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Blogroll…

24. Juli 2016

Langsam wird es mal wieder Zeit den Staub von meinem Blogroll zu wischen. Leider werden die noch aktiven Blogs  immer weniger. Das reale Leben geht halt nun mal vor, aber schade finde ich es trotzdem.

Was mich aber freut, ich darf euch den Blog Justanothernursesblog vorstellen. Nina macht ihr FSJ in einem Krankenhaus und blogt darüber. Mir gefällt, wie sie über ihre Arbeit schreibt und wie sie sich für ihre Art der „Pflege“ am Patienten einsetzt. Ich hoffe das bleibt auch, wenn sie demnächst ihre Ausbildung zur Gesundheits.- & Krankenpflergerin anfängt.

 

Ich bin zu alt für diese Scheiße…

16. Juli 2016

Wie oft habe ich diesen Satz selbst oder auch schon von anderen Kollegen gehört. Horst macht diesen Job seit 25 Jahren, eine halbe Ewigkeit und hat irgendwann beschlossen ein Buch über seine Erlebnisse zu schreiben.

Das Buch ist klasse geworden, weil ich mich selbst in vielen seiner Geschichten wieder finde. Seine ehrliche und offene Art gefällt mir. Die Sprache ist vielleicht für Laien sehr direkt, aber sie passt einfach zu unserem Beruf.

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Interessante Reportage Teil 55…

6. Juli 2016

Heute gibt es eine Reportage über die Kollegen der Air Glaciers aus dem Kanton Wallis in der Schweiz.

 

Heidi, Sybille, Marion…

29. Juni 2016

Schockraum eines mittleren Krankenhauses. Heidi liegt halb nackt im gleißenden Licht der OP-Leuchte. Viele Kabel hängen an ihr, und über Mund und Nase hat ihr der Anästhesist schon die Beatmungsmaske gesetzt.

Gleich kommt der schönste Moment für Heidi, denn ihr wird gleich ein Schlauch in die Luftröhre eingeführt. Dann brauch ich nicht mehr selbst atmen und ich bin frei!!

Ihre Geschichte beginnt für meine Kollegen als eigentlich normaler Notfall, so wie er tausende Male täglich passiert. Asthma steht als Einsatzgrund auf dem Melder. Nichts, worüber man sich den Kopf zerbrechen sollte. In der Regel bekommt der Patient ein Medikament vernebelt, dann noch eins in die Vene und dann ist meistens der Drops gelutscht und man kann relativ gemütlich ins Krankenhaus fahren.

Das heute wird aber eine ganz andere Nummer werden. Die Kollegen kommen am Bahnhof an und erst mal ist alles wie immer. Eine Frau Mitte 30 hat einen Asthmaanfall. Da man keine Zuschauer möchte, wird Heidi gleich in die Ambulanz eingeladen. Sie wird verkabelt, bekommt Sauerstoff und Jörg, ein erfahrener Kollege, hört noch kurz auf ihre Lunge. Viel reden kann sie nicht, denn ihr Atem fordert ihre letzte Kraft. Alles spricht für einen fulminanten Asthmaanfall. Auch der Wert für den Sauerstoffgehalt im Blut sieht nicht so rosig aus.

Hier kennt mich noch keiner, die fallen wirklich darauf rein!

Meine Kollegen fahren jetzt das volle Programm, es gibt das Medikament zum Vernebeln und das andere wird in die Vene gespritzt. Jetzt sollte es ja gleich besser werden. Wird es aber nicht, denn Heidi atmet immer schwerer und verliert kurz darauf das Bewusstsein. Zum Glück ist das Krankenhaus nicht weit entfernt und Jörg macht das einzig Richtige, er meldet Heidi als Schockraumpatient an und ist 5 Minuten später dort.

Gleich habe ich es geschafft, noch ein bisschen warten.

 

Es steht alles parat, sogar der Chefarzt der Intensivstation ist mit am Tisch, als die Kollegen in den Schockraum rollen. Heidi wird umgelagert und niemand hat an diesem Tisch Zweifel, dass hier vor ihnen ein schwer kranker Mensch liegt. Sie wird intubiert, bekommt viele weitere Medikamente, und unzählige Kabel werden angeschlossen. Danach geht es auf die Intensivstation.

Am nächsten Morgen versucht man sie aus der Narkose zu holen. Der Schlauch wird entfernt und das geht auch 15 Minuten gut, danach fängt das gleiche Spiel wieder von vorne an.

Ihr Amateure, zum Glück habt ihr noch nicht herausgefunden, wer ich bin!

So geht das bis in den Abend, als man endlich in ihren Sachen ihren Pass findet. Sybille heißt sie eigentlich, aber den Rettern hatte sie doch gesagt, dass sie Heidi heißt!? Ungläubige Gesichter bei allen. Wieso hat die denn einen anderen Namen angegeben!? Als man ihr „Heimatkrankenhaus“ kontaktiert, beginnen langsam alle Puzzlestückchen zusammen zu passen. Ihre Krankengeschichte passt nicht in einen Leitzordner. Sybille war schon in bestimmt 15 Krankenhäusern in Deutschland und in der Schweiz und hat immer einen anderen Namen benutzt. Ihre Listen an Erkrankungen ist immens und passen gerade so auf eine DIN A4 Seite.

