahre alt zu werden.

Aber 24 Stunden  können auch zu lange sein, wenn es um einen Herzinfarkt geht.

Herr Brunner schaut mich leicht irritiert an, als ich und mein Kollegen Iwan mit vollem Gepäck in das Behandlungszimmer eintreten. Wir haben unseren Notfallrucksack, das EKG und Sauerstoff dabei, denn auch wenn wir in eine Praxis gerufen werden, arbeite ich lieber mit dem Material, mit dem ich mich auskenne.

„Sie brauchen doch nicht so viel Wirbel zu machen“, das bekam schon seine Hausärztin zu hören, als er ihr von seinen Beschwerden berichtete.

Schmerzen in der Brust, als würde ihm jemand auf dem Brustkorb sitzen, so beschrieb er es. Seit wann er denn diese Schmerzen hätte, fragte sie. „Naja, seit 13 Uhr“ antwortete er. Seine Ärztin schaute entsetzt auf ihre Uhr, denn da war es gerade 11.30 Uhr. „Ich konnte auch die ganze Nacht nicht schlafen und meine Frau meinte dann heute Morgen, ich sollte doch mal bei Ihnen vorbei schauen“, sagte er.

„Herr Brunner, Sie haben wahrscheinlich einen Herzinfarkt und ich möchte Sie bitten, sich gleich hier auf den Rollstuhl zu setzen, den ich Ihnen hole“. „Aber ich kann doch laufen“, entgegnete er, „ich habe doch nichts an den Füßen“. Seine Ärztin duldete keine Widerworte und wies ihre Helferin gleich an, einen Rettungswagen zu alarmieren. „Ist das denn wirklich nötig“, fragte er immer noch iritiert. „Ich kann doch auch mit meinem Wagen ins Krankenhaus fahren“.

Als wir eintrafen, lag Herr Brunner schon auf einer Trage. Ich stellte mich kurz vor, ließ mir von der Ärztin eine Übergabe machen und mein Kollege Iwan schloss unseren Patienten an das EKG an. Keine zwei Minuten später hatten wir es schwarz auf weiß

:Herr Brunner hat einen massiven Herzinfarkt erlitten. Schnell war eine Infusion angeschlossen und lebenswichtige Medikamente liefen durch seine Venen. Keine zehn Minuten später landete der von uns angeforderte Rettungshubschrauber auf dem Parkplatz eines nebenan liegenden Supermarkts.

 

Was aus Herr Brunner geworden ist, ich weiß es nicht. Dass er knapp 24 Stunden mit einem so massiven Herzinfarkt überlebt hat, grenzt schon an ein Wunder. Und dieser Einsatz entstammt nicht meiner Fantasie, sondern hat sich wirklich so zugetragen.

 

Wir, das heißt „Hermione“, der Krangewarefahrer und ich wollen euch zeigen, worauf ihr achten müsst. Wie kann man einen Herzinfarkt erkennen und wie helfe ich einem Betroffenen?

 

Was ist ein Herzinfarkt?

 

Das Herz ist ein Muskel, der wie alle anderen Organe im Körper Blut braucht. Um das Herz herum ziehen viele Blutgefäße, die den Muskel mit Sauerstoff und anderen Dingen versorgen. Bei einem Herzinfarkt wird ein Blutgefäß am Herz durch Ablagerungen, die im Laufe des Lebens entstehen, oder durch einen Blutpfropf ganz oder teilweise verschlossen. Passiert dies, stirbt das dahinter liegende Gewebe rasch ab. Betrifft das Gebiet einen Großteil des Herzmuskels, kann das Herz seine Aufgabe nicht mehr wahrnehmen und es kommt zu einem Herzkreislaufstillstand.

Je früher dieser Verschluss im Blutgefäß wieder geöffnet wird, desto eher überlebt der Patient. Deswegen zählt bei einem Herzinfarkt jede Minute.

