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Sie sehen aber gar nicht gut aus…

27. November 2016

Noch ein paar Tage und es ist Weihnachten. Wer für sich oder seine Lieben noch kein Geschenk hat, ich hätte hier vielleicht eine Idee🙂

„Sie sehen aber gar nicht gut aus“, so heißt das gleichnamige Buch von Christian Strzoda. Seit über 20 Jahren fährt er im Rettungsdienst und in dieser Zeit haben sich einige Geschichten angesammelt, die den Weg in das Buch gefunden haben.

Die Geschichten sind gut geschrieben und es kommt eigentlich nie Langeweile beim Lesen auf. Der Ton ist typisch Rettungsdienst, denn ohne Ironie und auch manchmal schwarzen Humor wird man in diesem Job nicht alt.

Vor 1 Jahr kam sein 2 Buch: „Gehört dieses Bein zu Ihnen“ auf den Markt. Es ist wie das erste leicht zu lesen und ich kann jedem Laien es empfehlen, der gerne einen Einblick in unseren Beruf haben möchte.

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Interessante Reportage Teil 57…

13. Oktober 2016

Die Kollegen vom Chr. 28 aus Fulda wurden eine Woche vom Hessischen Rundfunk begleitet.

Streng nach Protokoll…

9. September 2016

Was passiert, wenn ein Mensch den Notruf wählt!? Das Schweizer Fernsehen hat 2 Krankenschwestern in den Niederlanden eine Nacht in einer Notrufzentrale begleitet.

Die Fälle sind alle fiktiv, gehen aber unter die Haut.

http://www.srf.ch/sendungen/dok/streng-nach-protokoll

Eine Idee im Kopf…

3. September 2016

Salü

Ich habe gerade in der Online Ausgabe der Zeit diesen Artikel gelesen.

http://www.zeit.de/2016/35/polizisten-erzaehlen-polizei-alltag-sicherheit-verdienst-ueberstunden

Hier erzählen Polizisten über ihren Job, auch gefärbt durch die Ereignisse aus München, Ansbach und Würzburg.

Wie wäre es, wenn hier auf meinem Blog Rettungsdienstler, Pflegepersonal, Ärzte, Polizei und Feuerwehrler mal ihre Sicht ihrer Arbeit in wenigen Sätzen wie im Artikel erzählen. Zum Beispiel kurioses, trauriges, nachdenkliches oder wie man sich selbst im Job wahrnimmt oder auch seine „Kundschaft“.

Wenn ihr Lust habt mit zu machen, dann schreibt mir doch eine Mail an alltagimrettungsdienst (@) gmx.de

 

Euer Paul

Interessante Reportage Teil 56…

3. September 2016

Das Schweizer Fernsehen begleitet die REGA mit ihren Rettungshelikoptern und Ambulanzflugzeugen.

http://www.srf.ch/sendungen/rega-1414/rega-1414/zwischen-gletscher-und-athen-folge-1

Stöckchen…

26. August 2016

Die Nina war so nett und hat mir ein Stöckchen zu geworfen, was ich dann gerne auch mal beantworten möchte🙂

 

  1. Welche komischen Angewohnheiten hast du? Nenne soviele du willst.

 

Puh, also für mich sind sie ja nicht komisch, nur für die anderen🙂 Mir fällt auch nach mehreren Minuten wirklich nichts ein🙂

 

  1. Mit wie viel Jahren bist du von Zuhause ausgezogen? Warum?

 

Ich bin mit 22 ausgezogen, da meine Ausbildung zum Rettungsassistenten etwas weiter weg lag. Das war schon etwas komisch, so ganz alleine für sich verantwortlich zu sein.

 

  1. Mittagsschlaf, Yay or Nay?

 

Ich liebe meinen Mittagsschlaf. Wenn ich Frei habe muss der einfach sein, man wird ja auch nicht jünger🙂

 

  1. Gibt es etwas das dich immer zum weinen bringt?

 

Ja eigentlich immer Musik, Filme und sogar auch mal Bücher.

 

  1. Ist dein Leben so wie du es dir vorstelllst?

 

Ja, weil ich meine Träume verwirklicht habe. Ich habe meinen Traumjob und bin ich das Land gezogen, wo ich schon lange hin wollte. Ich genieße mein Leben und bin einfach sehr zufrieden damit.

