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1 Million…

11. Juli 2015

Wahnsinn, vor ein paar Tagen hat mein Blog die 1 Million Besucher Marke geknackt! Ich bin schon ein bisschen stolz, hätte mir das einer vor fast 6 Jahren gesagt, ich hätte ihn für bescheuert gehalten.

Vielen Dank euch Lesern!!

Desweiteren möchte ich euch einen neuen Blog vorstellen. Minimalismusprojekt ist der erste Blog meiner besten Freundin. Einfach mal rein schauen :)

 

Euer Paul

Randnotizen und Blogroll…

16. Juni 2015

Wir ihr schon gesehen habt, mein Blog lebt wieder. Und ich freue mich, fast wie am ersten Tag, als ich den Blog angefangen habe. Ist viel passiert in den letzten 3 ½ Jahren.

Das wichtigste vorneweg, ich habe die Prüfung zum schweizerischem Rettungssanitäter bestanden. Mir sind 10000000 Steine vom Herz gefallen. Wieso und weshalb, das möchte ich euch in den nächsten Monaten erzählen.

 

Dann möchte ich auch einen neuen Blog vorstellen. Einige Blogs aus der Pflege gibt es ja schon, aber dieser besticht durch seine ungefilterten und ehrlichen Aussagen.

http://pisspage.blogspot.de/?m=1

Wie die Jungfrau zum Kind…

6. Juni 2015

 

Wenn man den Job schon ein paar Tage macht glaubt man ja wirklich, alles schon mal gesehen zu haben. Aber irgendwo wartet genau dann der Einsatz, den man so noch nie hatte.

 

Geburten sind im Rettungsdienst ja wirklich Mangelware, aber wer das schon mal mit gemacht hat, der fühlt sich irgendwie auch gerade als frisch gebackene Eltern. Und eigentlich ist die Geburt der einzige Notfall, der von vorne bis hinten positiv ist, was man von vielen anderen Einsätzen ja nicht sagen kann.

 

Wir stehen am frühen Morgen vor unserem RTW und hören uns die Storys unserer Kollegen vom Nachtdienst an, die ihr Bett eigentlich überhaupt nicht gesehen haben. Es gibt frischen Kaffee und langsam checken wir in aller Ruhe unser Equipment. Kaum sind wir fertig und der Kaffee leer, bimmeln unsere Meldeempfänger. Josh mein heutiger Teampartner schüttelt nur den Kopf und meint, wenn man einmal mit dir fährt Paul ne, dann muss es gleich die Geburt sein, oder?

Ich zucke nur mit den Schultern, ich bin mir keiner Schuld bewusst :) Als wir unser Auto besetzen krame ich schnell noch mal mein Wissen über Geburten heraus, denn meine letzte ist schon ein paar Tage her.

 

Eigentlich läuft eine Geburt auch ohne uns Rettungsdienstler wunderbar, denn wir unterstützen ja nur. Drehen das Kind ein bisschen, halten das Kind warm und lassen wenn der Papa da ist auch ihn die Nabelschnur durch schneiden. Wie ihr seht, keine Hexerei.

 

 

Die Anfahrt ist ziemlich kurz und schon stehen wir vor einem Hochhaus. Vor der Tür so denke ich, steht der werdender Papa. Also ihn erst mal mit Fragen bombadieren, ich möchte ja schon wissen, auf was ich mich da so einlasse. Also frage ich nach Schwangerschaftswoche, Mutterpass, das wievielte Kind, Wehentätigkeit usw. und ich werde etwas stutzig, weil der Herr mit dem Satz antwortet: „ich weiß auch erst seit 30 Minuten, dass ich Onkel werde“ WTF??

 

 

Bevor ich noch irgendwas sagen kann stehen wir schon in der Wohnung. Die Wohnung ist sauber und ich sehe am anderen Ende der Wohnung eine etwas stämmigere junge Frau auf einer Couch sitzen. Wenn ich es nicht auf meinem Melder stehen hätte, dass wir hier zu einer Geburt gerufen worden sind, es würde nichts darauf hin deuten. Unsere Patientin sitzt angezogen und teilnahmslos auf der Couch und neben ihr liegt ein großes Badehandtuch.

 

 

Wo ist die versteckte Kamera denke ich? „Müller mein Name und das ist der Kollege Blatter“ beginne ich und versuche so heraus zu bekommen was hier passiert ist. Da quäkt es aus dem Badehandtuch und meine Aufmerksamkeit verlagert sich auf das, was da gerade aus dem Tuch kam. Puh okay das Kind sieht gut aus, schnauft und hat ausreichend Puls, das reicht mir fürs Erste. Aber wo ist die Nabelschnur?

 

 

Frau Panzer können sie mir sagen was passiert ist? Ja ich hatte heute Morgen um 5 so Bauchschmerzen und dann habe ich mir gedacht, gehe ich mal Duschen und plötzlich ist das Kind aus mir heraus gefallen lautet ihre knappe Antwort. Und was haben sie mit der Nabelschnur gemacht? Die habe ich mit ner Kleiderschere durch geschnitten.

 

Josh schau doch mal bitte ins Bad und sag mir, was du da so findest, rufe ich ihm zu. Bevor ich weitere Fragen stellen kann, steht unser Notarzt in der Tür und schaut genau so irritiert drein, als ich meine kurze Übergabe beendet habe.

Während unser Doc sich Mama und Kind anschaut nimmt mich der frisch gebackene Onkel zur Seite. Niemand aus der Familie hätte was gewusst und weil auch sie etwas kräftig ist, ist niemand ein Babybauch aufgefallen.

 

 

Wir packen Mama und Kind ein und fahren ins Spital.