Wir haben an diesem Abend die traurige Aufgabe, sie in eine geschlossene Psychiatrie zu bringen.

Als ich ihren Bericht gelesen habe, kann ich sie sehr gut verstehen, wieso sie aus diesem Leben flüchten möchte…

 

Erektion…

22. Juni 2016

Er hat Erektion gesagt *gnihihi*:)

So ähnlich würde das jetzt seine Fortsetzung vielleicht im Sexualkundeunterricht in der 7 Klasse finden, und die Mädels und Jungen würden einen Lachflash nach dem anderen bekommen. Das aber auch erfahrene, erwachsene Retter bei dem Einsatzstichwort rote Ohren bekommen und beinahe ihren Kaffee ausspucken, davon handelt dieser Einsatz:)

Anekdoten über irgendwelche Sexualunfälle im Rettungsdienst, die gibt es wie Sand am Meer. Meistens werden die, je öfter man sie erzählt, noch dramatischer oder lustiger, je nachdem wie das zuhörende Publikum gerade so drauf ist. Ein Kollege von mir in der Ausbildung, hatte sich schon eine Liste im Kopf zurecht gelegt, welche spektakulären Einsätze gerne mal abarbeiten wollte. Zu der Zeit hatte glaube ich Herr Bohlen seinen 2. „Penisbruch“ erlitten und irgendwie jeder wollte mal sowas gefahren haben.

Nun saßen Taylor und ich auf der Wache, naja, ich lag und schlief und Taylor bearbeitete die Playstation. Es war nämlich den ganzen Tag nichts los und da meine Nacht ein bisschen zu kurz gewesen war, hielt ich einen kleinen Mittagsschlaf. Als der Melder klingelte, fiel ich fast von der Couch und Taylor grinste schon übers ganze Gesicht. Ey Paul, wenn du dir jetzt was tust, musst du der der Leitstelle das erklären:) Sag mir lieber was auf dem Alarmfax steht, brummelte ich.

Anstatt einer Antwort brach Taylor nur in schallendes Gelächter aus. Das glaubst du nie, was wir da jetzt fahren sollen. Ich schaue selbst drauf und ich muss erst mal ziemlich grinsen, denn da steht als Einsatzgrund: „Dauererektion“:) In meinem Kopf spielen sich von ganz alleine Bilder ab, die mich nur noch mehr lachen lassen! Taylor sitzt schon auf dem Fahrersitz und ich steige immer noch lachend auf meinen Sitz.

Wir schaukeln durch die Dörfer und ich habe ein bisschen Zeit, mir eine Strategie zu überlegen, wie wir das am besten abarbeiten. Denn wenn wir 2 Kasper wie giggelnde Teenager da eintreffen, dann würde ich uns, am Patient seiner Stelle, hochkant wieder rausschmeißen. Ich instruiere Taylor, dass wir so wenig wie möglich am Patient herumwerkeln, wenn es nicht wirklich notwendig ist, und wir eigentlich nur kühlen, oder was gegen die Schmerzen geben können.

Kurz bevor wir in die angegebene Straße einbiegen, grinsen wir nochmal kurz und sind gespannt, was uns gleich erwarten wird. Die Ehefrau steht schon vor dem Haus und winkt, als sie uns sieht. Schon mal nicht eine Dame, die auf Hausbesuch war, schießt es mir durch den Kopf. Wir halten, nehmen unser Kram mit und stellen uns kurz vor.

Der Patient erwartet uns im Schlafzimmer, teilt uns die Ehefrau mit und ich hoffe, wir platzen jetzt nicht in irgendwas hinein, denn das Schlafzimmer bietet ja ausreichend Möglichkeiten, zumindest sagt mein Kopf das gerade:) Aber das Schlafzimmer sieht aus wie aus dem IKEA Katalog, nirgends liegt etwas rum und so kann ich mich ganz einfach um meinen Patient kümmern.

Ich falle auch gleich mit der Tür ins Haus: „Herr Kempf was ist denn passiert!?“,frage ich, und ich merke, so wirklich drüber reden möchte er nicht. Ich habe da vollstes Verständnis, aber es muss halt sein. Wir erfahren, dass die Erektion schon seit 3 Std besteht. Ich verziehe wie Taylor kurz das Gesicht, denn jeder Mann kann sich vorstellen, wie schmerzhaft das sein muss. Die nächste Frage wird nicht besser, denn ich frage, ob er Viagra oder Ähnliches zu sich genommen hat, oder irgendwelche Drogen.

 

Beides verneint er. Wir erfahren auch, dass dies einfach so passiert ist und er dieses Problem vor 1 Jahr schon mal hatte. Das Wichtigste weiß ich jetzt, und Taylor ist schon verschwunden und holt unseren Tragestuhl, denn ich möchte jede weitere Anstrengung vermeiden. Wir finden für Herr Kempf eine weite, bequeme Hose und von mir bekommt er noch einen Kühlpack, den wir auf der Hose befestigen.