 

  1. Gehst du auf Demonstrationen oder bist du mehr der Typ „Das bringt ja alles doch nichts.“?

 

Ich war mal auf einer AntiNazi Demo in Frankfurt. Muss aber ehrlich gestehen, ich bin kein Demotyp.

 

  1. Dein Lieblingskleidungsstück?

 

Gibt es eigentlich so nicht.

 

  1. Wie lange existiert dein Blog schon und schreibst du immernoch gerne?

 

Meinen Blog gibt es seit Juni 2009, wirklich etwas geschrieben habe ich aber erst Ende November.  Ja ich schreibe immer noch sehr gerne, nur fehlt mir oft die Muse um einen guten Artikel zu schreiben. Auch geht das reale Leben oft vor, deswegen dauert es mit neuen Artikeln immer ein bisschen länger als am Anfang🙂

 

  1. Keine Frage aber, nenne ein beliebiges Schlüsselerlebnis in deinem Leben.

 

War eigentlich der Auszug mit 22 von zu Hause. Ich habe viele neue Menschen kennen gelernt und der Job hat mich auch sehr geprägt in den letzten 13 Jahren.

  1. Deine absolute Lieblingsband?

 

Philipp Poisel❤

 

  1. Bist du eher der Festivalgänger, der Konzertmensch, der ich-schau-mir-alles-im-TV-an-Mensch oder der Ich-mag-das-alles-nicht-Mensch? Begründe.

 

Ich liebe kleine Konzerte und war auch schon auf Festivals. Früher habe ich viel TV gesehen, kann ich mir heute überhaupt nicht mehr vorstellen, weil es viel zu viel Müll im deutschen TV gibt und ich verbringe heute meine Zeit auch ganz anders.

 

Ich nominiere:

 

Firefox

 

Krangewarefahrer

 

BlaulichtEngel

 

Ihr dürft einfach die Fragen übernehmen🙂

Sie waren erst ein paar Minuten unterwegs…

22. August 2016

Ich war gerade in Mailand, hatte einen kurzen Städtetrip hinter mir um einfach meine Akkus wieder aufzuladen. Es war ein schöner Tag Anfang Mai. Abends kam ich zuhause an und verschwand schon fast im Bett, weil ich die nächsten Tage wieder arbeiten musste.

Er fuhr auf die Autobahn, es war kurz nach 20 Uhr und die Kinder und Betreuer lümmelten sich in ihre Sitze, sie kamen von ihren ersten Skiferien…

Wie jeden Morgen vor der Arbeit fuhr ich meinen Rechner hoch. Ein Brötchen, ein Kaffee und die News lesen, was so in den letzten Tagen passiert ist.

Ob er eine DVD einlegt, mit seinem Busfahrerkollegen spricht oder ob er gewollt gegen die Nothaltebucht fährt, es wird sich nie ermitteln lassen…

Zuerst klicke ich die Seite meines Mailanbieters an. Dort erschienen manche Nachrichten, oder auch Gesundheitstipps. Eigentlich lese ich da nicht, aber ein Bild eines zerstörten Reisebusses und die dazugehörige Bildüberschrift lassen mich kurz inne halten. Dort steht: „Schweres Busunglück in der Schweiz mit vielen Toten“. Mhh mache ich, wird ja wohl nicht bei uns gewesen sein, sonst hätte ich das ja bestimmt mitbekommen.

Das Bild der Überwachungskamera zeigt einen Bus, der aussieht, als würde er mit einer Panne in der Nothaltebucht stehen…

Ich klicke auf den Artikel und ich überfliege die ersten Zeilen und bekomme Gänsehaut. Denn das Unglück hat sich keine 40 km von mir zuhause ereignet und ich schaue schnell auf mein Handy, ob ich nicht irgendwelche Anrufe gestern Abend verpasst habe. Kein Anruf, aber eine Message eines befreundeten Kollegen, ob bei mir alles gut ist. Ich antworte kurz, dass bei mir alles gut und lese den Artikel fertig.

Auf dem Video sieht man nun, wie einzelne Autofahrer anhalten und helfen, die Menschen aus dem hinteren Heckfenster zu retten…

Ich schaue noch kurz in meine Mails, aber im Kopf überlege ich, wer war den gestern im Dienst. Wer war dort und wie geht es ihnen!? Ich lese noch kurz über andere Nachrichtenportale und fahre dann auf die Arbeit.