 

Interessante Reportage Teil 52

2. Mai 2015

Arte begleitet die Kollegen der Feuerwache 22 in Hamburg. Wer zart beseitet ist, sollte sich die Doku nicht unbedingt anschauen!

http://www.arte.tv/guide/de/052690-000/feuer-alarm-fuer-wache-22

Blogroll…

7. April 2015

Es ist mal wieder an der Zeit meinen Blogroll zu entstauben. Und ich bin ein bisschen betroffen, denn es sind einige verschwunden oder es wurde seit Ewigkeiten nichts mehr geschrieben.

 

Heute möchte ich euch einen neuen Blog vorstellen. Er heißt Kleinstadt Revier und darin erzählt eine Polizistin über ihren Job auf einer kleinen Wache am Rande des Ruhrgebiets.

Interessante Reportage Teil 51

22. März 2015

Die ARD hat die Kollegen vom Christoph Gießen begleitet, eine gut gemachte Reportage wie ich finde!

 

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/reportage-im-ersten-notarzt-bitte-landen-102.html

You good people…

16. März 2015

Hallo ihr Lieben. Wie schon viele gemerkt haben, ist es hier wirklich ruhig geworden. Gründe sind privater und beruflicher Natur. Ich möchte diesen Blog aber nicht aufgeben und deswegen gibt es heute wieder einen Gastbeitrag von “Placebo”.

Während ich morgens noch den Chef erzürne, weil meine Kopfbedeckung nicht Dienstkleidung ist, und das dem internen Audit sofort auffällt, erzürnt mich nachher gleich noch der Kollege. Vorher aber enttäusche ich die Pressesprecherin, die gerne Fotos machen möchte, im Rahmen des Audits. Kann se, aber ohne Personal. Das möchte keine Fotos. Die Praktikanten wird abgelichtet. Die sieht eh am Besten aus von uns. Und motiviert ist sie. Das ist ganz gut, weil motivierte Schüler auch mich immer motivieren. Das Gefühl, dass alle keine Lust haben, vergeht dann kurz.

Nach einigen mehr, und vor allem deutlich weniger sinnvollen Einsätzen, geht es in ein Asylantenheim. Zur Suizidandrohung. Eine kleine Frage seitens des Kollegen erzürnt mich: “Warum fährt da nicht einfach die Polizei hin, Knüppel drauf, einladen, losfahren? Was sollen wir da?”
Meine Rhetorik versagt vollkommen, ich stelle ihn, ohne jemals gedient zu haben, ins Achtung, und verzögere unsere Ausrückezeit um 40 Sekunden. Das es grade in Deutschland eine schlechte Idee sei, psychisch Kranke mit der Polizei abzuführen, hat er aus seinem Unterricht nicht extrapolieren können. Aber ich bin ja da. Er versteht. Zumindest, dass seine Sprüche in diesem Dienst keine Lacher finden werden.

Nun verärgere ich die Leitstelle mit einer Frage. Ob nämlich die Polizei mit käme. Ein Telefonat entsteht, und ich versuche dem Disponenten zu erklären, dass ICH einen psychisch Erkrankten mit Messer sehr bedrohlich finde, und gerne den Schutz der inner-staatlichen Gewaltmonopolisten hätte. Während er mir die Polizei verweigert, fordert das NEF die Jungs nach. Anderer Disponent, andere Reaktion. Polizei kommt. Ich lege auf.

Der Patient. Hört Stimmen, hat panische Angst, nicht aggressiv, kommt mit der Situation nicht zurecht. Ein kleiner Mann, etwa 30, aus Pakistan. Da hat er wohl Dinge erlebt, die man nicht erleben will. “Pakistan” löst in dem Mann was aus, was ich nicht möchte. Ich verbiete den Anwesenden das Wort. Also nur dieses jene eine. Er zittert, guckt ängstlich umher, hat Angst. Es ist eindeutig, dass er sehr leidet, und von Hilfe profitiert. Sieht auch der Notarzt so. Das Messer wurde ihm schon entnommen. Er tappst durch das Zimmer, hält sich manchmal die Ohren zu, manchmal macht er Gesten, als wolle er imaginäre Fliegen verscheuchen, er kaut auf seiner Hand. Er schreckt bei Geräuschen auf, weicht von einem weg. Die Polizei trifft ein, hält sich im Hintergrund. Leider sagt schon wieder jemand “Pakistan”. Der Mann läuft zum Fenster, und öffnet es. Das merke irgendwie nur ich. Mit Kraft drücke ich das Fenster zu, er zieht am Griff, und versucht gleichzeitig, von mir Abstand zu bekommen. Er hat eindeutig Angst. Die Polizei schreitet ein, der Mann lässt sich widerstandslos im Stehen fesseln. Dabei weint er.
Mein Kollege hat erfahren, der Mann soll abgeschoben werden. Er unterstellt nun eine Show. Ich unterstelle ihm, bei uns falsch zu sein.

Der Patient wird im RTW ent-handschellt und bekommt einen Zugang. 1mg Lorazepam IV helfen nur bedingt. Er hat immer noch panisch Angst. Aber solange es ins “Hospital” geht, und “not that black place again please, no, no, please no”, ist er zeitweise beruhigt.
Die Fahrt ist komplikationslos, mein Kollege darf unten warten, wir gehen mit Patient in die Geschlossene.
Während Der Patient wartet vor dem Aufnahmezimmer, sagt er zwei Sachen.
“Ich bitte möchte Toilette. Richtig? Ich lernen, warum ich gehen?”

Und
“You good people. You no pain. Happy heads. you nice. you no pain in head. you know a good world”

Dann gehen wir.

Unten muss ich mir anhören, das irgendwie unser mangelndes Gehalt im RD mit den Schmarotzern im Heim zu tun hat.
Manchmal ist es gut, dass das Gewaltmonopol nicht bei mir liegt.

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