 

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Der Patient verspürt meist einen heftigen Schmerz in der Brust. Herr Brunner gab an, dass es sich so anfühlt, als würde ihm jemand auf der Brust sitzen. Meist treten die Symptome bei Anstrengung oder auch in körperlicher Ruhe auf. Oft strahlt der Schmerz in den Kiefer, den Rücken, beide Arme und in den Bauch aus. Menschen mit einem Herzinfarkt bekommen meist schlecht Luft und haben sehr große Angst. Das Tückische an einem Herzinfarkt ist: Alles kann, nichts muss. Gerade Personen, die an Diabetes erkrankt sind, können z.B. überhaupt keine oder nur wenige Schmerzen empfinden. Andere spüren den Schmerz nur im Bauch oder Rücken. Allen gemein ist aber, dass alle möglichst schnell in ein entsprechendes Krankenhaus kommen.

 

 

 

Was tue ich?

 

Herr Brunner hat das gemacht, was leider viele Menschen mit Herzinfarkt machen. Er hat die Symptome nicht erkannt und gedacht, was von alleine kommt, wird auch von alleine wieder gehen. Er hat fast 24 Stunden gewartet, bis er doch endlich zu seiner Hausärztin gegangen ist. Wie ihr schon wisst, darf niemand mit einem Herzinfarkt mehr herumlaufen. Außerdem muss die 112 gerufen werden, denn der Hausarzt hat vielleicht zu und ist auf einen Herzinfarkt nicht vorbereitet, was die Medikamente angeht, die ein Herzinfarkt-Patient bekommt. Auch wenn es zu einer Reanimation kommen sollte, ist meist nicht das Equipment vorhanden, welches wir mit dem Notarzt und dem Rettungswagen mitbringen.

Warten Sie nicht Stunden. Jede Minute, die Sie länger warten, stirbt das Gewebe hinter dem Verschluss ab. Nach mehr als 3 Stunden ist die Wahrscheinlichkeit, diesen Verschluss noch durch Medikamente oder eine OP zu beseitigen, sehr niedrig. Auch steigt leider die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Herz für immer stehen bleibt. Wählen Sie die 112 und berichten, was passiert ist. Wenn die Möglichkeit besteht, suchen Sie kurz die letzten Arztberichte zusammen. Auch wichtig ist, welche Medikamente der Patient jeden Tag zu sich nimmt. Danach den Patient weiter betreuen und zusammen auf den Rettungsdienst warten.

An einem Herzinfarkt sterben jährlich 50. 000 Menschen in Deutschland.

Es kann auch sein, dass das Herz eures Partners  plötzlich stehen bleibt. Jetzt müsst ihr den Patienten möglichst rasch auf den Boden bringen und den Oberkörper frei machen. Ihr überprüft, ob derjenige noch atmet. Atmet er nicht, oder nur ganz komisch, dann ruft ihr die 112 nochmals an und schildert, was passiert ist. Denn so wissen die Kollegen,  dass es eine neue Situation gibt und der Kollege der Leitstelle kann euch in der Reanimation anleiten, wenn euer Erste-Hilfe-Kurs schon länger zurückliegt und ihr euch nicht sicher seid, was ihr machen müsst.

 

 

Kann man präventiv  was gegen einen Herzinfarkt tun?

 

Ja, eine ganze Menge. Sport und eine gesunde Ernährung schützen vor einem Herzinfarkt. Wer raucht wie ein Schlot, viel Alkohol trinkt oder sich ungesund ernährt, und deswegen auch ein paar Kilos mehr mit sich herumschleppt, der hat eine größere Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu bekommen als jemand, der das nicht tut.

 

Reanimations Marathon… Kampf dem Herztod…

11. März 2017

Ein kleiner schöner Artikel von @EinfachnurJu die spontan mit ihren Kollegen vom Schulsanitätsdienst, etwas auf die Beine gestellt hat.