Nach 30 Minuten Fahrt sind wir in der Klinik und übergeben unseren Patienten.

 

Hannes…

15. Juni 2016

Hannes und ich kennen uns noch nicht wirklich lange, aber er hat schon einen bleibenden Eindruck bei mir und meinen Kollegen hinterlassen.

Dort wo ich rette hat ein ziemlicher großer Teil der erwachsenen Bevölkerung ein Problem mit Alkohol. Entweder bin ich in Deutschland mit Scheuklappen durch die Welt gewandert, aber was ich hier ab 8 Uhr morgens  durch das Dorf laufen sehe, der Nachschub an Patienten wird uns hier echt nicht ausgehen.

Eines Abends rappelt mein Melder, und als ich drauf schaue, möchte ich ihn am liebsten im Klo versenken. Denn die Meldung lautet: „nicht ansprechbarer Alkoholintox vor einer Beiz“. Beat, mein Kollege für diese Nacht, verdreht auch schon die Augen. Nach kurzer Fahrt wurden wir freudig vor der Gaststätte erwartet:

„Der hat mir vor die Tür geschissen, die Sau“, war das Erste was uns der Wirt erzählte. Der hat bitte was gemacht?? „Schauts euch selbst an und nehmt den bitte gleich auch mit“. „Du Paul“, kam es von Beat, „ich mach ja echt fast alles mit, aber bei Stuhlgang garantiere ich dir, ich werde mich meines Abendessen entledigen müssen“. Super dachte ich mir, dann darf ich da jetzt alleine hin.

Ich streifte mir zur Sicherheit ein 2. Paar Einmalhandschuh über und setzte mich in Bewegung zu Hannes. Der saß in einer Ecke und hatte sich seiner Hose entledigt. Eigentlich war sie blau, aber im Moment tendierte das eher zu hellbraun, auch Hände, der Pulli und das Gesicht hatten davon etwas abbekommen. Ein leichter Würgereiz durchfuhr mich.

Ich sprach ihn an, ob es ihm gut geht!? „Verpiss dich, ich will mein bezahltes Bier haben“, zischte mir er mir zu. Da ich wenig Lust hatte, diesen Dialog weiter zu führen, bestellte ich die Jungs der Polizei, denn wer mich noch beleidigen kann, der muss nicht mit ins Spital. Beat schaute kurz um die Ecke, weil er Hannes auch aus 20 Meter Entfernung hören konnte. Ich signalisierte kurz, dass soweit noch alles in Ordnung ist.

20 Min später trafen auch die Jungs der Polizei ein und die zogen auch ein Gesicht, als ich ihnen kurz von Hannes Geschenk an den Gastwirt erzählte. Ich verteilte an beide großzügig Einmalhandschuhe und spendierte noch eine Decke, damit die Kollegen nicht ihren Bulli vollsauen mussten. So endete das erste Treffen von Hannes und mir.

Ein paar Monate später, ich saß gerade gemütlich bei einem Kaffee im Dorf, da sah ich ihn wieder, wie er die ganze Dorfstraße als Bürgersteig benutzte. Mir schwante da schon, dass wir uns bald wieder sehen würden. Keine 3 Tage später klingelte uns der Melder kurz vor 12 Uhr nachts aus dem Bett. Wie beim letzten Mal ging es zur gleichen Wirtschaft.

Auch erwartete man uns wieder freudestrahlend, doch diesmal hielt er unseren Patient schon im Arm und es war natürlich Hannes, wie hätte es anders sein sollen. Diesmal hatte er auch seine Hose an und es war, soweit zu sehen, nichts ausgelaufen. Da er heute gut aufgelegt war, also nicht mit wüsten Beschimpfungen um sich schmiss und er wirklich Schlagseite hatte, luden wir ihn in unseren RTW. Ich setzte ihn auf unseren Notsitz, schnallte ihn an und wir fuhren los.

 

Wir waren keinen Kilometer gekommen, da wollte er unbedingt aufs Klo. Halt mal an, ich muss jetzt brunsen. Ich war nicht mal dazu gekommen, meinen Kollegen zu bitten, kurz anzuhalten, da sah ich den immer schneller werdenden Fleck auf seiner Jeans. Du pisst mir jetzt nicht in meine Ambulanz, oder? Er grinste nur und die Pfütze auf dem Boden wurde immer größer.

Ich bin echt nicht leicht aus der Ruhe zu bekommen, aber ich war 2 Millisekunden lang bereit, ihm die Fresse zu polieren. Aber dann dachte ich mir, ach Hannes, du wirst das Ganze eh selbst bezahlen müssen und die Reinigung packt dir mein Chef als Bonbon noch obendrauf.

Unter die Haut…

3. Juni 2016

Ohne viele Worte, in Gedenken an Chaoskatze und meinen Neuanfang.

Lebt jetzt, liebt euch und euren Partner.

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Ein Bier auf dich!

Paul

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