Die Polizei trifft ein und danach die erste Ambulanz…

 

Auf der Arbeit ist eigentlich alles wie immer, nur ruhiger ist es heute. Ich möchte nicht aufdringlich sein und mache mir erst mal einen Kaffee und checke meinen RTW. Dann kommt Kai auf mich zu: „Wo warst du denn gestern Abend!?“ fragt er mich. Ich war daheim und habe keinen Anruf bekommen, sage ich. Sei froh sagt er, das war wirklich nicht schön, was wir da zu sehen bekommen haben.

Es ist total ruhig, kein Geschrei, nur die Aggregate der Feuerwehr laufen…

Er erzählt einfach und ich höre zu. Sie waren die 2. Ambulanz vor Ort, alles war noch ein bisschen chaotisch, wie das immer so ist, wenn es einen großen Unfall gegeben hat. Die Feuerwehr hat ihnen die Kinder gereicht, danach ging es gleich in die Ambulanz, wo sie versorgt wurden. Wir hatten wirklich Glück, dass wir Flugwetter hatten und viele Rettungshubschrauber sofort verfügbar waren, denn viele der Kinder waren schwer verletzt und mussten schnellstmöglich in ein Krankenhaus. Als Kai geendet hat, blicke ich kurz in den Himmel und bin sehr dankbar, dass ich gestern nicht dabei war.

Schon am Nachmittag ist klar, dass wir in den nächsten Tagen die verletzten Kinder zum Flughafen verlegen werden. Meine Kollegin und ich, die auch bei dem Einsatz nicht dabei war, bieten uns an, dass wir das gerne übernehmen und damit die Kollegen entlasten.

Mit mehreren RTW geht es 2 Tage später in unser Spital, wo wir die ersten Kinder einladen. Vor dem Krankenhaus sehen wir den ersten Journalisten, der wohl auf Bilder von den Kindern wartet.

Am Tag davor versuchte ein als Sicherheitsmitarbeiter getarnter Journalist auf die Kinderstation des Krankenhauses zu kommen…

 

Die Polizei ist auch da und wir verhängen mit Tüchern die Halle der Notaufnahme, damit wir ungestört die Kinder und deren Eltern einladen können. Als wir fertig sind, fährt die Polizei vorneweg. So können wir schneller durch den Verkehr kommen.

Irgendwann bemerke ich ein Auto was hinter uns fährt, weil es uns so dicht auffährt. Zuerst denke ich, na wieder einer der keinen Abstand halten kann. Aber dann schaue ich genauer hin und mich trifft der Schlag. Hinter uns fährt ein Kamerateam und der Beifahrer filmt uns direkt in den RTW.

Schnell greife ich nach einem Tuch und verhänge die Scheiben und gebe meinem Kollegen kurz Bescheid. Der funkt sofort die Polizei an, diese verspricht uns, dass man sich so schnell wie möglich darum kümmern wird. Im nächsten Ort werden wir ein bisschen langsamer, ich sehe wie 2 Streifenwagen die Straße verengen und eine Fahrzeugkontrolle durch führen. Schnell wird der Wagen raus gezogen und einer gründlichen Kontrolle unterzogen, wie man uns danach erzählt.

Bevor wir zum Flughafen fahren, treffen unsere Patienten diejenigen, die noch in einem anderen Krankenhaus untergebracht sind. Dort stehen 30 Kamerateams aus dem In- und Ausland und filmen unsere Ankunft. Uns allen steckt das mit dem Kamerateam von eben noch in den Knochen. Uns wird versprochen, dass so etwas nicht nochmal vorkommen wird, bis wir auf dem Flughafen sind.

Als wir wieder bereit sind, haben sich 6 Streifenwagen vor und hinter uns positioniert und wir können ungestört los fahren.

Auf der Autobahn wird der Verkehr extra für uns angehalten und niemand kommt unseren Konvoi zu nahe. Auf manchen Brücken sehen wir Menschen winken, als wir darunter durch fahren. Am Flughafen werden alle Straßen gesperrt, so dass wir direkt aufs Rollfeld fahren können. Der belgische Botschafter dankt uns und allen Rettungskräften für unseren Einsatz.

Noch heute, wenn ich durch Zufall Bilder davon sehe, bekomme ich Gänsehaut. Einige Kollegen haben sich nach dem Unfall sehr verändert, einer musste sogar den Beruf aufgeben…