Da ja gerade die Blogparade „Kampf dem Herztod“ im Gange ist und an meiner Schule am Freitag „Tag der offenen Tür“ ist, haben wir uns vom Schulsanitätsdienst dazu entschieden, dass wir einen „Rea-Marathon“ machen.
Ich lese regelmäßig die Blogs von Paul, Hermione und dem Krangewarefahrer, und so kam mir beim Vorbereitungstreffen die Idee, das wir auch was dagegen tun könnten. Ich warf den Vorschlag also mal in die Runde und dann meldeten sich auch noch zwei weitere Schulsanis, die beide den Blog von Hermione lesen. Unser Leiter fand die Idee auch super, und da wir noch ca. 100 Löwen retten Leben Puppen an unserer Schule hatten, ließen wir unseren „Rea-Marathon“ mit ins Programm schreiben.
Wir wollen, dass jeder, der so fit ist, sich dahin zu knien, dabei mitmacht. 12 Minuten lang drücken. Vom DRK bekommen wir sogar noch mehr Puppen, sodass hoffentlich jeder daran teilnehmen kann. Die, die noch keinen EH-Kurs hatten, oder der schon lange zurückliegt, und auch die Kinder.

Der Tag ist zu Ende. Auch ich habe heute noch sehr viel gelernt, wie die realistische Notfalldarstellung. Insgesamt knapp 100 Kinder wurden geschminkt, davon 10 von mir.
Auf dem Bild sieht man unseren Nachgestellten Unfall, denn ich konnte nirgendwo Bilder machen. Das ist eines der wenigen Bilder die gemacht wurden. Das heißt auch, dass ich beim Rea-Marathon leider keine Bilder machen konnte, aber es haben insgesamt 80 Menschen mitreanimiert, davon 50 4.Klässler.

 

Das trojanische Pferd… Kampf dem Herztod…

9. März 2017

Würde ich Herr Schulz auf der Straße treffen, würde ich ihn nicht in die Schublade stecken als jemanden, der prädestiniert dafür ist, einen Herzinfarkt zu bekommen. Ein schlanker, sportlicher Typ in den besten Jahren, so würde ich ihn beschreiben.

Aber lest mal seine Geschichte, die ich mit ihm zusammen erlebt habe.

Eines Tages im Winter, es sind draußen mehr als 10 Grad minus, werden wir zu einer Bergbahnstation gerufen. Ein Patient fühlt sich nicht so gut, sein Herz wäre so schnell. Wir sollen doch mal gucken fahren. Ich fluche ein bisschen vor mich hin, denn dieses: „Fahr mal hin und guck mal“ endet selten gut. Wir müssen ein ganzes Stück fahren und so kommen wir 20 Minuten später dort an. Ein Einweiser zeigt uns den Weg in einen Nebenraum, wo unser Patient auf dem Boden liegt.

Ich stelle mich kurz vor, taste den Puls und finde ihn nicht. Passiert schon mal, ich taste weiter, aber spüre immer noch nichts. Mhh, sehr komisch, denn Herr Schulz spricht ganz normal mit mir, als wären wir einfach nur zum Plauschen zusammen gekommen. Meine Kollegin bringt das Monitoring an und nun sehe ich auch sofort, weshalb ich keinen Puls am Handgelenk gespürt habe: Unser Patient ist mit einem Puls von 200 unterwegs, normal sind so 60 bis 80 Schläge pro Minute für das Herz.

Schnell lasse ich meine Kollegin Nadine die Defi Pads kleben, denn das Herz kann jede Sekunde in ein Kammerflimmern übergehen und das würde bedeuten, dass das Herz nicht mehr arbeitet. Ich fordere unseren Notarzt nach und erkläre Herrn Schulz, was gerade passiert und in der nächsten Zeit passieren wird.

Ich fordere ihn auf, einmal so zu pressen, als müsste er groß auf dem Klo. Durch diesen Reflex versuche ich zu erreichen, dass sein Herz von alleine in einen normalen Rhythmus umschlägt. Beim zweiten Versuch klappt es auch, und das Herz schlägt jetzt nur noch 45 Mal pro Minute. Nicht gerade viel, aber besser als vorher.

Wir atmen alle kurz durch, ich frage wie bei allen Patienten, ob Herr Schulz irgendwelche Vorerkrankungen hat, ob Allergien vorliegen und was er so vor dem Ereignis gemacht hat. Er ist kerngesund, hat kein Übergewicht, raucht nicht, trinkt wenig Alkohol, hat keine Allergien. Seine Frau und er sind nur den ganzen Tag Skifahren gewesen. Dann hat er gemerkt, dass sein Herz so rast und ihm sehr komisch wird. Schmerzen in der Brust gibt er auch keine an, nur Übelkeit hätte er jetzt.

Ich möchte einfach sicher gehen und lass von Nadine ein großes EKG schreiben, damit wir nichts am Herz übersehen. Schon als ich den Monitor betrachte, sehe ich die markanten Symptome des Herzinfarkts.

 

Noch bevor unser Notarzt eintrifft, beginnen wir mit der Therapie gegen den Herzinfarkt.

Herr Schulz kommt sofort in eine Klinik, welche auf Herzinfarkte spezialisiert ist. So stehen seine Chancen gut, diesen Herzinfarkt zu überleben.

 

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Der Patient verspürt meist einen heftigen Schmerz in der Brust.

 Meist treten die Symptome bei Anstrengung oder auch in körperlicher Ruhe auf. Oft strahlt der Schmerz in den Kiefer, den Rücken, beide Arme und in den Bauch aus. Menschen mit Herzinfarkt bekommen meist schlecht Luft und haben sehr große Angst. Das Tückische an einem Herzinfarkt ist: Alles kann, nichts muss. Und gerade bei Herr Schulz wird das sehr deutlich. Denn er ist augenscheinlich gesund, macht Sport und hat keine Vorerkrankungen. Uns kann das auch verleiten, einen Herzinfarkt zu übersehen. Auch wir vom Rettungsdienst müssen an alle möglichen Eventualitäten denken.

Aber auch Diabetes kann die Symptome eines Herzinfarktes verschleiern. Denn durch das Absterben von Nervenzellen verspürt der Patient keine oder nur geringe Schmerzen.

Bei Frauen kann es vorkommen, dass die Schmerzen nur im Bauch verspürt werden, und dass weitere Anzeichen fehlen.

Deshalb sollte man, wenn man sich nicht sicher ist, die 112 wählen. Natürlich können Schmerzen in der Brust auch andere Ursachen haben, aber das können wir und vielleicht sogar nur ein Krankenhaus mit noch besseren Diagnosemöglichkeiten klären.

 

Was tue ich?

 

Herr Schulz hat alles richtig gemacht. Denn er hat sofort die 112 angerufen und geschildert, was passiert ist. Er hat sich nicht mehr bewegt und die Flachlagerung war in seinem Fall das Beste. Wir haben nach bestem Wissen gehandelt und auch so den Herzinfarkt erkannt. Denn es ist wichtig, nicht nur den schnellen Puls zu behandeln, sondern auch nach den Ursachen zu forschen. Gerade wenn etwas nicht so ganz klar erscheint, sollte man alle diagnostischen Möglichkeiten ausnutzen.

An einem Herzinfarkt sterben jährlich 50.000 Menschen in Deutschland.

Es kann auch sein, dass das Herz ihres

 

Kann man präventiv  was gegen einen Herzinfarkt tun?

 

Ja, eine ganze Menge. Sport und eine gesunde Ernährung schützen vor einem Herzinfarkt. Wer raucht wie ein Schlot, viel Alkohol trinkt oder sich ungesund ernährt, und deswegen auch ein paar Kilos mehr mit sich herum schleppt, der hat eine größere Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu bekommen als jemand, der das nicht tut.

Aber wie ihr seht, auch gesunde, schlanke Menschen, die nicht rauchen und nicht viel Alkohol trinken, können einen Herzinfarkt bekommen. Aber die Chancen auf ein herzinfarktfreies Leben stehen natürlich viel besser, wenn man keinen Raubbau an seinem Körper betreibt.

 

Der Klassiker… Kampf dem Herztod…

6. März 2017

Der Klassiker… Kampf dem Herztod…

 

Heute starten Hermione, Krangewarefahrer und ich unsere Blogparade „Kampf dem Herztod“, denn es gibt immer noch viele Menschen, die nicht wissen, was ein Herzinfarkt ist, wie man ihn auch als Laie erkennen kann und wie wichtig eine schnelle Intervention ist.

 

2003 saß ich als Lehrling auf dem Rettungswagen, einige Einsätze schon auf dem Buckel, und sowas wie Routine bahnte sich an. Jedenfalls dachte ich das damals 🙂 Wieso ich diesen Einsatz noch so genau im Kopf habe, das erzähle ich euch hier.

Es war ein Montagmorgen, wir saßen gerade mit dem Nachtdienst beim Frühstück, es war schon schön warm draußen und ich nippte gerade an meinem Kaffee, als der Melder des RTWs und auch der des Notarztes bimmelte. Wir schauten alle auf unsere Melder,  ließen alles stehen und liefen zu unseren Autos.

„Herzinfarkt“ stand da auf dem Melder, in einer Arztpraxis, zwei Orte weiter. Ich hatte in den letzten Monaten schon einige Herzinfarkte gesehen und ich dachte zu dem Zeitpunkt noch, ich hätte schon alles gesehen. Aber wie das im Rettungsdienst ist, auch nach fast 14 Jahren im Job gibt es immer wieder Einsätze, die man so noch nicht hatte.

 

Herr Meyer hatte schon seit einer Stunde Schmerzen in der Brust, die über seine Schulter bis in den linken Arm gingen. So richtig gut Luft bekam er auch nicht und das machte im schon etwas Sorgen. Deshalb ließ er sich von seiner Ehefrau zu seiner Hausärztin im gleichen Ort fahren. Diese schrieb sofort ein EKG und nahm Blut ab. Auf dem EKG sah sie das:

Herr Meyer hat einen massiven Herzinfarkt erlitten. Sofort rief die Hausärztin die 112 an und verlangte für ihren Patienten einen Rettungswagen und einen Notarzt. Als wir eintrafen, hatte die Ärztin schon eine Infusion gelegt und alle Unterlagen zusammen gesucht. Wir spulten unser Programm ab, es gab vom Notarzt Schmerzmittel und Sauerstoff. Bis dahin war alles wie immer. Wir bereiteten den Transport vor. Mein Kollege fragte unseren Notarzt, ob wir das EKG für den Transport ins Auto abmachen können, aber der sagte nur: „Nee, lass lieber mal dran“, denn Herr Meyer sah wirklich krank aus.

Plötzlich schrie unser Patient auf und krampfte am ganzen Körper. Wir schauten uns alle irritiert an. Was war denn hier los!? Der Krampfanfall dauerte keine Minute und dann war Ruhe, das EKG zeigte eine Nulllinie. Unser Notarzt fing sich als Erster und schaute zunächst, ob uns unsere EKG-Ableitung nicht einen Streich spielte, Herr Meyer gar kein Herzstillstand hatte und alle Aufregung umsonst war. Dem war aber nicht so, Herr Meyers Herz hatte wirklich die Arbeit eingestellt. Zum Glück hatten wir das gesamte Material noch im Zimmer und konnten gleich mit der Wiederbelebung anfangen.

Nach zehn Minuten schlug sein Herz wieder, er hatte einen Tubus in der Lunge und wir waren bis auf die Unterwäsche nass geschwitzt.

 

Herr Meyer hatte unendliches Glück an diesem Tag. Glück, dass seine Hausärztin da war, etwas von ihrem Job versteht und dass diese uns so schnell alarmiert hat. Außerdem war sein Glück, dass sein Herz in der Praxis aufgehört hat zu schlagen und nicht zu Hause, wo kein Rettungsdienst daneben gestanden hat. Er konnte das Krankenhaus nach zwei Wochen Aufenthalt auf eigenen Beinen verlassen. Sein Herz war zwar geschädigt, aber er hatte trotzdem noch eine hohe Lebensqualität.

 

Was ist überhaupt ein Herzinfarkt?

Das Herz ist ein Muskel, der wie alle anderen Organe im Körper Blut braucht. Um das Herz herum ziehen viele Blutgefäße, die den Muskel mit Sauerstoff und anderen Dingen versorgen. Bei einem Herzinfarkt wird ein Blutgefäß am Herz durch Ablagerungen, die im Laufe des Lebens entstehen, oder durch einen Blutpfropf ganz oder teilweise verschlossen. Passiert dies, stirbt das dahinter liegende Gewebe rasch ab. Betrifft das Gebiet einen Großteil des Herzmuskels, kann das Herz seine Aufgabe nicht mehr wahrnehmen und es kommt zu einem Herzkreislaufstillstand.

Je früher dieser Verschluss im Blutgefäß wieder geöffnet wird, desto eher überlebt der Patient. Deswegen zählt bei einem Herzinfarkt jede Minute.

 

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Der Patient verspürt meist einen heftigen Schmerz in der Brust. Herr Meyer gab an, dass es sich so anfühlt, als würde ihm jemand auf der Brust sitzen. Meist treten die Symptome bei Anstrengung oder auch in körperlicher Ruhe auf.

Oft strahlt der Schmerz in den Kiefer, den Rücken, beide Arme und in den Bauch aus. Menschen mit einem Herzinfarkt bekommen meist schlecht Luft und haben sehr große Angst. Das Tückische an einem Herzinfarkt ist: Alles kann, nichts muss. Gerade Personen, die an Diabetes erkrankt sind, können z.B. überhaupt keine oder nur wenige Schmerzen empfinden. Andere spüren den Schmerz nur im Bauch oder Rücken. Allen gemein ist aber, dass sie sofort in ein geeignetes Krankenhaus müssen.

 

Was tue ich?

 

Herr Meyer und seine Frau haben erst mal richtig reagiert, denn sie haben die Symptome als die wahrgenommen, die sie sind. Danach hätten sie aber sofort die 112 anrufen müssen. Denn jede Bewegung, und seien es nur drei Schritte bis zum eigenen Auto, können fatale Folgen für das Herz haben. Ist das Herz so schwer geschädigt, dann kann jede Bewegung die letzte gewesen sein. Deswegen gilt: Nicht mehr bewegen! Setzen Sie sich dort, wo Sie sind, hin, egal ob Sie gerade auf dem Klo sind, im Auto sitzen oder im Bett liegen. Liegen Sie, versuchen Sie sich nur kurz Oberkörperhoch zu setzen, so arbeitet das Herz am besten und Sie bekommen besser Luft. Als Angehöriger: Erst einmal tief durchatmen und sammeln. Danach wählen Sie den Notruf 112 und schildern dem Disponenten was genau passiert ist.  Anschließend den Patienten weiter betreuen und zusammen auf den Rettungsdienst warten.

An einem Herzinfarkt sterben jährlich 50.000 Menschen in Deutschland.

Es kann auch sein, dass das Herz ihres Gegenübers plötzlich stehen bleibt. Jetzt müssen sie den Patienten möglichst rasch auf den Boden bringen und den Oberkörper frei machen. Überprüfen sie, ob derjenige noch atmet. Atmet er nicht, oder nur ganz komisch, dann rufen Sie die 112 nochmals an und schildern, was passiert ist. Denn so wissen die Kollegen, dass es eine neue Situation gibt, und der Kollege der Leitstelle kann sie in der Reanimation anleiten, wenn ihre Erste-Hilfe-Kurs schon länger zurückliegt und sie nicht sicher sind, was sie machen müssen.

 

Kann man präventiv  was gegen einen Herzinfarkt tun?

 

Ja, eine ganze Menge. Sport und eine gesunde Ernährung schützen vor einem Herzinfarkt. Wer raucht wie ein Schlot, viel Alkohol trinkt oder sich ungesund ernährt und deswegen ein paar Kilos mehr mit sich herumschleppt, der hat eine größere Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu bekommen.

Aber auch gesunde Menschen können einen Herzinfarkt erleiden. Mehr dazu in der nächsten Geschichte.